Verkehrsunfallbilanz 2025
Mehr tödliche Fahrradunfälle
397 Menschen sind 2025 auf Österreichs Straßen tödlich verunglückt – das sind um 46 oder 13,1 Prozent mehr als 2024 (351). Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer und E- Bike-Lenker hat sich verdoppelt.
2025 verunglückten doppelt so viele Fahrradlenkerinnen und -lenker tödlich als 2024
© Michael - stock.adobe.com (KI generiert)
Die Zahl der Verkehrstoten 2025 (397) ist weniger als ein Siebentel der Todesopfer von 1972, dem Jahr mit den bisher meisten Todesopfern im Straßenverkehr (2.948). Im Vergleich dazu hat sich die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in Österreich seit 1972 von 2,5 Millionen auf 7,4 Millionen im Jahr 2025 nahezu verdreifacht.
Bundesländer und Verkehrsbeteiligung.
Im Burgenland gab es im abgelaufenen Jahr 19 Verkehrstote (2024: 15), in Kärnten 35 (30), in Niederösterreich 108 (84), in Oberösterreich 73 (72), in Salzburg 24 (28), in der Steiermark 65 (63), in Tirol 44 (32), in Vorarlberg 14 (7) und in Wien 15 (20). Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2025 verloren 164 Pkw-Insassen ihr Leben, 81 Motorradfahrer (davon 22 mit Leichtmotorrädern), 65 Radfahrer (davon 31 mit Elektro-Fahrrädern), 53 Fußgänger, elf Lkw-Insassen (davon neun im Klein-Lkw), acht Lenker von Zug- und Arbeitsmaschinen, sieben Mopedfahrer, sechs Lenker von E-Scootern und zwei sonstige Beteiligte. Die Zahl der tödlich verunglückten Radfahrer und E- Bike-Lenker stieg von 32 (2024) auf 65 (2025); das ist seit 2002 (80 getötete Radfahrer) langfristig die höchste Opferzahl. In diesem Detailbereich gab es heuer bereits vermehrt straßenpolizeiliche Schwerpunktaktionen, in Abstimmung mit den jeweils örtlich zuständigen Verkehrsbehörden.
Die Ursachen der tödlichen Verkehrsunfälle teilen sich auf in Unachtsamkeit/Ablenkung (30,5 Prozent), nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (25,3 Prozent), Vorrangverletzung (16,6 Prozent), Fehlverhalten von Fußgängern (6,3 Prozent), gesundheitliche Beeinträchtigungen (4,5 Prozent), Missachtung von Geboten/Verboten (3,9 Prozent), Überholen (3,7 Prozent) und sonstige Ursachen (2,4 Prozent). Alkohol, Drogen oder Medikamente waren bei 26 oder 6,8 Prozent der tödlichen Unfälle gegeben. Gegenüber 2024 gab es bei der Zahl der häufigsten Ursachen leichte Anstiege. Bei Überholen, Alkohol, Drogen oder Medikamente und gesundheitliche Beeinträchtigungen am Steuer wurden hingegen Rückgänge registriert. 149 aller tödlichen Unfälle (381) waren Alleinunfälle, bei dem nur ein Fahrzeug am Unfall beteiligt war.
Straßenarten und Ortsgebiet/Freiland.
45 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das bedeutet einen Anteil von 11,3 Prozent an allen Verkehrstoten und einen Anstieg um 13 Getötete gegenüber 2024 (32). 294 Verkehrsteilnehmer kamen im Jahr 2025 am Freiland ums Leben, 103 im Ortsgebiet.
Unfälle mit beteiligten Minderjährigen.
Acht Verkehrsteilnehmer unter 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2025 ums Leben, davon drei als Radfahrer, je zwei als Fußgänger und Pkw-Insassen und ein Kind mit einem E-Scooter. 2024 verunglückten vier und 2023 sieben Kinder tödlich. Ein Kind im Alter von sieben Jahren kam 2025 bei einem Schulwegunfall ums Leben. Der schwerste Verkehrsunfall des vergangenen Jahres ereignete sich am 1. April 2025 auf der Südautobahn im Bezirk Neunkirchen, Niederösterreich. Bei einem Auffahrunfall eines Pkws auf einen Sattelzug wurden in dem Pkw fünf Frauen aus der Ukraine getötet.
Otmar Bruckner
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2026
Druckversion des Artikels (PDF, 234 kB)