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Asyl- und Fremdenwesen

Mehr Abschiebungen als Asylanträge im Jänner

Innenminister Gerhard Karner: "Maßnahmen wirken. Um Bevölkerung noch stärker zu entlasten, muss harte und konsequente Asylpolitik fortgesetzt werden."

Die aktuelle Asylstatistik weist für den Monat Jänner 945 Asylanträge aus. Dem stehen 1.083 Abschiebungen im selben Zeitraum gegenüber. Das sind die niedrigsten Asylantragszahlen seit fast sechs Jahren.

945 Asylanträge in Österreich sind im Vergleich zu Jänner 2025 ein Rückgang von rund 51 Prozent – vor einem Jahr waren es im Jänner noch 1.918 Anträge. Von den 945 Asylanträgen sind nur 44,5 Prozent – insgesamt 421 – Erstanträge, also von Menschen, die erstmals nach Österreich gekommen sind. Im Jänner 2025 waren es noch 635 Erstanträge – das bedeutet auch für die Erstanträge einen Rückgang um fast 34 Prozent zum Vorjahr. Alle anderen Anträge betreffen beispielsweise nachgeborene Kinder.

Im Jänner stammten die meisten Anträge von Syrern (264), der Großteil davon betrifft allerdings in Österreich geborene Kinder.

Familiennachzug gestoppt

Auch der vorübergehende Stopp des Familiennachzuges zeigt Wirkung und entlastet Österreichs Gesundheits-, Bildungs-, Integrations- und Sozialsystem. Erfolgten am Wege des Familiennachzug im Jänner 2024 noch mehr als 830 Einreisen, gab es im Jänner 2026 lediglich eine Einreise. Um diese Entwicklung nachhaltig abzusichern, wurde der Familiennachzug per Verordnung mit Anfang Jänner für weitere sechs Monate ausgesetzt.

Grenzschutz weiterentwickelt – Schleppermafia meidet Österreich

Die stark rückläufige Zahl der Aufgriffe in den vergangenen beiden Jahren zeigt klar: Die Schlepperrouten konnten auch im Osten Österreichs zerschlagen werden, vor allem entlang der sogenannten Balkan-Küstenroute. Maßnahmen wie die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet sind Teil eines Maßnahmenbündels.

Der massive Rückgang zeigt sich auch im heurigen Jahr. Wurden im Zeitraum von Jänner bis Mitte Februar 2023 noch rund 3.000 Aufgriffe illegaler Fremder im Burgenland verzeichnet, waren es im Vergleichszeitraum 2026 nur 65 Personen. Nur sieben der in diesem Jahr aufgegriffenen Personen stellten einen Asylantrag, die anderen mussten Österreich verlassen.

Die Grenzkontrollen zu Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei wurden Mitte Dezember 2025 um vorerst weitere sechs Monate verlängert – genauso wie der Assistenzeinsatz des Bundesheeres zum Schutz der österreichischen Grenzen. Gleichzeitig wurde das polizeiliche Grenzschutz-Konzept weiterentwickelt. Der Kontrollgürtel an der Grenze wurde verbreitert und ein Zusammenspiel zwischen stationären Kontrollen an der Grenze sowie mobilen Maßnahmen im Grenzraum etabliert.

Großteil der 1.083 Abschiebungen zwangsweise

Im Jänner mussten 1.083 Personen Österreich verlassen, 602 (56 Prozent) davon zwangsweise und 481 (44 Prozent) eigenständig. Rund 41,5 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt. Auch der eigenständigen Ausreise kommt eine wichtige Rolle zu, da sie im Vergleich zu zwangsweisen Außerlandesbringungen die wesentlich kostengünstigere Variante darstellt und daher zu bevorzugen ist, wenn die Möglichkeit besteht. Im Jänner wurden außerdem 89 Dublin-Überstellungen durchgeführt, bei denen 17 Algerier, neun Afghanen und sechs Marokkaner Österreich verlassen mussten.

Mehr als zwei Drittel erhielten kein Asyl – Eilverfahren werden fortgeführt

Bis Ende Jänner wurden 1.949 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt. 125 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 653 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.

Keine Chance auf Asyl hatten im Jänner Antragstellerinnen und Antragsteller aus Georgien, Indien und Tunesien – für alle drei Länder wurden 100 Prozent der Anträge negativ beschieden. Für Länder mit geringer Bleibewahrscheinlichkeit setzt das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl weiter auf Schnell- und Eilverfahren. Bis Ende Jänner wurden 46 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen bzw. 72 Stunden in der ersten Instanz getroffen.

Rückgang der Asylanträge in meisten Staaten Europas

In Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gab es im Jänner 2026 (bis zur KW05) mit 66.034 Asylanträgen um rund 17 Prozent (13.641) weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2025 (79.675). Gestiegen sind die Anträge in Ungarn (+167 Prozent – jedoch nur 16 Asylanträge), Litauen (+26 Prozent) und Niederlande (+24 Prozent). Gesunken sind die Anträge in den meisten anderen Staaten, hervorzuheben sind Polen (-66 Prozent), Slowenien (-45 Prozent), Deutschland (-32 Prozent), Griechenland (-11 Prozent) und Frankreich (-10 Prozent).

Einsparungen durch geringe Zahlen in der Grundversorgung

Aktuell befinden sich 51.935 Menschen in der Grundversorgung, davon 1.239 Menschen in der Bundesbetreuung. Der Großteil – nämlich mehr als 29.700 – sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Die Rückgänge ermöglichen auch Einsparungen, beispielsweise konnte die Zahl der Bundesquartiere in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht gesenkt werden.

Im heurigen Jänner wurden 945 Asylanträgen gestellt – das sind die niedrigsten Asylantragszahlen seit fast sechs Jahren.
Foto: ©  BMI/Alexander Tuma

Artikel Nr: 30039 vom Samstag, 21. Februar 2026, 07:00 Uhr
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