ASEANAPOL
Transnationale Polizeiorganisation
Die nationalen Polizeiorganisationen von zehn südostasiatischen Staaten haben sich zusammengeschlossen, um Terrorismus und grenzüberschreitende Kriminalität besser bekämpfen zu können.
SWAT-Spezialisten der philippinischen Nationalpolizei in Manila: Die Nationalpolizei ist Mitglied in der ASEANAPOL
© ASEANAPOL
Angesichts der zunehmenden grenzüberschreitenden Kriminalität und des Terrorismus beschlossen die Regierungen der ASEAN-Staaten eine engere Zusammenarbeit der Polizei in Südostasien. Die 1961 gegründete Association of South East Asian Nations (ASEAN) besteht heute aus Polizeieinheiten der zehn Staaten Brunei, Kambodscha, Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.
Die erste offizielle Konferenz der ASEAN-Polizeichefs wurde vom 21. bis 23. Oktober 1981 in der philippinischen Hauptstadt Manila abgehalten. Teilnehmer waren die Polizeichefs von Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur und Thailand. Die Kooperation der Polizeichefs erhielt die Bezeichnung Association of Southeast Asian Nations Association of Chiefs of Police (ASEANAPOL). Brunei wurde 1984 Mitglied, Vietnam 1996, Laos und Myanmar 1998 sowie Kambodscha im Jahr 2000.
Hauptziele der ASEANAPOL sind die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Polizeiorganisationen der Mitgliedstaaten zur Bekämpfung von grenzüberschreitender Kriminalität und Terrorismus, die Schaffung der Infrastruktur für den sicheren Austausch von Informationen und Daten zwischen den Polizeibehörden, die Unterstützung der Polizeibehörden durch Schulungen, Workshops und Technik sowie die Kooperation mit anderen regionalen und internationalen Organisationen.
Ständiges Sekretariat.
ASEANAPOL-Logo
© Werner Sabitzer
Am 1. Jänner 2010 nahm das ASEANAPOL-Sekretariat mit ständigem Sitz in Kuala Lumpur, Malaysia, ihre Tätigkeit auf. Bis dahin erfolgte die administrative Arbeit der ASEANAPOL in jenem Mitgliedsland, das die jährliche Konferenz ausrichtete. Das Ständige Sekretariat ist unter anderem zuständig für die Standardisierung der Kommunikationsmechanismen zwischen den ASEAN-Polizeiorganisationen, die Überwachung der Umsetzung der in den gemeinsamen Kommuniqués vereinbarten Resolutionen sowie das Ausarbeiten von Aktionsplänen und Arbeitsprogrammen. Geschäftsführender Direktor ist David Martinez Vinluan, ihm unterstellt sind zwei Assistenzdirektoren für die Bereiche Planung und Programme sowie Polizeiservice. Das Exekutivkomitee besteht aus den stellvertretenden Delegationsleitern, die an der jährlichen ASEANAPOL-Konferenz teilnehmen.
Die Vision der ASEANAPOL lautet: „Zusammen schützen wir diese Region“. Als Mission versteht ASEANAPOL die „Verhütung und Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität durch eine stärkere Vernetzung und kreative polizeiliche Zusammenarbeit“. ASEANAPOL unterhält Beziehungen zu Polizeiorganisationen in einer Reihe von Staaten, darunter Australien, Volksrepublik China, Japan, Neuseeland, Südkorea, Russische Föderation, Türkei, Großbritannien (NCA) und USA (FBI). Weitere Dialogpartner sind Europol und Interpol.
Herausforderungen sind die unterschiedlichen Gesetze und Polizeipraktiken in den Mitgliedsländern sowie der Mangel an technischen und personellen Ressourcen in einzelnen Ländern.
ws
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2025
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