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Mehr Abschiebungen als Asylanträge im ersten Quartal 2026 – Trend des Vorjahres wird fortgesetzt

Innenminister Gerhard Karner: "Pro Tag müssen 40 illegal Aufhältige Österreich verlassen. Das bedeutet mehr Abschiebungen als neue Asylanträge im ersten Quartal."

Die Detailstatistik des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA) für das erste Quartal 2026 zeigt, dass das Bündel an Maßnahmen wirkt, die illegale Migration gegen Null zu drängen. Alleine von Jänner bis März 2026 mussten bisher 3.575 Personen Österreich verlassen. Dem gegenüber stehen 1.074 Asylerstanträge – also Anträge von Personen, die erstmals nach Österreich gekommen sind.

3.575 Außerlandesbringungen – mehr als die Hälfte zwangsweise

Von Jänner bis März 2026 mussten insgesamt 3.575 Personen Österreich verlassen, 1.882 (53 Prozent) davon zwangsweise. Fast 46 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Bis Ende März wurden außerdem 224 sogenannte Dublin-Überstellungen durchgeführt, bei denen 31 afghanische Staatsangehörige, 26 algerische Staatsangehörige und 20 Personen der Russischen Föderation Österreich verlassen mussten. Bei Dublin-Überstellungen werden Personen aus Österreich in ein anderes europäisches Land abgeschoben, in dem die Betroffenen erstmals einen Asylantrag gestellt haben und das daher für diese Personen auch zuständig ist.

Eigenständige Ausreise ist effizient und kostengünstig

Auch der eigenständigen Ausreise kommt eine wichtige Rolle zu, da sie im Vergleich zu zwangsweisen Außerlandesbringungen die wesentlich kostengünstigere Variante und deshalb zu bevorzugen ist, wenn die Möglichkeit dazu besteht. Von den 3.575 Außerlandesbringungen waren 1.693 (47 Prozent) eigenständig – also Personen ohne Bleiberecht in Österreich, die der Aufforderung, Österreich zu verlassen, eigenständig nachgekommen sind, bevor es zu einer zwangsweisen Abschiebung kam.

Stopp des Familiennachzugs entlastet Systeme nachhaltig

Der Familiennachzug ist noch bis Mitte des Jahres 2026 ausgesetzt, um die Systeme, insbesondere das Bildungs-, das Gesundheits- und das Sozialsystem, aber auch den gesamten Integrationsbereich weiter zu entlasten. Anträge können zwar gestellt werden, sind aber ausgesetzt und werden – außer in vereinzelten sozialen Härtefällen – nicht bearbeitet. In weiterer Folge wird der Familiennachzug – wie im Regierungsprogramm vereinbart – einer Quotierung unterliegen, wobei die erste Quote auch sehr niedrig sein kann. Alleine die Zahlen bestätigen ganz eindeutig die Wirkung: Gab es im ersten Quartal 2025 noch 401 Einreisen nach Österreich am Weg des Familiennachzugs, waren es im ersten Quartal 2026 nur 25.

Rückkehr nach Syrien hat hohe Priorität

Unmittelbar nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 wurde ein geordnetes Rückführungs- und Abschiebeprogramm eingeleitet. Dieses wird nun Stück für Stück konsequent abgearbeitet. Österreich unterstützt Syrerinnen und Syrer bei ihrer Rückkehr in die Heimat. Bisher haben 1.117 Syrerinnen und Syrer diese Unterstützung angenommen und Österreich eigenständig verlassen. Im Vergleich dazu verließen in den Jahren 2023 und 2024, also vor Fall des Assad-Regimes, nur knapp 200 syrische Staatsangehörige Österreich.

Österreich war auch das erste Land in der Europäischen Union seit über 15 Jahren, das direkt nach Syrien abgeschoben hat. Im ersten Quartal 2026 mussten 279 syrische Staatsangehörige Österreich verlassen – damit liegt Syrien bei den Gesamtausreisen nach Staatsangehörigkeit an vierter Stelle hinter der Türkei, Ungarn und der Slowakei.

Symbolbild: Mehr Abschiebungen als Asylanträge im ersten Quartal 2026 – Trend des Vorjahres wird fortgesetzt.
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 30232 vom Sonntag, 26. April 2026, 11:28 Uhr
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