Verkehrsstatistik 2021

Innenminister Karner: 359 Verkehrstote im abgelaufenen Jahr auf Österreichs Straßen

Zweitniedrigste Opferzahl seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950

„Die Aufgaben für die Polizistinnen und Polizisten waren auch 2021 vor allem durch die Corona- Pandemie geprägt. Es waren enorme Herausforderungen – deren Umsetzung viel Fingerspitzengefühl und Flexibilität erfordert haben“, sagt Innenminister Gerhard Karner.

„Die zweitniedrige Zahl an Verkehrstoten zeigt aber auch, dass traditionelle Aufgaben wie die Verkehrsüberwachung nicht vernachlässigt wurden. Ich danke allen Polizistinnen und Polizisten für ihren flexiblen und nachhaltigen Einsatz für die Sicherheit auf unseren Straßen in diesem besonderen Jahr“, betont der Innenminister.

„Die Polizistinnen und Polizisten haben aber nicht nur bei der Verkehrsüberwachung, sondern auch im Rahmen der Prävention hervorragende Arbeit geleistet. Jeder Verkehrsunfall ist einer zu viel, aber durch Maßnahmen im Bereich der Bewusstseinsbildung kann eine nachhaltige Verringerung erzielt werden“, sagt Karner.

Zweitniedrigste Zahl an Verkehrstoten

359 Menschen verunglückten 2021 auf Österreichs Straßen tödlich. Das sind um 15 Todesopfer oder 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2020 (344) und bedeutet gleichzeitig die bisher zweitniedrigste Zahl an Verkehrstoten seit Beginn der Aufzeichnungen im BMI im Jahr 1950. Noch vor 9 Jahren, im Jahr 2012 mussten mit 531 Getöteten, deutlich mehr als 500 Verkehrstote beklagt werden.

Jeder schwere Verkehrsunfall ist mit viel Leid für die Opfer und deren Angehörigen verbunden, deshalb ist größtmögliche Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen für die Polizei und das BMI. Neben der zielgerichteten Überwachung und Kontrolle seien Prävention und Bewusstseinsbildung wesentliche Aufgaben der Exekutive zur Verhinderung von Unfällen.
Die Zahl von 359 Verkehrstoten ist nur nahezu ein Achtel der Todesopfer vom Jahr 1972, dem bisher „schwärzesten Jahr“ der Unfallstatistik (2.948 Tote). Die Zahl zugelassener Kraftfahrzeuge hat seit 1972 nahezu verdreifacht und ist von 2,5 Millionen auf 7,2 Millionen gestiegen.

In den Bundesländern

Im Burgenland gab es im abgelaufenen Jahr 8 Verkehrstote (2020: 18), in Kärnten 38 (35), in Niederösterreich 92 (90), in Oberösterreich 91 (67), in Salzburg 24 (28), in der Steiermark 50 (52), in Tirol 28 (26), in Vorarlberg 13 (16) und in Wien 15 (12). Eine Zunahme der Zahl an Verkehrstoten gab es in Kärnten (+3), in Niederösterreich (+2), in Oberösterreich (+24), in Tirol (+2) und in Wien (+3). In allen anderen Bundesländern gab es Rückgänge. Im Burgenland, in Salzburg und der Steiermark wurden im Jahr 2021 die bisher geringsten Zahlen an Verkehrstoten seit 60 Jahren verzeichnet.

Verkehrsbeteiligung

Bei den tödlichen Verkehrsunfällen 2021 verloren 161 Pkw-Insassen ihr Leben, 75 Motorradfahrer (davon 19 mit Leicht-Motorrädern), 48 Radfahrer (davon 22 mit Elektro-Fahrrädern), 35 Fußgänger, 19 Lkw-Insassen (davon 15 im Klein-Lkw), 13 Mopedfahrer (davon einer mit einem Elektro-Moped), drei Traktor-Lenker, zwei Lenker von E-Scootern, ein Microcar-Lenker, ein Lenker einer selbstfahrenden Arbeitsmaschine und ein sonstiger Beteiligter. Angestiegen gegenüber 2020 ist die Zahl der getöteten Pkw-Insassen, der Radfahrer und E-Bike-Lenker, Moped-Lenker und Leichtmotorradlenker. Zurückgegangen ist die Zahl der getöteten Fußgänger.

