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Über 60 Jahre Schulwegsicherung – neue Plattform schulwegsicherung.at gestartet
Die neue Plattform bietet für die freiwilligen Helferinnen und Helfer der Schulwegsicherung alle wichtigen Inhalte auf einen Blick.
Das Bundesministerium für Inneres, die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt und das Kuratorium für Verkehrssicherheit würdigten im Rahmen einer Pressekonferenz am 20. August 2025 die Arbeit der zahlreichen Freiwilligen im Dienst der Schulwegsicherung und präsentierten die neue Informationsplattform "schulwegsicherung.at". Auf dieser Plattform werden erstmals alle wichtigen Inhalte übersichtlich und zentral gebündelt. Dazu zählen praxisnahe Schulungsvideos, Handbücher sowie konkrete Informationen zu den unterschiedlichen Regelungen in den Bundesländern.
Seit mehr als sechs Jahrzehnten engagieren sich Schülerinnen- und Schüler- sowie Erwachsenenlotsinnen und -lotsen in ganz Österreich freiwillig und unentgeltlich, damit Kinder ihren täglichen Schulweg sicher bewältigen können. Im Jahr 2024 ereigneten sich österreichweit mehr als 400 Schulwegunfälle, was die große Bedeutung dieses Einsatzes deutlich macht.
Warnwesten und Signalstäbe zum Schutz der Kinder
Die Geschichte der Schulwegsicherung reicht bis in das Jahr 1964 zurück. Damals traten in Salzburg 14 sogenannte Nothelferinnen und -helfer ihren Dienst an und galten seither als die ersten Schülerlotsinnen und –lotsen Österreichs. Heute sind es nach Schätzungen rund 6.000 Menschen im ganzen Land, die durch ihren freiwilligen Einsatz einen unverzichtbaren Beitrag leisten. Mit ihren leuchtenden Warnwesten und den Signalstäben stehen sie für Rücksicht, Solidarität und Sicherheit im Straßenverkehr.
Bundespolizeidirektor Michael Takács betonte, dass die Lotsentätigkeit in Österreich auf eine erfolgreiche Geschichte von über 60 Jahren zurückblicke. "Was einst als kleiner Versuch begann, hat sich längst zu einem festen Bestandteil der Schulwegsicherung entwickelt und stellt eine wertvolle Unterstützung der Polizei dar, wenn es darum geht, die jüngsten Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer bestmöglich zu schützen."
Komplexere Verkehrssituationen vor Schulen
Die Herausforderungen auf dem täglichen Schulweg haben sich in den vergangenen Jahrzehnten gewandelt. Immer mehr Kinder sind durch Smartphones abgelenkt, viele Lenkerinnen und Lenker halten sich im Ortsgebiet nicht an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten und neue Mobilitätsformen wie E-Scooter oder das weit verbreitete "Elterntaxi" tragen zu einer komplexeren Verkehrssituation bei. Die Unfallstatistik aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 451 Kinder auf dem Schulweg verletzt wurden, davon 42 schwer. Besonders häufig kommt es zu Unfällen auf Zebrastreifen, obwohl diese Schutzwege sichere Überquerungen bieten sollten.
"Gerade deshalb ist die Arbeit von Schülerinnen- und Schüler- sowie Erwachsenenlotsinnen und -lotsen auch heute unverzichtbar. Sie sichern gefährliche Stellen, begleiten jüngere Kinder auf dem Weg zur Schule und geben Orientierung und Vertrauen. Die neue Plattform schulwegsicherung.at unterstützt sie bei dieser wichtigen Aufgabe, indem sie alle relevanten Informationen an einem Ort zugänglich macht und damit Sicherheit und Klarheit für alle Beteiligten schafft", sagte der Bundespolizeidirektor.