Verkehrssicherheit
8.700 Problemstellen gemeldet
Über eine interaktive Online-Karte des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) wurden Gefahrenstellen oder Hindernisse im Radverkehr gemeldet. 8.700 Problemstellen können nun digital abgerufen werden.
Die meisten Fahrradunfälle 2021-2023 passierten auf Fahrbahnen, die für Autos vorgesehen sind
© VCÖ
Ein zentrales Element zur Verbesserung der Radinfrastruktur ist die Einbindung der Bevölkerung. Von Mitte März bis Anfang Mai 2025 hatten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, auf einer Online-Karte des VCÖ problematische Stellen für den Radverkehr zu melden. Mehr als 8.700 Problemstellen wurden österreichweit eingetragen. Diese Rückmeldungen liefern Hinweise für Politik und Verwaltung, wo Handlungsbedarf besteht – vom fehlenden Radweg über unübersichtliche Kreuzungen bis hin zu gefährlichen Straßenquerungen. Die Meldungen sind auf https://map.vcoe.at/radfahren einsehbar und alphabetisch nach Bezirken sortiert.
Radfahrinfrastruktur.
In Österreich wurden in den letzten Jahren einige Radverkehrsanlagen gebaut. Der Ausbau einer flächendeckenden, sicheren und gut vernetzten Radinfrastruktur ist eine Herausforderung. Laut VCÖ nimmt das Radverkehrsnetz mit 11.000 Kilometern Radwegen 2024 in Österreich im Vergleich zum 128.300 Kilometer langen Kfz-Straßennetz eine untergeordnete Rolle ein.
Besonders auffällig sind die regionalen Unterschiede, mit einem Radverkehrsanteil von vier Prozent in Kärnten und bis zu 22 Prozent in Vorarlberg. Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, den Radverkehrsanteil auf 14 Prozent zu verdoppeln. Um das zu erreichen, ist ein schnellerer Ausbau der Radinfrastruktur erforderlich.
Eine Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit und Attraktivität des Radverkehrs ist die Schaffung baulich getrennter Radwege und die Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit auf Tempo 30 in urbanen Gebieten.
Dies könnte sowohl die Unfallzahlen senken als auch das Radfahren als sicheres Verkehrsmittel etablieren. Zwischen 2021 und 2023 verunglückten in Österreich 136 Radfahrer tödlich, wobei der Großteil der Unfälle auf Straßen mit einem Tempolimit von 50 km/h oder höher auftrat.
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) – Mobilität mit Zukunft wurde 1988 gegründet und ist eine auf Mobilität und Transport spezialisierte, gemeinwohlorientierte Organisation. Ziel des VCÖ ist ein ökologisch verträgliches, ökonomisch effizientes, sozial gerechtes und nachthaltiges Verkehrssystem.
Verkehrsclub Österreich
Innenminister Gerhard Karner mit Fahrradpolizistinnen und -polizisten
© Tobias Bosina
Fahrradpolizei
Fahrräder mit Blaulicht
Österreichweit sind 422 Polizistinnen und Polizisten im uniformierten Fahrraddienst tätig, davon 165 in Wien. Ihnen stehen 228 Fahrräder, darunter 62 E-Bikes, zur Verfügung.
Der Fokus der Fahrradpolizei liegt auf der Verkehrssicherheit. Fahrradpolizistinnen und -polizisten erstatteten 2024 12.158 Anzeigen und stellten 13.213 Organmandate aus. Die Zahl der tödlichen Unfälle ist im Vergleich mit 2023 zwar gesunken, bleibt trotz intensiver Kontrolltätigkeit aber hoch: Im Vorjahr kamen 32 Radfahrerinnen und Radfahrer ums Leben, davon 20 mit einem E-Bike. Bei den E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern wurden sieben Todesopfer verzeichnet, bei den Fußgängerinnen und Fußgängern 47.
Anzahl der verunglückten Radfahrer im Zeitraum 2021 - 2023 in Österreich
| Örtlichkeit |
tödliche verletzt |
schwer verletzt |
leicht verletzt |
| Kfz-Fahrbahn |
110 |
5.232 |
15.733 |
| Gemeinsamer Geh- und Radweg |
11 |
810 |
3.041 |
| Radfahr- oder Mehrzweckstreifen |
7 |
164 |
1.021 |
| Radfahrüberfahrten |
6 |
245 |
1.639 |
| Radweg |
2 |
445 |
1.312 |
| Erlaubtes Radfahren gegen Einbahn |
0 |
37 |
376 |
Anteil Verunglückte auf Kfz-Fahrbahn:
tödlich verletzt: 81%
schwer verletzt: 75%
leicht verletzt:68%
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2025
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