Sicher zu Hause

Leben in der Krise ohne Aggression und Gewalt

#sicherzuhause
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Wir leben in einer Situation, die für alle völlig neu ist: Schulen, Kindergärten, Geschäfte, Lokale und viele andere Betriebe sind geschlossen. Viele Familien und Paare verbringen den Tag gemeinsam zu Hause, sollen zum Teil im Homeoffice arbeiten und mit ihren Kindern lernen – und das in manchmal sehr beengten räumlichen Verhältnissen. Die Möglichkeiten, die Wohnung oder das Haus zu verlassen, sind sehr eingeschränkt. Freunde und Verwandte soll man nicht treffen. Kinder und Jugendliche fühlen sich manchmal eingesperrt oder sind zumindest von der ungewohnten Situation verunsichert. Dazu kommen oft existenzielle Sorgen, die Angst vor einer Erkrankung und die allgemeine Ungewissheit, wie es weitergeht.

Emotionale Spannungen sind unter diesen Umständen durchaus wahrscheinlicher und risikobehafteter. Aus Ärger darf allerdings nicht Aggressivität werden, aus einem Streit keine tätliche Auseinandersetzung. Gewalt ist niemals eine Lösung und darf im gemeinschaftlichen Zusammenleben nicht sein.

Es gibt viele Alternativen, eine emotionale Entlastung und innere Ausgewogenheit zu erreichen, wenn es nur eine schnelle Runde um den Häuserblock ist, oder ein Telefonat mit einer Vertrauensperson. Wenn Sie oder auch andere jedoch an Ihrem Verhalten merken, dass Sie dennoch überfordert sind, zögern Sie nicht, auch professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie mit Gewalt konfrontiert sind, suchen Sie so schnell wie möglich Hilfe.

Ratschläge, wie Sie mit der außergewöhnlichen Situation umgehen können, wo und wie Sie im Bedarfsfall für sich oder Ihnen Nahestehende rasche und professionelle Unterstützung bekommen sowie die rechtlichen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen erfahren Sie auf dieser Webseite. Gewalt ist keine Privatsache.


FAQ

Gibt es Vorzeichen für eine Gewalteskalation, auf die ich achten könnte?

Sie kennen Ihren Partner/Ihre Partnerin am besten und können das Verhalten besser als jede andere Person einschätzen. Wenn Sie merken, dass sich der Gemütszustand Ihres Partners/Ihrer Partnerin ins Negative verändert und Sie nicht beruhigend einwirken können, kontaktieren Sie eine Helpline (Frauenhelpline 0800 222 555 oder Männerinfo (0720 70 44 00). Sollte es zu Gewalt kommen, oder wenn Sie eine Gewaltausübung befürchten, verständigen Sie unverzüglich die Polizei über den Polizeinotruf 133 (SMS: 0800 | 133 133) oder Euronotruf 112. Bedenken Sie, dass der Gefährder/die Gefährderin Ihren Anruf eventuell bemerken bzw. hören könnte, begeben Sie sich an einen sicheren Ort (z.B. versperrbarer Raum oder die Wohnung verlassen).

Die meisten Gewalttaten beginnen mit Konflikten, die das alltägliche Leben betreffen. Häufige Auslöser stellen Besitzansprüche, Eifersucht, Uneinigkeit und Erwartungen bezüglich der Hausarbeit und Ressourcen sowie das Kontroll- oder Machtbedürfnis des Partners oder der Partnerin dar. Warnzeichen für eine Gewalteskalation könnten zum Beispiel folgende sein: Isolation durch den Partner/die Partnerin (z.B. Telefonate oder die Nutzung des Internets unterbinden), Beschimpfungen, Abwertungen, Demonstrationen von Macht, Drohungen, Erzwingen trivialer Handlungen, sexuelles unter Druck setzen.


Mein Partner/meine Partnerin wird zunehmend wütender, aggressiver und beginnt, Gegenstände in der Wohnung zu zerschlagen.

Zögern Sie nicht, begeben Sie sich an einen sicheren Ort (z.B. versperrbarer Raum oder die Wohnung verlassen) und verständigen Sie den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112. Beim Anruf sollten Sie zuerst die Adresse oder den Aufenthaltsort mitteilen, dann kurz den Vorfall schildern und erst am Ende Ihre persönlichen Daten bekanntgeben. Die Polizei wird so rasch wie möglich zu Ihnen kommen und die erforderlichen Maßnahmen treffen.


