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Innenminister Karner im profil-Interview
Im Interview mit dem Wochenmagazin "Profil" (Ausgabe vom 20. Juni 2026) bekräftigte Innenminister Gerhard Karner den konsequenten Kurs des Innenministeriums in den Bereichen Migration und innere Sicherheit.
Innenminister Gerhard Karner hat im Interview mit dem Wochenmagazin "profil" die aktuellen Schwerpunkte der österreichischen Sicherheits- und Migrationspolitik erläutert. Dabei sprach er über konsequente Rückführungen, den Schutz der EU-Außengrenzen, die Bekämpfung von Jugendkriminalität sowie den Umgang mit Extremismus.
Konsequente Rückführungen und Integration
Karner betonte, dass Rückführungen von Personen ohne Aufenthaltsrecht konsequent umgesetzt werden. Vorrang hätten insbesondere straffällig gewordene Personen sowie Menschen, die sich unrechtmäßig in Österreich aufhalten. Im vergangenen Jahr seien rund 14.200 Rückführungen erfolgt – so viele wie noch nie zuvor. Nach dem Sturz des Assad-Regimes würden Asylverfahren syrischer Staatsangehöriger überprüft. Gleichzeitig verwies der Innenminister darauf, dass viele bereits seit mehreren Jahren in Österreich lebende Syrerinnen und Syrer gut integriert seien und einen wichtigen Beitrag für Gesellschaft und Arbeitsmarkt leisten.
EU-Asylpakt soll Migration besser steuern
Mit dem neuen EU-Asyl- und Migrationspakt erwartet Karner eine wirksamere Steuerung irregulärer Migration. Vorgesehen sind unter anderem schnellere Verfahren an den EU-Außengrenzen sowie neue Möglichkeiten für Rückführungen abgelehnter Asylwerberinnen und Asylwerber. Österreich arbeite darüber hinaus gemeinsam mit europäischen Partnern an Lösungen für Rückkehrzentren außerhalb der Europäischen Union.
Familiennachzug und Integration
Beim Familiennachzug sprach sich Karner für eine weiterhin restriktive Regelung aus. Eine niedrige Quote könne insbesondere Schulen entlasten und die Integration erleichtern.
Jugendkriminalität als Schwerpunkt
Als große Herausforderung bezeichnete der Innenminister die Entwicklung der Jugendkriminalität. Vor allem bei den 10- bis 14-jährigen Tatverdächtigen sei in den vergangenen Jahren ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen gewesen. Geplant seien unter anderem sicherheitspolizeiliche Fallkonferenzen für jugendliche Intensivtäter, verpflichtende Regelbelehrungen für Eltern mehrfach auffälliger Minderjähriger sowie gesetzliche Grundlagen für freiheitsbeschränkende Maßnahmen bei unter 14-Jährigen nach richterlicher Anordnung.
Konsequentes Vorgehen gegen Extremismus
Karner unterstrich, dass Österreich alle Formen des Extremismus entschlossen bekämpft. Dazu zählen islamistischer Extremismus ebenso wie Links- und Rechtsextremismus. Potenzielle Gefährder würden durch die Sicherheitsbehörden beobachtet.
Blick auf künftige Sicherheitsrisiken
Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine verwies der Innenminister auf mögliche sicherheitspolitische Folgen nach einem Kriegsende. Insbesondere der illegale Waffenhandel und der Missbrauch moderner Drohnentechnologie würden bereits jetzt in die Planungen des Innenministeriums einbezogen.