Innenministerium

BMI unterstützt nach Flugzeugabsturz bei der Opfer-Identifizierung

Nach dem tragischen Flugzeugabsturz in Äthiopien, bei dem drei Österreicher ums Leben gekommen sind, unterstützt das DVI-Team ("Disaster-Victim-Identification") des Innenministeriums bei der Identifizierung der Opfer.

Ein Oberösterreicher, ein gebürtiger Niederösterreicher, ein gebürtiger Kärntner und ein in Villach tätiger deutscher Pfarrer kamen bei dem Flugzeugabsturz am 10. März 2019 in Äthiopien ums Leben. Insgesamt waren beim Absturz der Ethiopian Airline ET302 157 Tote zu beklagen.

"Mein Mitgefühl gehört den Angehörigen der Todesopfer", sagt Innenminister Herbert Kickl, der nach Verständigung durch Interpol das DVI-Team ("Disaster-Victim-Identification") des Innenministeriums zur Identifizierung der Todesopfer nach Addis Abeba entsandte. "Das nach Äthiopien entsandte DVT-Team besteht aus drei Beamten des Innenministeriums."

Sollte es notwendig sein, wird das DVI-Team, das derzeit die Lage vor Ort prüft, von weiteren Experten unterstützt, etwa durch Odontologen und Gerichtsmedizinern. Dass das Innenministerium im Rahmen von großen Schadensereignissen, bei denen österreichische Opfer zu beklagen sind, Experten entsendet, gehört zum Standard.

Das DVI-Team führt rechtswirksame Identifizierungen durch, um einerseits Angehörigen nicht im Ungewissen zu lassen und anderseits bei Rechtsansprüchen entsprechende Klarheit herstellen zu können. DVI-Teams des Innenministeriums waren zum Beispiel auch bei der Tsunami-Katastrophe 2004 in Thailand im Einsatz.

Für den Einsatz des DVI-Teams in Äthiopien geht das das BMI von einer Einsatzdauer von zwei bis vier Wochen aus. Je nach Länge der Einsatzdauer und der damit verbundenen Belastung sind entsprechende Ablösen vorgesehen.

DVI-Teams in Österreich

Die strategische Leitung des österreichischen DVI-Teams obliegt dem Einsatzreferat des BMI (II/2/a) mit fachlicher Unterstützung des Bundeskriminalamtes (.BK/6.1.3). Dem Team gehören über 200 Spezialisten aus dem Bereich der Kriminalpolizei, aus der Gerichtsmedizin sowie forensische Zahnärzte an.

In jeder der neun Landespolizeidirektionen ist ein einsatzbereites DVI-Team beim jeweiligen Landeskriminalamt eingerichtet, das in der Regel jeden DVI-Einsatz beginnen und im Bedarfsfall von anderen DVI-Teams verstärkt werden kann.

Identifizierungsprozess

Die Identifizierung von Unfall bzw. Katastrophenopfern ist kein einfacher und schneller Prozess. Er wird nach international abgestimmten Interpol-Standards durchgeführt. Identifizieren bedeutet Vergleichen von Daten, die zu Lebzeiten der vermissten Person entstanden sind ("Ante Mortem"), mit den an der Leiche erhobenen korrespondierenden Daten ("Post Mortem").

Primäres Ziel ist die korrekte und rechtwirksame Identifizierung der geborgenen Leichen. Dazu werden als "Primäre Identifizierungsmerkmale" die Fingerabdrücke die zahnmedizinischen Daten und das DNA-Profil herangezogen. Darüber hinaus dienen "Sekundäre Identifizierungsmerkmale", wie körperliche Merkmale, Narben, Tattoos etc., als Hinweis auf eine mögliche Identität.

Ein DVI-Team ("Disaster-Victim-Identification") des Innenministeriums unterstützt bei der Identifizierung der Opfer des Flugzeugabsturzes in Äthiopien. (Symbolbild)
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 16798 vom Donnerstag, 14. März 2019, 09:46 Uhr
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