Hauptunfallursachen

Als vermutliche Hauptunfallursachen der tödlichen Verkehrsunfälle gelten nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (26,9 Prozent), Unachtsamkeit/Ablenkung (24,5 Prozent), Vorrangverletzung (15,5 Prozent), Missachtung von Geboten/Verboten (6,9 Prozent) Fehlverhalten von Fußgängern (5,7 Prozent), Überholen (5,0 Prozent), Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer (4,1 Prozent), Übermüdung (3,0 Prozent), mangelnder Sicherheitsabstand (1,5 Prozent) und technische Defekte (0,3 Prozent). Alkoholisierung war bei 22 oder 6,6 Prozent der tödlichen Unfälle gegeben. Gegenüber 2020 gab es Verschiebungen, es wurden weniger Unfälle durch Fehlverhalten von Fußgängern, Herz-/Kreislaufversagen/akute Erkrankungen am Steuer, mangelnden Sicherheitsabstand, nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit und technische Defekte registriert. Bei den Hauptursachen Alkohol, Missachtung von Geboten/Verboten, Überholen, Übermüdung, Unachtsamkeit/Ablenkung und Vorrangverletzung gab es Anstiege.

Straßenarten

37 Verkehrstote gab es auf Autobahnen und Schnellstraßen; das bedeutet einen Anteil von 10,3 Prozent an allen Verkehrstoten und einen leichten Anstieg um 3 oder 8,8 Prozent gegenüber 2020 (34). Der Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich auf den ehemaligen Bundesstraßen (134 Getötete), sonstigen Straßen (97) und Landesstraßen (91).

Straßenarten

Sechs Kinder im Alter bis 14 Jahren kamen im Straßenverkehr 2021 ums Leben, davon 3 als Pkw-Insassen, 1 als Fußgänger, 1 als Mitfahrer auf einem Moped und 1 als Radfahrer. 2020 verunglückten 2 und 2019 16 Kinder tödlich. Ein Kind im Alter von 6 bis 15 Jahren kam 2021 bei einem Schulwegunfall ums Leben.

Getötete auf Schutzwegen, Bahnübergängen und in Tunnelanlagen

Ein Fußgänger kam auf einem Schutzweg ums Leben, 2020 waren es 8. Auf Bahnübergängen bei Eisenbahnkreuzungsanlagen verunglückten 9 Menschen tödlich (2020: 15). Zwei Tote gab es 2021 in Straßentunneln (2020: 3). Bei Verkehrsunfällen mit Geisterfahrern kamen 2021 drei Verkehrsteilnehmer ums Leben (2020: 0).

123 (36,7 Prozent) aller tödlichen Unfälle sind Alleinunfälle, das heißt, es ist nur ein Fahrzeug am Unfall beteiligt. Von den 161 tödlich verunglückten Pkw-Insassen verwendeten 119 den Sicherheitsgurt, 42 waren nicht angegurtet. Ein Drittel aller Verkehrstoten (119 oder 33,1 Prozent) waren zum Unfallzeitpunkt 60 Jahre oder älter, 35 davon (9,7 Prozent) sogar älter als 80 Jahre. In der Altersgruppe der 17 bis 29-Jährigen kamen im abgelaufenen Jahr 84 Personen (23,3 Prozent aller Verkehrstoten) bei Verkehrsunfällen ums Leben. 64 oder 17,8 Prozent der getöteten Verkehrsteilnehmer waren nicht österreichische Staatsbürger, fast jeder vierte tödliche Verkehrsunfall (83 oder 24,7 Prozent) wurde von ausländischen Staatsangehörigen verursacht.

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