Asylwesen
Höchstwert an Abschiebungen
14.156 Menschen mussten 2025 Österreich verlassen. Die Zahl der Asylanträge sank 2025 um 36 Prozent gegenüber 2024. Auch die Zahl der Personen, die über den Familiennachzug nach Österreich einreisten, ist 2025 stark gesunken.
Abschiebungen: 2025 mussten 14.156 Menschen Österreich verlassen; 6.801 der Abgeschobenen (48 Prozent) wurden zwangsweise außer Landes gebracht
© Gerd Pachauer
Ein Asylsystem kann nur dann funktionieren, wenn es streng, hart und damit auch gerecht ist. Das heißt ganz konkret: null Toleranz bei Missbrauch, konsequente Abschiebung von Straftätern und Schutz vor Überlastung des Systems“, sagte Innenminister Gerhard Karner am 23. Jänner 2026 in Wien bei der Präsentation der Asyl- und Abschiebebilanz 2025. „Fast 40 Personen pro Tag mussten Österreich letztes Jahr verlassen – so viele wie noch nie“, betonte Karner. „Die Zahlen zeigen ganz klar: Wir setzen Ressourcen flexibel und zielgerichtet ein, erhöhen damit die Sicherheit in unserem Land und stärken den international abgestimmten Grenzschutz“, sagte Generaldirektor Franz Ruf.
Asylanträge.
Österreich liegt – gemessen an der Bevölkerungsanzahl – europaweit nur mehr auf Platz zwölf bei der Zahl an Asylanträgen; 2025 wurden 16.284 Asylanträge gestellt. Das ist der niedrigste Wert seit 2020 und bedeutet einen Rückgang um 36 Prozent gegenüber 2024 (25.360 Anträge). Besonders stark zurückgegangen ist die Zahl der originären Anträge. 2025 wurden 6.849 sogenannte Erstanträge gestellt. Damit stammten nur vier von zehn Anträgen von Menschen, die zum ersten Mal einen Asylantrag in Österreich eingebracht hatten. Alle anderen Anträge betrafen Neugeborene, den Familiennachzug und Folgeanträge, beispielsweise von afghanischen Frauen, die subsidiären Schutz in Österreich hatten und aufgrund eines EUGH-Urteils nunmehr Asyl erhalten haben. Im Vergleich mit 2023 entspricht das einem Rückgang von 84 Prozent. Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang ist auch der Stopp des Familiennachzugs. Während von Oktober bis Dezember 2023 über 3.400 Personen über den Familiennachzug nach Österreich einreisten, waren es 2025 im selben Zeitraum nur noch 25 Personen.
Höchststand bei Außerlandesbringungen.
2025 mussten 14.156 Menschen Österreich verlassen. Das entspricht rund 40 Personen am Tag. Immerhin rund 4.000 der Abgeschobenen hatten zuvor einen Asylantrag in Österreich gestellt. Stellt man die rund 6.850 Erstasylanträge der Zahl von insgesamt 4.000 abgeschobenen Asylwerbern gegenüber, zeigt die Gesamtbilanz eine reale Belastung von 2.850 Personen, die im vergangenen Jahr neu dazugekommen sind. „Auch wenn das die höchste Zahl an Rückführungen ist, die es je in einem Jahr gegeben hat, sind wir noch nicht zufrieden. Wir müssen diesen Weg ganz konsequent weitergehen“, sagte Karner. BFA-Direktor Gernot Gernot Maier ergänzte: „Das ist keine Entwicklung, die von alleine kommt. Das ist eine Entwicklung, bei der wir sehen, dass wir einen deutlich größeren Rückgang als andere europäische Staaten haben. Wir sehen hier die Früchte unserer massiven Bemühungen auf allen Ebenen.“
6.801 der Abgeschobenen (48 Prozent) wurden zwangsweise außer Landes gebracht. Knapp jede zweite Person war ein verurteilter Straftäter. 7.355 Menschen (52 Prozent) verließen Österreich freiwillig und eigenständig.
Zahl der Asylanträge deutlich gesunken.
Zur illegalen Migration: „Die wichtigste Messgröße ist die Zahl der Asylanträge“, sagt Karner. Hier sei eine deutliche Reduktion gelungen. 16.284 Asylanträge im Vorjahr entsprechen einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber 2024 und einem Minus von 72,5 Prozent gegenüber 2023. 6.849 Fälle seien Erstanträge gewesen, also Anträge von Asylwerbern, die 2025 nach Österreich kamen. Hier gab es laut Karner einen Rückgang von 33,5 Prozent gegenüber 2024 und 84,3 Prozent gegenüber 2023. Die restlichen Anträge waren Folgeanträge – zum Beispiel von afghanischen Frauen, die subsidiär schutzberechtigt waren und im Vorjahr einen Asylantrag gestellt hatten.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2026
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