Korruptionsbekämpfung
Internationaler Anti-Korruptionstag 2025 am 9. Dezember
Die aktuelle Kampagne der UNCAC für die Jahre 2024 und 2025 konzentriert sich auf die Rolle junger Menschen im Kampf gegen Korruption und die Förderung von Integrität für die Zukunft.
Die vereinten Nationen nahmen 2003 während einer Generalversammlung das Übereinkommen gegen Korruption (UNCAC) an und erklärten den 9. Dezember zum internationalen Tag der Korruptionsbekämpfung.
"Uniting with Youth Against Corruption: Shaping Tomorrow's Integrity" lautet der Titel der Kampagne 2024 bis 2025 der Vereinten Nationen. Im Fokus stehen die Rolle und Beteiligung der Jugend bei der Aufklärung über Korruption und ihre Folgen sowie die Gestaltung, der Ausbau und die Bewahrung von Integrität in der Welt von morgen.
Junge Menschen sind aktuell besonders stark von den Auswirkungen von Korruption betroffen: Korruption ist beispielsweise mit einer erhöhten Arbeitslosigkeit verbunden. Korruption hat darüber hinaus negative Auswirkungen auf den Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung vieler junger Menschen weltweit. Dies kann zu einem Vertrauensverlust in das öffentliche System führen und letztlich zu Instabilität beitragen.
Die Tatsache, dass junge Menschen fast ein Viertel der Weltbevölkerung ausmachen, birgt hingegen ein großes Potenzial im Kampf gegen Korruption und in der Förderung von Integrität. Das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) setzt in seinen Präventionsmaßnahmen gegen Korruption auf die Einbindung von jungen Menschen.
BAK-Korruptionspräventionsarbeit bei jungen Menschen – ein Überblick
2013: Das "Schul-Projekt"
Eine der bedeutendsten und aufwändigsten Tätigkeiten stellte die Erstellung eines Schulungskonzepts für Jugendliche dar. Ausgangspunkt für dieses Projekt war, mit der Präventionsarbeit bereits sehr frühzeitig anzusetzen. Daraus entwickelte sich die Idee, Jugendliche in Berufsausbildungen für Wirtschaftsberufe einerseits für das Thema Korruptionsprävention zu sensibilisieren und ihnen andererseits die Angst und Scheu davor zu nehmen. Zudem sollten die "Stolpersteine" in korrupten Situationen klar angesprochen und aufgezeigt sowie Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten bis hin zu Präventionsmöglichkeiten im beruflichen Alltag erläutert und angeboten werden. Dafür wurde ein eigenes Schulungskonzept ausgearbeitet, das sich für Schülerinnen und Schüler der AHS, BHS und Berufsschulen eignet.
2014: Das BAK und der Anti-Korruptions-Workshop für Lehrkräfte
Angehende Lehrkräfte wurden im Rahmen einer Informationsveranstaltung des BAK an der Pädagogischen Hochschule Wien über Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung informiert. Das BAK gestaltete im November 2014 einen Informationsnachmittag für Studierende der Pädagogischen Hochschule Wien. Im Mittelpunkt stand neben allgemeinen Informationen zum BAK die Präsentation der Anti-Korruptions-Trainings des BAK im Bildungsbereich. Bei einem weiteren Termin für Lehrkräfte wurden didaktische Anregungen und Schulungsmaterialien zur Umsetzung der Themen Korruption und Korruptionsprävention im Unterricht zur Verfügung gestellt. Mit diesem Training konnte das BAK die Lehrkräfte als sogenannte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der Korruptionsprävention gewinnen.
2017: Die BAK-App "CORRECT OR CORRUPT?"
Um Jugendliche und junge Erwachsene als Angehörige der Zivilgesellschaft mit der Anti-Korruptions-Thematik bestmöglich zu erreichen, empfiehlt sich die verstärkte Nutzung neuer Medien. Das BAK entwickelte daher in Kooperation mit Schülerinnen und Schülern der HTL Mistelbach einen Prototyp für eine App, die Jugendliche und junge Erwachsene für die Themen Korruption, Ethik und Integrität sensibilisieren soll. Durch die intensive Einbindung von Jugendlichen in den Entwicklungsprozess wurde die App zielgruppengerecht konzipiert. Die Entwicklung der App dauerte rund zwei Jahre.
2017: Diplomarbeitsprojekt – "Students against Corruption"
Im Zuge der intensiven Arbeit des BAK im Schulbereich und der erfolgreichen Abhaltung von Anti-Korruptions-Events lag es nahe, die Möglichkeit der Betreuung von vorwissenschaftlichen Arbeiten im Themenfeld Korruptionsprävention anzubieten. Das BAK und Transparency International – Austrian Chapter (TI-AC) fungieren als Auftraggeber für verschiedenste Projekte.