Nach mehreren Ankündigungen wird mein Partner/meine Partnerin handgreiflich, wen kann ich verständigen?

Zögern Sie nicht, begeben Sie sich an einen sicheren Ort (z.B. versperrbarer Raum oder die Wohnung verlassen) und verständigen Sie den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112.


Kann mein Partner/meine Partnerin weggewiesen werden? Wenn ja, wie läuft das ab, was muss ich beachten?

Stellt die Polizei beim Einschreiten fest, dass bereits ein gefährlicher Angriff auf Leben, Gesundheit oder Freiheit stattgefunden hat, oder aufgrund bestimmter Tatsachen ein solcher stattfinden wird, so werden die einschreitenden Polizeibediensteten ein Betretungsverbot gegen die Person, von der Gefahr ausgeht, aussprechen. Mit dem Betretungsverbot ist das Annäherungsverbot an die Gefährdete/den Gefährdeten im Umkreis von 100 Metern verbunden. Das bedeutet, dass sich die Person, von der Gefahr ausgeht, der gefährdeten Person nicht näher als 100 Meter annähern darf. Von der Polizei wird auch das örtlich zuständige Gewaltschutzzentrum oder die Interventionsstelle verständigt. Sollten sich Kinder im gemeinsamen Haushalt befinden, wird auch die örtlich zuständige Kinder- und Jugendhilfe über die Amtshandlung in Kenntnis gesetzt.


Mein Partner/meine Partnerin hat von der Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen bekommen. Wie lange darf er oder sie nicht nachhause?

Das polizeiliche Betretungs- oder Annäherungsverbot gilt für die Dauer von 14 Tagen für die Wohnräumlichkeit, wo eine Person, von der Gefahr ausgeht, wohnhaft ist, und in einem Umkreis von 100 Metern. Das Annäherungsverbot bezieht sich auf die gefährdete oder die gefährdeten Personen und ebenfalls auf einen Umkreis von 100 Metern. Bei Nichteinhaltung des Betretungs- und Annäherungsverbots drohen Verwaltungsstrafen.


Wenn ein Betretungs- und Annäherungsverbot gegen meinen Partner/meine Partnerin ausgesprochen wurde und wir uns wieder versöhnt haben, darf er oder sie dann wieder zu mir in die Wohnung?

Nein. Ein ausgesprochenes Betretungs- und Annäherungsverbot dauert 14 Tage und kann weder durch die gefährdete Person noch von der Person, von der die Gefahr ausgeht, aufgehoben werden.


Wenn mein Partner/meine Partnerin trotz aufrechtem Betretungs- und Annäherungsverbot vor meiner Wohnungstüre steht, was mache ich dann?

Öffnen Sie unter keinen Umständen dem oder der Weggewiesenen die Wohnungstüre. Lassen Sie sich nicht überreden und vermeiden Sie sonstige Möglichkeiten des Wohnungseintritts (auch ein geöffnetes Fenster könnte eventuell zum Einstieg in die Wohnräumlichkeit benutzt werden). Verständigen Sie den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112. Geben Sie beim Notruf zuerst die Adresse bekannt, dann schildern Sie kurz den Vorfall und geben Ihre persönlichen Daten bekannt. Die Polizei wird so rasch wie möglich bei Ihnen sein und die erforderlichen Maßnahmen treffen.


Kann man ein Betretungs- und Annäherungsverbot verlängern lassen oder für einen längeren Zeitraum beantragen?

Das Betretungs- und Annäherungsverbot gilt für 14 Tage. Man kann aber innerhalb dieser Frist beim örtlich zuständigen Bezirksgericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung stellen. Durch diesen Umstand verlängert sich das Betretungs- und Annäherungsverbot für längstens weitere 14 Tage bzw. bis das örtlich zuständige Gericht eine Entscheidung über den Antrag trifft. Derzeit sind die Zugänge zu den Gerichtsgebäuden eingeschränkt, nehmen Sie daher vorab telefonisch Kontakt auf.


Wenn mein Partner/meine Partnerin ein Betretungs- und Annäherungsverbot von der Polizei ausgesprochen bekommen hat, darf er oder sie dann zum Besuch der gemeinsamen Kinder in meine Wohnung kommen?

