Gedenkstätten für Exekutivbedienstete (36)
Gipfelkreuze als Gedenkstätten
Auf Berggipfeln in Kärnten, Niederösterreich und Tirol wurden Gipfelkreuze angebracht, mit denen an Gendarmen und Polizisten erinnert wird, die im Dienst tödlich verunglückten.
2005 aufgestelltes Gipfelkreuz mit Gedenktafel auf dem Kleinen Hafner
© Alpinpolizei
Auf dem Gipfel des Kleinen Hafners im hinteren Pöllatal im Maltatal an der Grenze Kärntens zu Salzburg errichteten Exekutivbedienstete auf 3.018 Metern Seehöhe ein ca. drei Meter hohes Gedenk- und Gipfelkreuz aus verzinktem Eisen mit einer Schutzauflage aus poliertem Aluminium. Der Gipfelbuchbehälter ist aus verzinktem Metall. Vor dem Kreuz befindet sich auf dem Felsen eine Metallplatte mit einer stilisierten Abbildung der „Flammenden Granate“, des Korpsabzeichens der Bundesgendarmerie. Die Aufschrift lautet: „Im Gedenken / an alle im Dienst zu Tode gekommenen / Kameraden der Exekutive! / Österreichische / Bundesgendarmerie / 1849 bis 2005 / Errichtet von den Kameraden der Polizeiinspektion Rennweg am Katschberg / am 17. September 2005.“ Darunter sind die Namen der an der Errichtung beteiligten Polizeibeamten verzeichnet: „AbtInsp. Ramsbacher Johann, BezInsp. Korb Martin, BezInsp. Schoass Fritz, GrInsp. Fresser Peter / GrInsp. Kari Helmut, GrInsp. Pichler Hermann, RevInsp. Huber Sylvia“.
Das Gipfelkreuz wurde anlässlich der Polizeireform 2005 mit der Zusammenführung der Gendarmerie, der Sicherheitswache, der Kriminalbeamtenkorps und einem Teil der ehemaligen Zollwache zur neuen Bundespolizei errichtet. Initiiert wurde das Projekt von Johann Ramsbacher, Kommandant der Polizeiinspektion (PI) Rennweg am Katschberg, und Mitarbeitern der PI. Bei der Finanzierung des Vorhabens wurden sie unterstützt von der FCG-KdEÖ Kärnten, der Gesellschaft der Gendarmerie- und Polizeifreunde Kärntens, Polizei-aktiv, der ÖBV und Dipl.-Ing. Lindner Manuel, Spittal/Drau. Der Transport des Kreuzes auf den Gipfel erfolgte Wochen zuvor im Rahmen einer alpinen Einsatzübung mit einem Hubschrauber der Bundespolizei. Polizisten trugen das Verankerungsmaterial und das Werkzeug für das Aufstellen des Kreuzes auf den Gipfel. Das Kreuz wurde 2005 im Rahmen einer Bergmesse am 17. September 2005 feierlich eingeweiht. Es ist die höchst gelegene Gedenkstätte für Exekutivbedienstete.
Gedenken an Thomas Hausleitner.
Gedenktafel vor dem Gipfelkreuz auf dem Kleinen Hafner
© Privat
Auf dem Gipfel des Sengenebenbergs in St. Veit an der Gölsen in Niederösterreich befindet sich auf 1.104 Metern Seehöhe ein NIROSTA-Gipfelkreuz mit einer Gedenktafel mit folgender Schrift: „Zum Gedenken an / Thomas Hausleitner / Gewidmet von / Birgitta / Corinna / Johanna / Viktoria“
Hauptmann Thomas Hausleitner war Offizier an der Gendarmeriezentralschule (GZSch) Mödling und ab 1984 Obmann des Blasorchesters der Marktgemeinde St. Veit an der Gölsen. Er verunglückte am 23. Juli 2001 bei einem Verkehrsunfall tödlich. Er hinterließ seine Frau und drei kleine Kinder. Hausleitner trat 1984 in die Bundesgendarmerie ein, absolvierte 1991/92 den Grundausbildungslehrgang für dienstführende Beamte und 1995/96 den Offizierskurs. Danach war er in der Gendarmeriezentralschule (GZSch) in Mödling, Niederösterreich tätig.
Thomas Hausleitner hatte den Wunsch geäußert, in seiner Heimatgemeinde St. Veit an der Gölsen ein Gipfelkreuz zu errichten. Seine Witwe Birgitta Hausleitner sowie Freunde und Kollegenn ließen für den Verunglückten am 28. September 2002, ein Jahr nach seinem Tod, ein Kreuz auf dem Gipfel des Sengenebenberges aufstellen. Die Inschrift auf der Metallgedenktafel lautet: „Zum Gedenken an / Thomas Hausleitner / Gewidmet von / Birgitta / Corinna / Johanna / Viktoria“.
Geplant wurde das Gipfelkreuz von Martin Schagerl, angefertigt von Martin Kurka. Metagro-Geschäftsleiter Ing. Wolfgang Schindlecker stellte das Material für das Gipfelkreuz gratis zur Verfügung.
Gipfelkreuz für verunglückte Alpingendarmen.
Gipfelkreuz auf dem Sengenebenberg im Gedenken an Thomas Hausleitner
© marterl.at
Mitglieder der alpinen Einsatzgruppe der Gendarmerie des Bezirks Kitzbühel stifteten im Gedenken an ihre in den Bergen verunglückten Kollegen auf dem Mitterkaiser-Nordgipfel im Kaisergebirge in St. Johann in Tirol auf 1.913 m Seehöhe ein Gipfelkreuz. Die Einweihung erfolgte im Rahmen einer Bergmesse am 6. Juli 1979.
Werner Sabitzer
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2026
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