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  2. Ausgabe 11-12/2025
  3. Gedenkstätten für Exekutivbeamte (Teil 33)

Gedenkstätten für Exekutivbeamte (33)

„Tapfer und treu“

Nicht nur an im Dienst getötete, sondern an alle Gendarmen und an den Traditionswachkörper Bundesgendarmerie selbst erinnern einige Gedenkstätten und Straßenbezeichnungen in Österreich.

Gendarmeriedenkmal in Seeboden am Millstätter See
Gendarmeriedenkmal in Seeboden am Millstätter See
© Werner Sabitzer

Mit der am 1. Juli 2005 in Kraft getretenen umfassenden Reform der Sicherheitsexekutive wurden die Sicherheitswache, die Bundesgendarmerie, der Kriminaldienst und ein Teil der ehemaligen Zollwache zur neuen, österreichweit einheitlichen „Bundespolizei“ mit neuer, dunkelblauer Uniform zusammengeführt. Die 1849 gegründete Gendarmerie und die 20 Jahre später eingerichtete Sicherheitswache hörten zu bestehen auf.
In Österreich gibt es einige Erinnerungsstätten an die Gendarmerie. Vor allem der „Gesellschaft der Gendarmerie- und Polizeifreunde Kärnten“ unter dem Präsidenten Oberst i. R. Reinhold Hribernig hat dafür gesorgt, hat dafür gesorgt, dass die Gendarmerie in Erinnerung bleibt – mit ihrer „Traditionsgendarmerie“, Straßenbezeichnungen und einigen Gedenkstätten in Kärnten.

Gendarmeriedenkmal in Maria Saal.

Auf dem Gelände des Freilichtmuseums Maria Saal in der Nähe von Klagenfurt am Wörthersee steht ein Denkmal, das nach der Auflösung der Bundesgendarmerie von der „Gesellschaft der Gendarmeriefreunde Kärnten“ finanziert und errichtet wurde. Das Denkmal wurde im Rahmen des „Kärntner Kirchtags“ am 11. Juni 2006 enthüllt. Es besteht aus einem Steinblock mit der Inschrift: „Zur Erinnerung / an das / Gendarmeriekorps / in Kärnten / 1849 – 2005 / Tapfer und Treu!“ Auf einer Zusatztafel neben dem Denkmal werden Errichtungsdaten und das Symbol der „flammenden Granate“ erläutert. Kernstück des Denkmals ist die „Flammende Granate“, das Korpsabzeichen der ehemaligen Gendarmerie, gestaltet vom Klagenfurter Metallbildhauer Herwig Romauch und angefertigt mit Schülern der HTL Klagenfurt-Lastenstraße. Das Modell der „Flammenden Granate“ von Herwig Romauch diente auch als Vorlage für die Gendarmeriegedenkstätten in Seeboden am Millstätter See und in Krumpendorf am Wörthersee.
Beim jährlichen „Tag der Kärntner Volkskultur“ versammeln sich Mitglieder der Kärntner „Traditionsgendarmerie“ beim Denkmal in Maria Saal.

„Flammende Granate“: Gendarmeriedenkmal in Maria Saal in Kärnten.
„Flammende Granate“: Gendarmeriedenkmal in Maria Saal in Kärnten.
© Werner Sabitzer

