Bundeskriminalamt

Expertenseminar zu "Open Source Intelligence – Challenges and Opportunities" in Wien

Die Abteilung Kriminalanalyse des Bundeskriminalamtes veranstaltete am 26. und 27. November 2018 im Rahmen der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ein Expertenseminar zur Thematik "Open Source Intelligence" (OSINT) in Wien.

Im November 2017 erfolgte im Bundeskriminalamt der Startschuss für das neue Referat "Open Source Intelligence (OSINT) und Kriminalitätstrends". Aufgabengebiete des neuen Referates sind neben strategischen Themen vor allem operative Komponenten. Künftig sollen Ermittlungen unabhängig vom Deliktsbereich fachkundig und zielorientiert unterstützt werden – sei es zur Täteridentifizierung, zur Analyse von Zusammenhängen, die aus frei zugänglichen Informationen generiert wurden, oder zur Ergänzung von bereits vorhandenen Ermittlungsgrundlagen. Ziel ist es, diese Methode in die kriminalpolizeiliche Breite zu bringen und besonders geeignete Exekutivbeamte zu OSINT-Spezialisten auszubilden.

"Crime Analysis Expert"-Seminar als Meilenstein

Gerade im Bereich der professionellen Internetrecherche ist die Expertise internationaler Experten sehr gefragt. Den Organisatoren des Expertenseminars ist es gelungen, renommierte Forscher des "Center of Excellence in Terrorism, Resilience, Intelligence and Organised Crime Research" (CENTRIC) nach Wien zu holen, um deren Expertise künftig in die eigene Arbeit einfließen lassen zu können. Prof. Babak Akhgar, Direktor des CENTRIC, betonte die Wichtigkeit von aktuellen und geeigneten Analysemethoden im Kampf gegen organisierte Kriminalität und Terrorismus.

Kriminalhauptkommissarin Sabrina Albus vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden zeigte anhand von praktischen Fallbeispielen, welchen Mehrwert die professionelle Anwendung von OSINT-Methoden für Ermittlungen hat und sprach von einer großen Nachfrage auf diesem Gebiet. Zwei Kollegen der niederländischen nationalen Polizei, die im sogenannten "Team Open Bronnen" Dienst versehen, gaben Einblick in die strukturelle Einbettung von OSINT im holländischen Polizeiapparat und betonten die Wichtigkeit von spezifischer und zielorientierter Ausbildung in diesem Bereich.

Neben dem Direktor des Bundeskriminalamtes, General Franz Lang, nahmen die Leiter der Landeskriminalämter von Wien, Oberösterreich und Tirol sowie der Direktor der Sicherheitsakademie, Norbert Leitner, an dem Seminar teil, ebenso Vertreterinnen und Vertreter des Finanz- sowie des Verteidigungsministeriums.
Ein wichtiges Anliegen des Seminars war es auch, die Leiterinnen und Leiter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Assistenzbereiches Kriminalanalyse in den Landeskriminalämtern einzubinden. Auch einige interessierte Kolleginnen und Kollegen aus den operativen Abteilungen des Bundeskriminalamtes nutzten die Gelegenheit, um wertvolle Tipps für die eigene Arbeit mitnehmen zu können.

Resümee und Ausblick

Der Leiter des neu eingerichteten Referats "Open Source Intelligence und Kriminalitätstrends", Heimo Flechl, gab abschließend einen Überblick zum derzeitigen Stand in Österreich und skizzierte die geplanten Initiativen für das kommende Jahr 2019. "Neben einer umfangreichen Schulungsoffensive sollen auch die technisch infrastrukturellen Grundlagen geschaffen werden, um flächendeckendes professionelles Arbeiten zu ermöglichen", sagte Flechl.

Expertinnen und Experten des Seminars zu "Open Source Intelligence – Challenges and Opportunities" in Wien.
Foto: ©  BMI/Alexander Tuma

Artikel Nr: 16478 vom Freitag, 30. November 2018, 08:00 Uhr
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