Bundeskriminalamt

Bundeskriminalamt bei Wiener Konferenz gegen Menschenhandel

Die Veranstaltung mit dem Titel "No Future for Trafficking" zur Vernetzung von Fachleuten zur Bekämpfung von Menschenhandel fand am 13. Oktober 2022 in der Diplomatischen Akademie in Wien statt. Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt sprach über die Situation geflüchteter Frauen und Kinder aus der Ukraine.

Anlässlich des EU-Tages gegen Menschenhandel fand am Donnerstag, den 13. Oktober 2022, die Wiener Konferenz gegen Menschenhandel in der Diplomatischen Akademie in Wien statt. Die Task Force Menschenhandel organisiert die Konferenz seit 2007 in enger Zusammenarbeit mit Opferschutzeinrichtungen, zwischenstaatlichen und internationalen Organisationen, Nichtregierungsorganisationen sowie Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft. Expertinnen und Experten – vor Ort und via Online-Teilnahme – erarbeiteten in Workshops Strategien gegen Menschenhandel. Vor Ort mit dabei Experte Christian Wehrschütz.

Experte vom Bundeskriminalamt bei Konferenz

"Gerade bei den vielen Herausforderungen der heutigen Zeit ist es wichtig, alles zu unternehmen, um die Ausbeutung von Menschen zu verhindern", sagte der Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung von Schlepperei und Menschenhandel im Bundeskriminalamt (BK), Brigadier Gerald Tatzgern. Er sprach die dramatische Situation in der Ukraine an, wonach bereits mehr als 13.000 Kinder das Land verlassen und mehr als 4.000 Kinder unbegleitet geflohen seien sollen. Dadurch bestünde eine große Gefahr für Kinderhandel. Aber auch Frauen könnten Opfer von Schleppern und Menschenhandel werden: "Je länger Frauen aus der Ukraine bei uns bzw. anderen Fluchtländern sind, desto höher ist erfahrungsgemäß die Gefahr einer Ausbeutung. Nicht alle meinen es gut mit ihnen", ergänzte Tatzgern.

Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel

Brigadier Tatzgern berichtete von einer Reihe von Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel. Vonseiten des Bundeskriminalamts wurden Schulungen ukrainisch- und russischsprachiger Frauen bei der Bundesagentur für Betreuung und Unterstützung durchgeführt. Durch diese Maßnahme wurden die Frauen für Indikatoren von Menschenhandel sensibilisiert, damit sie diese bei Verdachtsfällen an die Polizei weitergeben können.

Er hob die gute Vernetzung der Polizeibehörden innerhalb der Europäischen Union (EU) hervor. So wurde im April die Task Force Ukraine mit Nachbarstaaten der Ukraine und der Ukraine gegründet, um die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den Staaten zur Bekämpfung von Menschenhandel zu fördern. Auch das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und Europol beteiligen sich an der Task Force. Aufgrund dieser Zusammenarbeit berichtete Tatzgern, es würden zwar viele Fälle von Menschenhandel untersucht, die geflüchtete Menschen aus der Ukraine betreffen, aber es konnte noch kein Fall bestätigt werden.

Zuletzt sprach der Leiter der Zentralstelle im BK über die Vernetzung des Bundeskriminalamts mit Organisationen, die mit Frauen und Kindern aus der Ukraine in Österreich arbeiten. Dadurch wurde mit regelmäßigen Treffen im Bundeskriminalamt die Möglichkeit für informellen Austausch der Organisationen geschaffen. Auch dieser Erfahrungsaustausch sei eine wichtige Komponente im Kampf gegen Menschenhandel, sagte Tatzgern.

Die Task Force Menschenhandel

Die Task Force Menschenhandel wurde 2004 gegründet und organisiert die Konferenz seit 2007. Seit vielen Jahren wird die Konferenz in Zusammenarbeit mit dem Wiener Institut für Internationalen Dialog und Zusammenarbeit (VIDC) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM), der OSZE und dem Fürstentum Liechtenstein organisiert.

Die Expertinnen und Experten der Konferenz zum Kampf gegen Menschenhandel, mit Brigadier Tatzgern (3.v.r.) und Christian Wehrschütz (2.v.l.)
Foto: ©  BMI

Artikel Nr: 20076 vom Sonntag, 16. Oktober 2022, 14:48 Uhr
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