Die „Flammende Granate“ geht auf die ab dem 17. Jahrhundert gebräuchlichen, mit Schwarzpulver gefüllten Eisen- und Glaskugeln der Grenadiere zurück. Da das Werfen einer solchen Granate sehr gefährlich war, mussten die Grenadiere besonders mutig sein und sie wurden besser bezahlt als andere Soldaten. Als Zeichen für ihren Sonderstatus trugen die Grenadiere auf ihrer Uniform eine aus Messing geprägte stilisierte flammende Granate, ein später auch für andere militärische Eliteeinheiten verwendetes Abzeichen, das von der Gendarmerie übernommen wurde.
Das Zeichen der „Flammenden Granate“ wurde erstmals bei der „Gendarmerie Nationale“ in Frankreich verwendet. Die 1805 von Napoléon Bonaparte im besetzten Oberösterreich aufgestellte Gendarmeriekompanie hatte die „Flammende Granate“ auf der Patronentasche. Diese Einheit wurde Anfang 1806 nach dem Frieden von Pressburg aufgelöst.
Mit der Gründung der Gendarmerie 1849 war die „Flammende Granate“ wieder auf der Patronentasche. 1899, nach Einführung des Lederhelms mit dem Doppeladler als Emblem, wurde das Granatensymbol nicht mehr verwendet. 1917 wurde die Granate bei der k. k. Feldgendarmerie im Kriegseinsatz wieder eingeführt und ab 1921 wurde das alte Symbol auf der Uniformkappe als Korpsabzeichen der Gendarmerie getragen. Die „Flammende Granate“ ist auch das Korpsabzeichen der Maréchaussée in den Niederlanden, der Carabinieri in Italien und der Gendarmerie in Frankreich, Belgien und Luxemburg. In Österreich wird sie heute von der Militärstreife des Bundesheeres verwendet.

Gedenkstein am Millstätter See.

Auf dem Gendarmerieplatz in Seeboden am Millstätter See befindet sich im Ortsteil Wirlsdorf in Seenähe ein Gedenkstein mit der „Flammenden Granate“. Auf Schautafeln wird die Geschichte des Gendarmeriepostens in Seeboden beschrieben. Der Gedenkstein wurde 2008 von der „Gesellschaft der Gendarmerie- und Polizeifreunde Kärnten“ aufgestellt. Die „Flammende Granate“ aus Bronze nach dem Acrylmodell von Herwig Romauch wurde von Schülern der HTL Lastenstraße in Klagenfurt am 24. April 2008 hergestellt. Im Juni 2011 wurde auf dem blumengeschmückten Genndarmerieplatz eine Sitzecke aufgestellt.

„Flammende Granate“ in Krumpendorf.

Denkmal auf dem Gendarmerieplatz in Krumpendorf am Wörthersee
Denkmal auf dem Gendarmerieplatz in Krumpendorf am Wörthersee
© Werner Sabitzer

Gegenüber der Polizeikaserne (ehemaliger Sitz des Landesgendarmeriekommandos Kärnten) in Krumpendorf am Wörthersee befindet sich auf dem Gendarmerieplatz das Kunstwerk der „Flammenden Granate“ auf einem Granitsockel. An der Nordseite des Sockels befindet sich die Inschrift: „Gendarmerie / 1840 – 2005". Errichtet wurde das Denkmal von der Gesellschaft der Gendarmerie- und Polizeifreunde Kärntens und der Gemeinde Krumpendorf. Die „Flammende Granate“ wurde am 31. Oktober 2006 enthüllt.

Ehrenmal in Zell am See.

„Tapfer und treu“: Ehrenmal in der Polizeiinspektion Zell am See
„Tapfer und treu“: Ehrenmal in der Polizeiinspektion Zell am See
© Werner Sabitzer

Mit dem Bau des Gendarmeriepostengebäudes (seit 2005: Polizeiinspektion Zell am See) in der Brucker Bundesstraße 3 in Zell am See im Jahr 1954 wurde in einer Wandnische im Vorraum ein Ehrenmal der Gendarmerie errichtet. Das Marmorrelief stellt zwei stilisierte Rettungseinsätze der Gendarmerie da. In der Mitte des Ehrenmahls befindet sich eingraviert der Gendarmerie-Leitspruch: „TAPFER / UND / TREU“.
In Zell am See gibt es seit 1868 einen Gendarmerieposten. Das Dienststellengebäude in der Brucker Bundesstraße 3 mit dem Gendarmerieposten, dem Abteilungskommando und dem Bezirkskommando wurde 1953/54 errichtet und am 9. Oktober 1954 bezogen. Es bestand auch eine Kurzwellenfunkstation. 1959 wurde am Flugplatz Zell am See eine Flugsicherungshilfsstelle eingerichtet, die von den Gendarmeriebeamten betreut wurde. Ab 1960 gab es im Gendarmerieposten eine Diensthundestation und 1964 erhielt der Posten einen Funkpatrouillenwagen.

