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Generaldirektor Franz Ruf trifft nordmazedonischen Polizeichef
Der österreichische Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, traf am 12. und 13. Oktober 2026 in Nordmazedonien mit dem Generaldirektor der Polizei der Republik Nordmazedonien, Aleksander Janev, zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens standen die Bekämpfung der organisierten Kriminalität, des Extremismus und des Terrorismus sowie der Ausbau des sicherheitsrelevanten Datenaustauschs zwischen beiden Staaten.
Ein besonderer Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Umsetzung des "PCC-Prüm"-Übereinkommens, das seit 19. Oktober 2025 in Österreich gilt und den automatisierten Austausch von DNA-, Fingerabdruck- und Fahrzeugregisterdaten mit Westbalkanstaaten ermöglicht. Ziel ist, grenzüberschreitende Straftaten künftig noch rascher und effizienter aufzuklären. Die Expertinnen und Experten des österreichischen Innenministeriums standen den Partnerinnen und Partnern bei der Umsetzung bislang unterstützend zur Seite und brachten dabei ihre praktischen Erfahrungen ein.
Polizeichef Janev teilte mit, dass in der vergangenen Woche das zuständige Unternehmen mit der technischen Umsetzung und der Anbindung an die Datenbank beauftragt worden sei. Damit könnte Nordmazedonien der erste Westbalkanstaat werden, der den Echtbetrieb mit Österreich und anderen EU-Staaten aufnimmt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Bekämpfung der illegalen Migration. Schleppernetzwerke stellen ein wesentliches Element der organisierten Kriminalität dar. Unkontrollierte Migrationsbewegungen bergen zudem das Risiko, dass Gefährder oder sogenannte Foreign Terrorist Fighters unerkannt nach Europa einreisen oder Europa verlassen. Beide Staaten beobachten zugleich eine Zunahme neuartiger radikaler Tendenzen und sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, dass Tatverdächtige zunehmend jünger werden.
Die beiden Generaldirektoren waren sich einig, dass eine abgestimmte und operative Zusammenarbeit entscheidend ist, um illegale Migration, organisierte Kriminalität und Terrorismus nachhaltig zu bekämpfen. Ruf unterstrich dabei die Bedeutung der vertrauensvollen Partnerschaft zwischen beiden Ländern: "Nur wenn wir Informationen bündeln und gemeinsam handeln, können wir unsere Ermittlungsverfahren effizient führen. Insellösungen bringen uns keinen Erfolg."
Im Rahmen des Besuchs fand zudem ein Treffen mit dem nordmazedonischen Innenminister Panche Toshkovski statt. Dieser bedankte sich bei Ruf für die bisherige Unterstützung Österreichs und informierte über die geplante Intensivierung der Grenzkontrollen sowie über die Bemühungen, wirksamere Systeme zu etablieren und die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern weiter auszubauen.