Forschung im Dialog
Diskussion über Sicherheitsfragen
Vertreter des AIT (Austrian Institute of Technology) und des Bundesministeriums für Inneres (BMI) unterzeichneten ein Kooperationsabkommen und diskutierten innovative Ansätze zur Wahrung des hohen Sicherheitsniveaus in Österreich.
BMI-Bedienstete und AIT-Experten im Austausch über neue Sicherheitslösungen
© Bernhard Elbe
In der Veranstaltungsreihe „Forschung im Dialog“, die im November 2025 ihren Auftakt hatte (siehe Öffentliche Sicherheit 1-2/26), fand am 26. Februar 2026 eine weitere Veranstaltung statt. Der BMI-Kooperationspartner AIT (Austrian Institute of Technology) präsentierte sich im Innenministerium einem hochkarätigen Publikum, darunter BMI-Generalsekretär Andreas Achatz, die Sektionsleiter Karl Hutter und Mathias Vogl, der stellvertretende Direktor des Bundeskriminalamts Paul Marouschek sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Sektionen des BMI. Die Veranstaltungsreihe „Forschung im Dialog“ wurde initiiert, um den Austausch zwischen dem Innenministerium und seinen Kooperationspartnern zu intensivieren.
Kooperationsabkommen.
Im Vorfeld der Veranstaltung unterzeichneten der BMI-Generalsekretär, Andreas Achatz, der wissenschaftliche Leiter und Geschäftsführer des AIT, Andreas Kugi, sowie der Leiter des Center for Digital Safety & Security im AIT, Helmut Leopold, ein Kooperationsabkommen zwischen dem AIT und dem BMI. Die Partner arbeiten seit Jahren in Forschungsprojekten zusammen, insbesondere in den Sicherheitsforschungsprogrammen des Bundesministeriums für Finanzen, KIRAS und Kybernet-Pass (K-PASS). Ziel dieser Kooperation ist es, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren und gemeinsam innovative Lösungen für die Sicherheit Österreichs zu entwickeln. Die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens stellt einen Meilenstein in der Partnerschaft zwischen AIT und BMI dar.
Eröffnung und Vorstellung des AIT.
In seiner Eröffnung betonte Generalsekretär Achatz die Bedeutung der Kooperation für die Weiterentwicklung sicherheitsrelevanter Technologien. Im Fokus stehen dabei konkrete Anwendungsfelder wie Cyber-Sicherheit, KI-gestützte Analyseverfahren und digitale Identitätslösungen. Entscheidend sei die enge Verzahnung von Forschung und operativer Praxis, um auf aktuelle Bedrohungslagen wirksam reagieren zu können. Helmut Leopold stellte das AIT und das Center for Digital Safety & Security vor. Das AIT beschäftigt rund 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in zahlreiche internationale Forschungsprojekte – etwa im Rahmen von Horizon Europe – eingebunden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung sicherer digitaler Infrastrukturen sowie auf Technologien zur digitalen Transformation. Nach der Vorstellung des AIT fand ein Austausch zwischen BMI-Bediensteten und AIT-Fachkräften im Rahmen eines interaktiven World-Cafés statt. Im Vorfeld wurden vier Schwerpunktthemen ausgewählt: künstliche Intelligenz, Cyber-Sicherheit, (quantensichere) Verschlüsselung und Grenzsicherheit/Digitale Biometrie. Für jedes Thema wurde eine Gruppe gebildet, die mit einem AIT-Experten vertiefte Gespräche führte. Zusätzlich gab es eine Gruppe, die sich mit Kooperationsfragen und anderen Themen beschäftigte.
Ergebnisse und Ausblick.
Abschließend erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über die Diskussionsergebnisse. Die Zusammenfassung zeigte, dass einige Diskussionen nach der Veranstaltung fortgeführt werden sollten. Ein Thema, das in fast allen Gruppen unabhängig von ihrem Schwerpunkt diskutiert wurde, war die digitale Souveränität. Diese wurde als besonders relevant angesehen, da sie aufgrund der aktuellen geopolitischen Umbrüche Auswirkungen auf alle Bereiche hat und eine wichtige Rolle in der aktuellen Diskussion spielt. Weitere Termine der Reihe „Forschung im Dialog“ sind geplant, um Forschung und Praxis näher zusammenzubringen.
Paul Fasching
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2026
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