Nein. Die Person, gegen die ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wurde, darf nur in Begleitung der Polizei zum Abholen von persönlichen Gegenständen in die Wohnräumlichkeit kommen.


Darf ich mich mit meinem Partner/meiner Partnerin außerhalb der Wohnräumlichkeit trotz eines aufrechten Betretungs- und Annäherungsverbotes treffen?

Nein. Das Betretungs- und Annäherungsverbot bezieht sich auf die Wohnung der gefährdeten Person und einem Umkreis von 100 Metern und auch auf die gefährdete Person selbst in einen Umkreis von 100 Metern.


Wenn von der Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen wird, wird dann auch eine Hilfsorganisation, die mich bei diversen Angelegenheiten unterstützen kann, verständigt?

Bei Ausspruch eines Betretungs- und Annäherungsverbots durch die Polizei wird automatisch das örtlich zuständige Gewaltschutzzentrum oder die Interventionsstelle verständigt. Sollten im gemeinsamen Haushalt Kinder wohnen, wird auch der zuständige Kinder- und Jugendhilfeträger von der Amtshandlung in Kenntnis gesetzt. Sie werden dann so rasch wie möglich vom örtlich zuständigen Gewaltschutzzentrum oder der Interventionsstelle bzw., wenn Kinder im gemeinsamen Haushalt wohnhaft sind, auch vom Kinder- und Jugendhilfeträger kontaktiert.


Ich befürchte trotz Betretungs- und Annäherungsverbots einen neuerlichen Angriff. Gibt es die Möglichkeit einer gesicherten Unterkunft?

Wenn Sie Befürchtungen haben, dass Sie weiter von Ihrem Partner/Ihrer Partnerin angegriffen werden, dann besteht die Möglichkeit, in einer Notunterkunft (z.B. Frauenhaus) Zuflucht zu nehmen. Die Polizei, das zuständige Gewaltschutzzentrum, die Interventionsstelle oder die Frauenhelpline (0800 222 555) bzw. Männerinfo (0720 70 44 00) werden Ihnen den Kontakt vermitteln. Der Person, von der die Gefahr ausgeht, darf unter keinen Umständen die Adresse der Notunterkunft bekanntgegeben werden.


Wenn mein Partner/meine Partnerin von der Polizei wegen häuslicher Gewalt festgenommen wurde, wird dann trotzdem ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen?

Eine vorläufige Festnahme durch die Polizei schließt den Ausspruch eines Betretungs- und Annäherungsverbotes durch die Polizei nicht aus.


Stimmt es, dass die Polizei ein ausgesprochenes Betretungs- und Annäherungsverbot nur einmal überprüft?

Die Polizei ist zur Kontrolle der Einhaltung des Betretungs- und Annäherungsverbotes zumindest einmal innerhalb der ersten drei Tage verpflichtet.


Welche Kosten entstehen für die gefährdete Person bei einem Betretungs- und Annäherungsverbot?

Für die gefährdete Person entstehen bei einem polizeilichen Ausspruch eines Betretungs- und Annäherungsverbot keine Kosten.


Die Polizei ist intensiv mit der Überwachung der Corona-Maßnahmen beschäftigt. Schreiten Sie derzeit bei häuslicher Gewalt überhaupt ein?

Die Polizei schreitet nach wie vor vollumfänglich bei häuslicher Gewalt sowie auch bei allen anderen Straftatbeständen ein.


Werden die Gerichte und die Staatsanwaltschaft überhaupt tätig?

Jede strafrechtliche Anzeige wird unbeschadet der Maßnahmen wegen des Corona-Virus‘ an die zuständige Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Die Staatsanwaltschaft entscheidet über die weiteren Maßnahmen. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft beeinflusst aber nicht den polizeilichen Ausspruch eines Betretungs- und Annäherungsverbotes.


Wenn es zu häuslicher Gewalt kommt, ich aber keine Anzeige machen möchte, kann ich mich dann vertrauensvoll an eine Hilfsorganisation wenden?

Sie können sich jederzeit direkt an ein Gewaltschutzzentrum , eine Interventionsstelle oder an eine Helpline (Frauenhelpline 0800 222 555, Männerinfo 0720 70 44 00, Kindernotruf 147) wenden. Bedenken Sie aber, dass durch das polizeiliche Einschreiten gegen die Person, von der Gefahr ausgeht, ein Verhaltensstopp gesetzt wird.