Gedenktafel in Paternion.

Erinnerung an den Sitz des Kärntner Landesgendarmeriekommandos 1919
Erinnerung an den Sitz des Kärntner Landesgendarmeriekommandos 1919
© Michael Masaniger

Im Eingangsbereich des Gasthofes „Tell“ in Paternion befindet sich eine Marmortafel, die an die vorübergehende Verlegung des Landesgendarmeriekommandos Kärnten von Krumpendorf nach Paternion während des „Kärntner Abwehrkampfes“ 1919 erinnert. Die Inschrift lautet: „SITZ DES / LANDESGENDARMERIE- / KOMMANDOS / KÄRNTEN / VON 17. 6. 1919 / BIS 29. 9. 1919“. Die Erinnerungstafel wurde am 13. Mai 2005, sieben Wochen vor der Auflösung der Bundesgendarmerie in Österreich, vom letzten Kärntner Landesgendarmeriekommandanten Willibald Liberda enthüllt.

Erinnerungstafel in Bad Gleichenberg.

Auf der Fassade des „Füllhauses“ in der Unteren Brunnenstraße in Bad Gleichenberg in der Steiermark ist eine helle Marmortafel angebracht. Die goldfarbene Inschrift lautet: „IN DIESEM HAUSE / WAR SEIT DER GRÜNDUNG / 1885 – 1901 / DER / K.K. GENDARMERIEPOSTEN / GLEICHENBERG / UNTERGEBRACHT / MAI 1985“. Die Marmortafel wurde im Mai 1985 anlässlich des 100. Jahrestages der Errichtung eines Gendarmeriepostens in Bad Gleichenberg an der ersten Gendarmeriedienststelle angebracht.

Straßen und Plätze der Gendarmerie.

Gendarmeriegasse in der Burgenstadt Friesach in Kärnten
Gendarmeriegasse in der Burgenstadt Friesach in Kärnten
© Werner Sabitzer

In vielen Kärntner Orten sind Straßen nach der Gendarmerie benannt, etwa in Arnoldstein, Friesach, Glanegg, Glödnitz, Liebenfels und Wolfsberg. In Feldkirchen gibt es eine „Gendarmeriegasse“ und in Krumpendorf, Gmünd in Oberkärnten, St. Paul im Lavanttal, Spittal an der Drau, Stall, und Velden am Wörthersee besteht ein „Gendarmerieplatz“. Paternion hat einen „Platz der Gendarmerie“. Anlässlich der Markterhebungsfeier der Gemeinde Weißenstein im Bezirk Villach-Land am 30. Juli 2006 wurde ein Fußweg zum Amtsgebäude in „Gendarmerieweg“ getauft.
Außerhalb von Kärnten gibt es nur wenige nach der Gendarmerie benannte Verkehrsflächen. Die Straße zur Ausbildungs- und Einsatzzentrale des Einsatzkommandos Cobra in Wiener Neustadt wurde „Straße der Gendarmerie“ benannt. Eine „Gendarmeriestraße“ besteht in Alt-Nagelberg im Waldviertel, eine „Gendarmeriegasse“ in Leopoldsdorf im Marchfelde und ein „Gendarmerieplatz“ in Enns und in Haid bei Ansfelden. In Hof bei Salzburg und in Pettenbach in Oberösterreich gibt es einen „Gendarmerieweg“ und in Dienten am Hochkönig kann man auf einem „Gendarmerieweg“ klettern.

Werner Sabitzer


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2025

 Druckversion des Artikels (pdf, 617 kB)

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