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  3. Prostitutionsgeschichte

Prostitutionsgeschichte

Schutz für gefährdete Mädchen

Im Dezember 1907 richtete die Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels in Wien-Margareten die erste Schutzstation für sittlich gefährdete Mädchen ein.

Celestina Truxa: Generalsekretärin der Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels
Celestina Truxa: Generalsekretärin der Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels
© geschichtewiki.wien.gv.at

Um 1900 wohnten in Wien über 1,5 Millionen Menschen. Aus vielen Teilen der Monarchie kamen Zuwanderer nach Wien. Die Arbeitslosigkeit war hoch; die Prostitution geriet vielfach außer behördlicher Kontrolle. Viele Mädchen und Frauen wurden von Menschenhändlern mit falschen Versprechungen angeworben und landeten in Bordellen im Ausland.
Bei einem Kongress 1899 in London wurde die Schaffung eines internationalen Komitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels beschlossen, mit zentralen Komitees in den beteiligten Ländern. Erst 1903 gelang es in Österreich, als zentrales Komitee die „Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels“ (später: „Österreichische Mädchen- und Kinderschutzliga) zu installieren. Viele Frauen und Männer, die als Unterstützende in Frage gekommen wären, wollten mit dem Thema Prostitution und Mädchenhandel nichts zu tun haben. „Aus falscher Prüderie durfte bis vor wenigen Jahren über Mädchenhandel und infolgedessen auch über die Bekämpfung dieses Übels in Damengesellschaft nicht gesprochen werden“, heißt es im Jahresbericht 1908 der Liga. „Man ist aber zur Einsicht gekommen, dass dieses Uebel nicht besser wird, wenn man die Augen verschließt ...“ Der Verein wurde von privaten Spenden finanziert und vom Innenministerium und anderen Institutionen subventioniert.
Treibende Kraft in der österreichischen Liga war die Privatlehrerin und Verlegerin Celestina Truxa (1852–1935). Sie übernahm die Führung des neuen Vereins und wurde bei der Generalversammlung am 27. Juni 1904 zur Generalsekretärin gewählt. Truxa errichtete Stützpunkte der Liga in anderen Städten der Monarchie. Zweigvereine, Vertrauensstellen oder Ansprechpartner gab es in Triest, Lemberg, Krakau, Czernowitz, Prag, Budapest und Sarajevo. Die Generalsekretärin gewann unter anderen Nathaniel und Albert von Rothschild als finanzielle Unterstützer des Vereins. Einflussreicher Präsident der Liga war Franz Graf Harrach zu Rohrau und Tannhausen.

Erste Mädchenschutzstation.

Die erste Mädchenschutzstation befand sich in der Grüngasse in Wien-Margareten
Die erste Mädchenschutzstation befand sich in der Grüngasse in Wien-Margareten
© Werner Sabitzer

Die Liga richtete in Wien-Margareten eine Mädchenschutzstation ein, die am 6. Dezember 1907 eröffnet wurde. Das k. k. Innenministerium hatte dafür eine Subvention von 5.000 Kronen (heutiger Wert: über 40.000 Euro) gewährt. Die Station im ersten Stock des Gebäudes Grüngasse 15 bestand aus drei Zimmern mit insgesamt neun Betten. Aufgenommen wurden sittlich gefährdete Mädchen. Die Betreuenden versuchten, ihnen eine Arbeitsstelle als Hausmädchen zu vermitteln, sie mit anderer Arbeit zu versorgen, mit Geld und Ratschlägen zu unterstützen oder einen Vormund zu bestellen.
Im Jahr 1908 wurden insgesamt 301 Mädchen kostenlos verpflegt, im Schnitt blieben sie fünf bis sechs Tage in der Schutzstation. Darüber hinaus betreute die Liga im Jahr 1908 weitere 422 „gefallene Mädchen“, die ihr von der Zentralstelle zur Überwachung des Mädchenhandels, von den k. k. Polizei-Bezirks-Kommissariaten und von den Vormundschaftsbehörden übergeben wurden. Mehr als die Hälfte waren uneheliche Kinder. 113 Mädchen waren zwischen 13 und 15 Jahre alt. 106 Mädchen und Frauen wurden „als unverbesserlich ihrem Schicksal überlassen“.
Mädchenschutzstationen gab es neben Wien auch in Lemberg, Krakau und Czernowitz. Der Zweigverein in Triest betrieb eine Dienstbotenunterkunft und ein Frauenasyl. Neben der Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels bestanden in Wien weitere soziale Vereine und Institutionen, die sich dem Schutz von Kindern und Frauen widmeten.

Polizeiliches Sittenbüro.

Die Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels kooperierte mit dem „Büro für sittenpolizeiliche Agenden“, das drei Monate nach Gründung der Liga am 15. März 1908 bei der Polizeidirektion Wien eingerichtet wurde. Zu den wichtigsten Aufgaben des neuen Büros zählten die Überwachung der Prostitution und der Schutz von minderjährigen Mädchen. „Gefallenen Mädchen“ sollten die Wege zu einem ordentlichen Lebenswandel leichter gemacht werden und Minderjährige vom „berufsmäßigen Laster“ tunlichst ferngehalten werden. Die Zentralstelle im Sicherheitsbüro zur Überwachung des Mädchenhandels wurde in das neue Sittenbüro eingegliedert. Die Zentralstelle bestand seit 18. Juli 1905 und war hauptsächlich für minderjährige Prostituierte zuständig. Die Polizisten des neuen Sittenbüros kontrollierten auch die Bordelle („öffentliche Häuser“) in Wien; den Gassenstrich und die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften. Die Polizeikommissariate wurden angewiesen, an Minderjährige keine Gesundheitsbücher auszustellen. Wandte sich daraufhin das Mädchen an das „Bureau für sittenpolizeiliche Agenden“, wurden ihre Eltern, der Vormund oder die Vormundschaftsbehörde verständigt. Gemeinsam versuchten sie, die Minderjährige von ihrem Vorhaben abzubringen. War auch das fruchtlos, wurde das Mädchen an die Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels weitergereicht.
Insgesamt 2.663 Mädchen wurden von der Liga in der Mädchenschutzstation in der Grüngasse von 1907 bis 1914 betreut. Während des Ersten Weltkriegs kam die Tätigkeit der Liga fast zum Erliegen. In der Mädchenschutzstation in Wien wurden nun Kriegsverwundete versorgt. Nach Kriegsende hielt Celestina Truxa in ihrer Wohnung die Korrespondenz der Liga aufrecht und versuchte, die Vereinstätigkeit wieder zu entfalten. Bei der Generalversammlung der Liga im November 1925 beschlossen die Mitglieder, die Mädchenschutzstation in Wien wiederzuerrichten.

Werner Sabitzer

Quellen/Literatur:
Baumgartner, Marianne: Celestine Truxa − Lehrerin, Zeitungsherausgeberin, Vereinsfunktionärin. In: Wiener Geschichtsblätter. Verein für Geschichte der Stadt Wien 71, Heft 1/2016, S. 1-29
Bericht des Vereines: „Österreichische Mädchen- und Kinderschutzliga“ (Österreichische Liga zur Bekämpfung des Mädchenhandels) über das Vereinsjahr 1913. Selbstverlag, Wien 1914
Mädchenschutzstation. In: Wiener Zeitung, 5. Dezember 1907, S. 11
Eröffnung der ersten Mädchenschutzstation. In: Illustrierte Kronen-Zeitung, 7. Dezember 1907, S. 7


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2026

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