2017: Das "Schul-Projekt" heißt fortan "Anti-Korruptionsevents für Schülerinnen und Schüler"
Seit 2017 erfolgen die Anti-Korruptionsevents an Schulen unter dem Titel "Anti-Korruptionsevents für Schülerinnen und Schüler". Die heutigen Anti-Korruptionsevents zielen darauf ab, junge Erwachsene durch interaktive Workshops für das Thema Korruption zu sensibilisieren und ihre Integrität zu stärken, um sie so auf ihr zukünftiges Berufsleben vorzubereiten. Dieses Angebot richtet sich speziell an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II und wird kostenlos an den jeweiligen Schulstandorten durchgeführt.
2018: Das WERTE-Gesellschaftsspiel "fit4compliance – Finde deine WERTE"
Das BAK entwickelte das Spiel "fit4compliance – Finde deine WERTE". Dabei geht es darum, für bestimmte Dilemmasituationen, die aus dem alltäglichen Leben der Jugendlichen gegriffen sind, Lösungen zu finden.
2024: Kooperationsvereinbarung mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien
Die im Jahr 2014 begonnene Zusammenarbeit zwischen der PH Wien und dem BAK wurde 2024 durch eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung ausgeweitet. Die Kooperation konzentriert sich darauf, Informations- und Schulungsmodelle zur Korruptionsprävention in die Aus- und Fortbildungsangebote für Pädagoginnen und Pädagogen an berufsbildenden Schulen zu integrieren. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entwickelt und realisiert das BAK, unter Beteiligung des damaligen Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS, heute BMWKMS), ein österreichweites Aus- und Fortbildungsprogramm zum Thema Korruptionsprävention. Ziel dieser Kooperation ist, das Wissen der Lehrkräfte über Korruptionsprävention zu erweitern und sie gleichzeitig zu befähigen, dieses Wissen an ihre Schülerinnen und Schüler weiterzugeben. Durch diese Maßnahmen soll eine umfassende Sensibilisierung und Prävention gegen Korruption an den berufsbildenden Schulen gefördert werden.
2024: BAK-Initiative "YOUTH4Integrity"
Das BAK ruft 2024 die Initiative "YOUTH4Integrity" ins Leben. Unter diesem Titel sollen künftig sämtliche Korruptionspräventionsaktivitäten des BAK in Zusammenhang mit jungen Menschen subsumiert und geführt werden, auch die bereits seit 2013 bestehenden Anti-Korruptionsevents für Schülerinnen und Schüler (bis 2017 unter dem Namen "Schul-Projekt").
2024: BAK und Cyber-HAK
Seit 2024 ist ein Workshop zum Thema Korruptionsbekämpfung, geleitet von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des BAK, fester Bestandteil im Curriculum des im Jahr 2021 erstmals abgehaltenen Ausbildungszweiges "Handelsakademie für Sicherheitsmanagement, Cybersecurity und öffentliche Verwaltung", kurz: CyberHAK.
2025: Lehrmaterial "Für Integrität – gegen Korruption"
Das Lehrmaterial "Für Integrität – gegen Korruption" richtet sich an Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler, auch ohne Vorwissen, für die Themen Korruption und Integrität sensibilisieren wollen. Die Inhalte dienen dazu, die staatsbürgerliche Bildung zu fördern und die moralische Entwicklung der Schülerinnen und Schüler im Sinn von persönlicher Integrität positiv zu beeinflussen. Die Unterlagen stehen auf der BAK-Website als Download zur Verfügung, bzw. können auf diesem Wege per E-Mail angefordert werden.
2025: Fotowettbewerb "Werte und Vorbilder vor die Linse"
Der Fotowettbewerb "Werte und Vorbilder vor die Linse" des BAK zielte darauf ab, Schülerinnen und Schüler der Oberstufe berufsbildender höherer Schulen mit Fotografie-Schwerpunkt zu inspirieren, sich mit der Bedeutung von Integrität und Werten auseinanderzusetzen und ihre Erkenntnisse fotografisch darzustellen. Nach einem Auftaktworkshop in der Internationalen Anti-Korruptionsakademie (IACA) im Jänner 2025, bei dem Schülerinnen und Schüler durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Transparency International – Austrian Chapter, der IACA und des BAK über die Gefahren, Formen und Bekämpfungsmöglichkeiten von Korruption sowie zu wesentlichen Grundlagen der Korruptionsprävention, wie Werte und Integrität, informiert wurden, folgte die kreative Umsetzungsphase. Begleitet von ihren Lehrkräften erstellten die Schülerinnen und Schüler bis Ostern 2025 ihre fotografischen Werke. Die Lehrerinnen und Lehrer trafen gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auch die Vorselektion der entstandenen kreativen Werke, die im Anschluss eingereicht wurden. Anschließend wurden die Fotografien durch eine Fachjury, einzeln nach den Kriterien "Kreativität & Originalität", "Botschaft & Thematik" sowie "künstlerische Darstellung" beurteilt, die besten Werke ausgewählt, und die Siegerinnen und Sieger bei einer feierlichen Abschlussveranstaltung gekürt. Alle eingereichten Fotografien werden im Rahmen einer Wanderausstellung an mehreren Standorten in Österreich wie auch international gezeigt.
In den unten angeführten Links finden Sie einen Video-Rückblick des gesamten Fotowettbewerbs.