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Shoa-Namensmauern-Gedenkstätte

Shoah-Gedenkstätte vor dem Nationalbank-Gebäude in Wien: Erinnerung an die jüdischen Todesopfer der NS-Diktatur.
Shoah-Gedenkstätte vor dem Nationalbank-Gebäude in Wien: Erinnerung an die jüdischen Todesopfer der NS-Diktatur.
© Patrick Sabitzer

Namensmauern für Shoah-Opfer

Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte im Ostarrichi-Park: Granittafeln erinnern an die über 64.000 während des nationalsozialistischen Terrorregimes getöteten österreichischen Jüdinnen und Juden.

Die Gedenkstätte gibt den jüdischen Kindern, Frauen und Männern, die in Österreich gelebt haben und in der Shoah ermordet wurden, ihre Identität zurück. Ihre in Stein gemeißelten Namen sorgen dafür, dass sie niemals vergessen werden“, sagte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka bei der Eröffnung der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte am 9. November 2021 im Ostarrichi-Park in Wien-Alsergrund. „Allen, denen man den Namen entzogen hat, indem man ihnen eine Nummer gab, finden eine Identität, einen Grabstein und eine Ewigkeit“, betonte Sobotka. Am 9. November jährten sich zum 83. Mal die Novemberpogrome der Nationalsozialisten von 1938.
Die Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte besteht aus 160 Granittafeln, in denen die Namen von 64.440 während des nationalsozialistischen Terrorregimes ermordeten Jüdinnen und Juden eingemeißelt sind. Die Namen beruhen auf der Opferdatenbank des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW).
Initiator des Mahnmals ist der Holocaust-Überlebende Kurt Yakov Tutter. 1930 in Wien geboren, flüchtete er 1939 mit seiner Familie nach Belgien. Seine Eltern, deren Spiel- und Schulwarengeschäft von den Nationalsozialisten „arisiert“ worden war, wurden 1942 in das nationalsozialistische Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Eine belgische Familie in Gent versteckte Kurt und seine Schwester Rita und rettete ihnen so das Leben. 1948 wanderte Kurt Tutter nach Kanada aus, er wohnt in Toronto.
Geplant und gestaltet wurde die Gedenkstätte von der Wehofer Architekten ZT GmbH. Mit der Bauabwicklung wurde die Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. beauftragt. Der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus verwaltete die Finanzen einschließlich der öffentlichen Subventionen, der Spenden und der Ausgaben.

Das Erinnerungsprojekt

Das Erinnerungsprojekt wurde von der Bundesregierung mit den Bundesländern, der Stadt Wien und der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) unter Schirmherrschaft des Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka umgesetzt. Die Finanzierung in der Höhe von 5,29 Millionen Euro erfolgte großteils durch die Bundesregierung, 600.000 Euro kamen von den Bundesländern und 230.000 Euro von der Industriellenvereinigung. Die Stadt Wien und der Nationalfonds übernahmen die Verantwortung für den Erhalt und laufenden Betrieb der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte. Der Spatenstich erfolgte im Juni 2020.

„Gedächtnismord verhindern“.

Die Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte sei „ein Ort, der den Nachfahren die Möglichkeit gibt, ihrer Angehörigen zu gedenken. Und sie soll ein Ort sein, der den Besucherinnen und Besuchern das Ausmaß des Menschenhasses der Nationalsozialisten vermitteln soll“, sagte Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler bei der Eröffnungszeremonie. „Wir sollten uns und kommenden Generationen immer wieder bewusst machen, zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist. Gerade deshalb gilt es, dafür einzutreten, dass das gemeinsame Europa für immer ein Ort des Friedens und der Freiheit bleibt“, betonte Edtstadler.
„Die steinernen Stelen machen jedes einzelne Opfer sichtbar, jeden einzelnen Namen fühlbar, die 64.440 geraubten Leben begreifbar. Die bloßen Zahlen werden immer unfassbar sein. Die Namen jedoch erreichen die Herzen. Es ist eine beeindruckende Mahnung, solche Verbrechen nie wieder zuzulassen“, sagte Nationalfonds-Generalsekretärin Hannah Lessing.

W. S.


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 1-2/2022

 Druckversion des Artikels (pdf, 387 kB) 

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