Verkehrsstatistik 2020

Nehammer: Polizei hat 2020 auch bei der Überwachung des Straßenverkehrs hervorragende Arbeit geleistet

Niedrigste Opferzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950 

„Die Aufgaben für die Polizistinnen und Polizisten waren 2020 vor allem durch die Corona- Pandemie geprägt. Es waren neuartige Herausforderungen – deren Umsetzung viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität erfordert haben“, sagt Innenminister Karl Nehammer. 

„Die niedrige Zahl an Verkehrstoten zeigt aber auch, dass traditionelle Aufgaben wie die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt wurden. Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten für ihren flexiblen und nachhaltigen Einsatz für die Sicherheit auf unseren Straßen in diesem besonderen Jahr“, betont der Innenminister.  

„Die Polizistinnen und Polizisten haben aber nicht nur bei der Verkehrsüberwachung, sondern auch im Rahmen der Prävention hervorragende Arbeit geleistet. Jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel, aber durch Maßnahmen im Bereich der Bewusstseinsbildung kann eine nachhaltige Verringerung erzielt werden“, sagt Nehammer.

Niedrigste Zahl an Verkehrstoten

338 Menschen verunglückten 2020 auf Österreichs Straßen tödlich. Das sind um 78 Todesopfer oder 18,8 Prozent weniger als im Jahr 2019 (416) und bedeutet gleichzeitig die bisher niedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950.  

Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen verbunden, deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen für die Polizei und das BMI. Neben der zielgerichteten Überwachung und Kontrolle seien Prävention und Bewusstseinsbildung wesentliche Aufgaben der Exekutive zur Verhinderung von Unfällen.
Die Zahl von 338 Verkehrstoten ist nur nahezu ein Neuntel der Todesopfer vom Jahr 1972, dem bisher „schwärzesten Jahr“ der Unfallstatistik (2.948 Tote). Die Zahl zugelassener Kraftfahrzeuge hat seit 1972 von 2,5 Millionen auf 7,1 Millionen zugenommen. Der Zielwert des Österreichischen Verkehrssicherheitsprogrammes 2011 bis 2020 mit 311 Opfern im Jahr 2020 (50 Prozent von 621 Getöteten) wurde mit 338 Getöteten letztendlich nicht ganz erreicht, die Reduzierung beträgt 45,6 Prozent.

In den Bundesländern

Im Burgenland gab es im abgelaufenen Jahr 18 Verkehrstote (2019: 32), in Kärnten 35 (29), in Niederösterreich 89 (101), in Oberösterreich 65 (87), in Salzburg 27 (31), in der Steiermark 52 (72), in Tirol 25 (37), in Vorarlberg 15 (15) und in Wien 12 (12). 
Eine Zunahme der Zahl an Verkehrstoten gab es nur in Kärnten (+6). In Vorarlberg und Wien blieb die Zahl gleich. In allen anderen Bundesländern gab es Rückgänge, in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und in Tirol wurden im Jahr 2020 die bisher geringsten Zahlen an Verkehrstoten seit 50 Jahren verzeichnet.

Verkehrsbeteiligung

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2020 verloren 143 Pkw-Insassen ihr Leben, 73 Motorradfahrer (davon 16 mit Leicht-Motorrädern), 49 Fußgänger, 39 Radfahrer (davon 19 mit Elektro-Fahrrädern), 20 Lkw-Insassen (davon 15 im Klein-Lkw), 4 Mopedfahrer, drei sonstige Beteiligte, drei Traktor-Lenker/Mitfahrer, zwei Microcar-Insassen, ein Lenker eines E-Scooters und ein Omnibus-Insasse. Angestiegen gegenüber 2019 ist die Zahl der getöteten E-Bike-Lenker, Lkw-Insassen und Radfahrer. Zurückgegangen ist die Zahl der getöteten Fußgänger, Motorradfahrer, Mopedfahrer und Pkw-Insassen. 

Hauptunfallursachen

Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle gelten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (31,8 Prozent), Unachtsamkeit/Ablenkung (20,9 Prozent), Vorrangverletzung (15,5 Prozent), Fehlverhalten von Fußgängern (7,3 Prozent), Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer (6,0 Prozent), Überholen (5,0 Prozent), Missachtung von Geboten/Verboten (2,8 Prozent), mangelnder Sicherheitsabstand (2,2 Prozent), Übermüdung (1,6 Prozent), und technische Defekte (1,2 Prozent). Alkoholisierung war bei 18 oder 5,7 Prozent der tödlichen Unfälle gegeben. 
Gegenüber 2019 gab es Verschiebungen, es wurden weniger Unfälle durch Unachtsamkeit/Ablenkung, Fehlverhalten von Fußgängern, Überholen und Übermüdung registriert. Bei den Hauptursachen nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit, Vorrangverletzung, Alkohol und Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer gab es Anstiege. 

Straßenarten

34 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das bedeutet einen Anteil von 10,1 Prozent an allen Verkehrstoten und einen leichten Rückgang um 2 oder 5,6 Prozent gegenüber 2019 (36). Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (125 Getötete), Landesstraßen (104) und sonstigen Straßen (75). 

Kinderunfälle

Zwei Kinder im Alter bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2020 ums Leben, davon ein Kind als Lenker eines Leichtmotorrades und ein Kind als Pkw-Insasse. 2019 verunglückten 16 und 2018 drei Kinder tödlich. Kein Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren kam 2020 bei einem Schulwegunfall ums Leben. 

Getötete auf Schutzwegen, Bahnübergängen und in Tunnelanlagen

Sieben Fußgänger kamen auf Schutzwegen ums Leben, 2019 waren es 13. Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 14 Menschen tödlich (2019: 10). Drei Tote gab es 2020 in Straßentunneln (2019: sieben). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kam 2020 kein Verkehrsteilnehmer ums Leben (2019: eine Person). 

135 (42,7 Prozent) aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt, es ist nur ein Fahrzeug am Unfall beteiligt. Von den 143 tödlich verunglückten Pkw-Insassen verwendeten 109 den Sicherheitsgurt, 34 waren nicht angegurtet. Mehr als ein Drittel aller Verkehrstoten (123 oder 36,4 Prozent) waren zum Unfallzeitpunkt 60 Jahre oder älter, 38 davon (11,2 Prozent) sogar älter als 80 Jahre. In der Altersgruppe der 17 bis 29-Jährigen kamen im abgelaufenen Jahr 79 Personen (23,4 Prozent aller Verkehrstoten) bei Verkehrsunfällen ums Leben. 55 oder 16,3 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer waren nicht österreichische Staatsbürger, fast jeder fünfte tödliche Verkehrsunfall (61 oder 19,3 Prozent) wurde von ausländischen Staatsangehörigen verursacht. 

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