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Festsitzung des Schwarzen Kreuzes im Innenministerium: Gemeinsame Verantwortung für Erinnerung
Das Österreichische Schwarze Kreuz hielt am 10. Juni 2026 seine Festsitzung erstmals im Bundesministerium für Inneres (BMI) ab. Die Veranstaltung unterstrich die enge und langjährige Partnerschaft zwischen dem BMI und dem Österreichischen Schwarzen Kreuz bei der Kriegsgräberfürsorge.
Die Erhaltung und Pflege von Kriegs- und Opfergräbern in Österreich fällt in den Zuständigkeitsbereich des Innenministeriums. Dazu zählen die Gräber aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Gräber von Opfern des Holocaust und anderer Gewaltverbrechen der NS-Zeit. Die Kriegsgräberfürsorgegesetze ermöglichen es der Republik, die Pflege dieser Gräber gemeinsam mit Dritten wahrzunehmen.
"Seit mehr als 100 Jahren leistet das Österreichische Schwarze Kreuz Friedensarbeit im besten Sinn des Wortes. Mit der Pflege von Kriegs- und Opfergräbern bewahren die vielen Ehrenamtlichen Orte des stillen Gedenkens. Jedes Kriegsgrab erinnert uns daran, wohin Krieg, Hass, Antisemitismus und Rassismus führen können – und verpflichtet uns, Frieden, Freiheit und Zusammenhalt auch für kommende Generationen zu sichern", betonte Innenminister Gerhard Karner.
Stefan Karner betonte als Präsident des Österreichischen Schwarzen Kreuzes, dass gerade Kriegsgräber den Menschen aus allen Generationen deutlich machen, wie zerbrechlich der Friede ist. Daher gehören gerade Kriegsgräberstätten zu den wenigen Orten, an denen Geschichte und deren Konsequenzen sichtbar werden. Das ÖSK werde seine Jugend- und Informationsarbeit verstärken, den Kriegsopferbegriff auf die zivilen Opfer von Gewalt in Kriegen und totalitären Systemen ausweiten und international stärker mit den Nachbarstaaten kooperieren.
Das Österreichische Schwarze Kreuz pflegt ehrenamtlich Kriegsgräber im In- und Ausland. Das BMI unterstützt diese Arbeit im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung.
Erinnerung bewahren – Zukunft gestalten
Im Rahmen der Festsitzung stand die Bewahrung der Erinnerung aber auch die Weiterentwicklung der Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Neben einer Intensivierung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit bei der zeithistorischen Kontextualisierung von Kriegsgräberanlagen wird auch die operative Zusammenarbeit der Republik mit dem Österreichischen Schwarzen Kreuz bei der Pflege von Kriegsgräberanlagen auf neue vertragliche Beine gestellt. Damit soll diese langjährige Partnerschaft auch zukunftsfit gestalten werden.
"Die Erinnerung an die Schrecken von Krieg und Gewalt darf nicht verblassen. Deshalb ist es unsere gemeinsame Verantwortung, Gedenken lebendig zu halten. Die vertrauensvolle Partnerschaft zwischen dem Innenministerium und dem Österreichischen Schwarzen Kreuz schafft dafür eine starke Grundlage – heute und in Zukunft", sagte der Innenminister.