Unfallbilanz 2025
Mehr Verletzte, höhere Kosten
824.400 Menschen verletzten sich 2025 bei einem Unfall. Haushalts- und Freizeitunfälle führen die Statistik an. Viele Unfälle könnten mit einfachen Maßnahmen verhindert werden.
Senioren sind von den Unfällen im Haushalt überproportional betroffen
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Die Unfallstatistik 2025 des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) zeigt eine besorgniserregende Entwicklung: In Österreich wurden im vergangenen Jahr 824.400 Menschen nach Unfällen in Spitälern behandelt – ein Anstieg von zwei Prozent im Vergleich mit 2024. Besonders betroffen sind ältere Menschen: Die Zahl der Verletzten im Alter ab 65 Jahren stieg um fünf Prozent auf 266.100. Die Behandlungskosten aller Unfallopfer beliefen sich auf rund 2,975 Milliarden Euro.
Haushaltsunfälle.
Mit 334.500 Verletzten ist der Haushalt der häufigste Unfallort, gefolgt von Freizeitbeschäftigung und Sport (280.700 Verletzte), Arbeit/Schule (111.400) und Verkehr (97.800). Besonders auffällig ist der Anstieg von Unfällen beim Gehen im Wohnbereich (plus 21 Prozent), bei Reinigungsarbeiten (plus 12 Prozent) und beim Kochen (plus 18 Prozent). Senioren sind von den Unfällen im Haushalt überproportional betroffen.
Straßenverkehr.
Auf Österreichs Straßen stieg die Zahl der Verletzten um sechs Prozent auf 97.800. Besonders problematisch sind Unfälle mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern. Das KFV fordert daher eine Ausweitung der Helmpflicht für diese Fahrzeuge, da es hier besonders häufig zu schweren Verletzungen kommt. Laut Experten entspricht ein Sturz mit 20 bis 25 km/h einem Sprung aus dem ersten Stock – ein Helm kann dabei lebensrettend sein.
Prävention.
Gesunde Lebensjahre bedeuten Lebensqualität. Ursachen für Beeinträchtigungen und Beschwerden sind nicht nur Krankheiten, sondern auch Verletzungen. Entsprechende Präventionsmaßnahmen könnten nicht nur Leid, sondern auch hohe Kosten für das Gesundheitssystem vermeiden. Besonders im Haushalt und im Straßenverkehr gibt es großes Potenzial, um mit einfachen Maßnahmen wie Helm tragen, Stolperfallen beseitigen oder regelmäßiges Gleichgewichtstraining Unfälle zu verhindern.
Das KFV rät:
- Kinder (0–14 Jahre): Kindersicherungen an Steckdosen, Stolperfallen entfernen Putzmittel und Heißgetränke außer Reichweite aufbewahren, Schutzausrüstung beim Sport tragen;
- Jugendliche (15–24 Jahre): Aufwärmübungen vor Sport, richtiges Einschätzen der eigenen Kondition, Schutzausrüstung bei Abenteuersportarten, sichere Nutzung von Elektrogeräten, Brandschutzmaßnahmen beachten;
- Senioren (ab 65): Stolperfallen beseitigen, Beleuchtung in Gängen, rutschfeste Bodenbelege, Gleichgewichtstraining, Aktivitäten an körperliche Fitness anpassen.
Studie
Totwinkelassistenten
Eine aktuelle KFV-Studie zeigt, dass Totwinkelassistenten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit von Radfahrenden leisten können. Getestet wurden Limousinen, Kombis und SUVs mit verschiedenen Fahrradtypen – vom Rennrad bis zum Lastenrad.
Ergebnisse der Studie: Kamerabasierte Systeme erkennen Fahrräder sehr zuverlässig, warnen jedoch meist nur, wenn der Blinker aktiviert ist. Radarbasierte Systeme erkennen Radfahrende ebenfalls, reagieren aber empfindlich auf Geschwindigkeitsunterschiede – besonders innerorts kann das zu Einschränkungen führen. Totwinkelassistenten leisten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit, müssen aber weiter optimiert werden, um in allen Verkehrssituationen zuverlässig zu funktionieren.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2026
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