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BMI erinnert in Lackenbach an im Nationalsozialismus ermordete Roma und Romnja, Sinti und Sintizze
Bereits zum zweiten Mal lud das Bundesministerium für Inneres (BMI) anlässlich des bevorstehenden nationalen Gedenktags an die während des Nationalsozialismus ermordeten Roma und Romnja, Sinti und Sintizze am 31. Juli 2026 zu einer Gedenkveranstaltung am Friedhof der Roma und Sinti in Lackenbach ein.
Nach der Eröffnung des Gedenkakts durch Stephan Mlczoch, Abteilungsleiter der für Kriegs- und Opfergräber zuständigen Abteilung für Historische Angelegenheit des BMI, sprachen Landtagsabgeordneter Jürgen Karall in Vertretung von Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil und der Bürgermeister Christian Weninger seitens der Markgemeinde Lackenbach einige Begrüßungsworte.
Hinweistafel auf Friedhof enthüllt
Das Innenministerium ist für Erhalt und Pflege dieser Gräber aus der NS-Zeit zuständig. Unmittelbar vor der Veranstaltung wurde eine von der Gemeinde Lackenbach errichtete Hinweistafel am Friedhof enthüllt. Die Beteiligten setzten damit ein Zeichen für mehr Sichtbarkeit der lange wenig wahrgenommenen Opfergruppe der Roma und Sinti. Der Historiker und ehemalige wissenschaftliche Leiter des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), Gerhard Baumgartner, schilderte die Geschichte des Lagers, und Viviane Taubmann, in dritter Generation für den Verein Friedhof der Sinti Lackenbach tätig, hob die Bedeutung des Friedhofs als Ort des Erinnerns für ihre Angehörigen hervor.
Anschließend sprach Manuela Horvath, Referatsleiterin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt, ein Gebet für die Verstorbenen. Nach der Kranzniederlegung erhielten alle Anwesenden die Möglichkeit, durch das Niederlegen von Sonnenblumen ein persönliches Zeichen der Erinnerung zu setzen.
Unter den rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern befanden sich neben Bundesminister a.D. Nikolaus Berlakovich, Judith Pfeffer, Vorständin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem burgenländischen Landespolizeidirektor-Stellvertreter Mag. Christian Wukitsch auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Burgenlandroma wie Emmerich Gärtner-Horvath, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma im Bundeskanzleramt. Musikalisch wurde der Gedenkakt von der Polizeimusik Burgenland begleitet.
BMI hält Opfergräber immerwährend würdig
In Lackenbach befand sich von 1940 bis 1945 eines der größten sogenannten "Anhaltelager" für Roma, Romnja, Sinti und Sintizze des NS-Regimes und das größte in Österreich. Männer, Frauen und Kinder mussten dort zunächst Zwangsarbeit leisten, bevor sie zu Tausenden in das Ghetto von Lodz/Litzmannstadt und vor allem in die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Ravensbrück deportiert und dort ermordet wurden. Die im Lager Lackenbach ermordeten Menschen wurden zum größten Teil am unteren Teil des dortigen jüdischen Friedhofs begraben. Das BMI erhält im Sinne der Verpflichtung der Republik Österreich, Kriegs- und Opfergräber dauernd zu bewahren, auch die dortigen Opfergräber immerwährend würdig und vollzieht diese Aufgabe im Rahmen der mittelbaren Bundesverwaltung gemeinsam mit dem Land Burgenland.