Welche Opferberatungseinrichtungen gibt es?

Gesetzlich anerkannte Opferschutzeinrichtungen finden sie unter www.gewaltschutzzentrum.at .

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Tipps für den besonderen Alltag

#sicherzuhause - Keine Zeit für Gewalt
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  • Bleiben Sie aktiv – strukturieren Sie Ihren Tag.
    • Stehen Sie zu festen Zeiten auf.
    • Führen Sie Essenszeiten ein.
    • Planen Sie auch Zeiten für Erholung und soziale Aktivitäten in der Familie ein.
    • Behalten Sie die üblichen Schlafenszeiten und zu-Bett-geh-Rituale bei (vor allem für Kinder).
    • Strukturieren Sie auch räumlich Ihren Wohnbereich, z.B. Homeoffice-Bereich, Lernbereich für die Kinder, Gemeinschaftsbereich für familiäre Aktivitäten.
  • Teilen Sie Hausarbeit auf alle Familienmitglieder auf.
  • Planen Sie Zeiten
    • für sich selbst: besinnen Sie sich auf Ihre Stärken und gönnen Sie sich eine Belohnung.
    • für Ihre Partnerin/Ihren Partner: wertschätzender Umgang.
    • für Ihre Kinder: nehmen Sie sich Zeit für Gespräche, erklären Sie altersgerecht die momentane Situation.
    • für Ihre Familie: planen Sie gemeinsam zukünftige Projekte wie Urlaube, Ausflüge oder schauen Sie sich gemeinsam Fotos an usw.
  • Reden Sie miteinander und nehmen Sie die Sorgen, Bedürfnisse und Ängste der Familienmitglieder sowie Ihre eigenen ernst. Sprechen Sie Konflikte frühzeitig an, um diese nicht eskalieren zu lassen.
  • Bleiben Sie in Kontakt. Nutzen Sie das Internet oder Telefon, um mit Ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben.
  • Nachbarschaftshilfe ist notwendiger denn je. Soziales Engagement kann Ihr Leben bereichern.
  • Sonne heitert das Gemüt auf. Nutzen Sie Garten, Terrasse oder Balkon.
  • Ein Spaziergang an der frischen Luft tut allen gut – dabei stets darauf achten, genügend Abstand zu anderen Personen zu halten.
  • Erledigen Sie unbedingt notwendige Einkäufe zu Fuß – immer mit Abstand.
  • Betreiben Sie Sport. Das fördert nicht nur die Gesundheit, sondern hilft, Stress und Aggressionen abzubauen. Sportliche Betätigung ist selbst in geringer Intensität auch zu Hause durchführbar und fördert nachweislich Ihr Wohlbefinden (Tipps  finden Sie auf dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreichs).

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Psychologische Hilfe

#sicherzuhause - Gewalt ist keine Privatsache
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  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie überfordert sind oder einen Rat brauchen, wenden Sie sich an Expertinnen und Experten. Schon ein Gespräch kann helfen.
  • Hier finden Sie Hilfe: Hotline der Kriseninterventionsteams, „Rat auf Draht“ 147, Telefonseelsorge 142 (0-24h), Helpline Österreichischer PsychologInnen 01/504 80 00, in einigen Bundesländern gibt es auch eigene Hotlines. Nähere Informationen und Empfehlungen unter https://www.gesundheit.gv.at .
  • Psychotherapie, klinisch psychologische sowie gesundheitspsychologische Beratung und Behandlung sowie andere Betreuungsangebote sind auch über Online-Video-Applikationen oder Apps wie Videotelefonie, Videokonferenz oder telefonisch möglich.
  • Versuchen Sie, das Positive in der neuen Situation bewusst zu suchen und sich vor Augen zu führen (z.B. anstehende Hausarbeiten endlich erledigen können; den Bedürfnissen der Familienmitgliedern wieder mehr Zeit widmen können, bewusst den kleinen Freuden im Alltag Aufmerksamkeit schenken, Hobbies aktivieren, etc.). Machen Sie sich bewusst, dass die Situation vorüber geht.
  • Beziehen Sie Ihre Informationen nur von offiziellen Seiten und lassen Sie sich nicht von übertriebenen Meldungen und Fake News vor allem im Social-Media-Bereich verunsichern. Beschränken Sie bewusst Ihren Medienkonsum auf gewisse Zeiträume. Immer wieder mit schlechten Nachrichten konfrontiert zu werden, kann belastend wirken.
  • Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum. Alkohol oder Drogen sind weder in Normal- noch in Ausnahmesituationen eine geeignete Bewältigungsstrategie. Versuchen Sie, durch Bewegung oder Ablenkung eine beruhigende Wirkung zu erzielen. Alkohol senkt emotionale Hemmschwellen und kann so auch Aggressionen fördern. Bedenken Sie, dass Sie in einer Notsituation ohne Beeinträchtigung durch Alkohol oder sonstige Drogen Ihre Handlungsfähigkeit leichter erhalten können.
  • Starke negative Emotionen können zu Gewalt führen. Beobachten Sie sich selbst, stoppen Sie sich selbst. Sagen Sie zum Beispiel zu sich selbst (laut oder in Gedanken) „STOPP!“ und atmen Sie mehrmals tief ein und aus, um sich kurzfristig etwas zu beruhigen, dann versuchen Sie möglichst die Situation zu verlassen und sich abzulenken (z.B. einen Spaziergang machen; den Raum wechseln; ein Glas kaltes Wasser trinken; das Gesicht mit kaltem Wasser waschen; Energie z.B. durch Sport ableiten; einen Freund oder Freundin anrufen etc.).

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Was tut die Polizei?

  • In Österreich ist jegliche Form von Gewalt verboten und unter Strafe gestellt.
  • Jedes strafrechtliche Delikt wird von der Polizei zur Anzeige gebracht.
  • Jede Strafrechtsanzeige wird der Staatsanwaltschaft übermittelt.
  • Manche straf- und/oder verwaltungsrechtliche Delikte führen zur sofortigen Festnahme durch die Polizei.
  • Sobald von der Polizei festgestellt wird, dass ein gefährlicher, gewalttätiger Angriff in der Privatsphäre zu erwarten ist, wird ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen.
    • Dies bedeutet, dass eine Person, für die das Betretungsverbot ausgesprochen wurde, einen bestimmten Ort, einschließlich eines Umkreises von 100 Metern, nicht betreten und
    • sich der gefährdeten Person in einem Umkreis von 100 Meter nicht nähern darf (Annäherungsverbot).

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Verhaltenstipps für Opfer

Gewalt in der Privatsphäre hat viele unterschiedliche Erscheinungsformen und kommt in allen Altersklassen sowie Bildungs- und Gesellschaftsschichten vor. Sie ist auch unabhängig von Nationalität, Religion oder Kultur.

Gerade wenn viele Menschen auf engem Raum über mehrere Tage zusammen sind, kann dies Aggressionen hervorrufen oder steigern. Die Polizei wird wie bisher jeder Verständigung von Gewalt in der Privatsphäre sofort nachgehen und die entsprechenden Maßnahmen zum Schutz der Opfer treffen. Sollten Sie Opfer von Gewalt in der Privatsphäre werden, beachten Sie folgendes:

  • Nehmen Sie Ihr Mobiltelefon.
  • Suchen Sie einen sicheren Ort auf (versperrbarer Raum oder die Wohnung verlassen).
  • Wählen Sie unverzüglich den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112:
    • Geben Sie zuerst Ihre genaue Adresse (Aufenthaltsort) an.
    • Machen Sie kurze Angaben über den Vorfall.
    • Gibt es verletzte Personen, wenn ja wie viele?
    • Geben Sie Ihre Daten an.
  • Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt – die Verantwortung für Gewalt liegt immer beim Täter oder der Täterin.

Die Polizei wird Ihnen so rasch wie möglich helfen!

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Zivilcourage

Schauen Sie nicht weg – zeigen Sie Zivilcourage! Melden Sie Hinweise auf Gewalttaten.

Viele Straftaten werden von Zeugen bzw. Zeuginnen wahrgenommen. Auch wenn Sie nicht sicher sind, was passiert ist, oder glauben, dass Sie nichts Wichtiges gesehen haben:
Jeder Hinweis, jede Beobachtung kann helfen und retten. Durch Ihre Informationen können Taten verhindert oder aufgeklärt werden.

Bedenken Sie, dass auch Sie einmal Opfer einer Straftat werden könnten und dankbar für Informationen von Zeugen wären.

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Wichtige Kontakte

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