Aktuelles
"Sicher und FAIRnetzt" – Tagung zur digitalen Sicherheit
Im Integrationszentrum Wien fand am 29. Jänner 2026 die Expertinnen- und Experten-Tagung "Sicher und FAIRnetzt – Schutz vor Extremismus und digitaler Gewalt in Zeiten künstlicher Intelligenz" statt. Veranstaltet wurde die Tagung vom Bundesministerium für Inneres (BMI) in Kooperation mit dem Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF).
Anlässlich des "Safer Internet Day" am 10. Februar 2026 initiiert das Bundesministerium für Inneres (BMI) ab dem 26. Jänner 2026 einen bundesweiten Schwerpunktmonat unter dem Titel "Sicher und FAIRnetzt". Ziel dieser Initiative ist, Prävention, Information und Sensibilisierung im Hinblick auf Gefahren im digitalen Raum zu stärken. Im Fokus stand insbesondere der Schutz vor digitaler Gewalt, Desinformation sowie extremistischen Einflussnahmen – auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung künstlicher Intelligenz.
Im Rahmen dieses Schwerpunktmonats fand am 29. Jänner 2026 im Integrationszentrum Wien die Expertinnen- und Experten-Tagung "Sicher und FAIRnetzt – Schutz vor Extremismus und digitaler Gewalt in Zeiten künstlicher Intelligenz" statt. Die Veranstaltung wurde von der BMI-Abteilung für Grund- und menschenrechtliche Angelegenheiten in Kooperation mit dem ÖIF ausgerichtet.
Kriminalprävention
Andreas Loibner von der Kriminalprävention des Bundeskriminalamts referierte über zentrale Formen digitaler Gewalt und sexualisierter Online-Kriminalität, darunter Sextortion – eine Erpressungsmethode, bei der Täterinnen und Täter über soziale Netzwerke oder Videochats intime Aufnahmen erschleichen und Betroffene anschließend mit deren Veröffentlichung erpressen. Ein weiteres Thema war
Cybergrooming, also das gezielte Ansprechen von Kindern und Jugendlichen im Internet zur Anbahnung sexueller Kontakte.
Anhand typischer Warnsignale zeigte er auf, wie Täterinnen und Täter Vertrauen aufbauen und welche Risiken ein zu sorgloser Umgang mit persönlichen Daten in sozialen Medien birgt. Ergänzend stellte er konkrete Präventionsempfehlungen für Betroffene, Eltern und Kinder vor, darunter sichere Privatsphäre-Einstellungen, kritischen Umgang mit Online-Kontakten, Beweissicherung und die rasche Kontaktaufnahme mit der Polizei oder mit Beratungsstellen. Abschließend präsentierte er das bundesweite Gewaltpräventionsprogramm "UNDER 18" des Bundeskriminalamts, das sich mit Gewaltprävention – auch digitaler Gewalt – und Suchtdeliktsprävention befasst und österreichweit von rund 450 speziell ausgebildeten Präventionsbeamtinnen und -beamten an Schulen umgesetzt wird.
Radikalisierungs- und Extremismusprävention
Eine Expertin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) mit einem Hintergrund in Kriminalsoziologie beleuchtete Formen und Ausprägungen von Radikalisierung anhand konkreter Beispiele wie den versuchten Anschlag auf das Wiener Taylor-Swift-Konzert sowie die Tat in Villach.
Die Präventionsexpertin erläuterte den Prozess der Radikalisierung mit Push- und Pull-Faktoren: Push-Faktoren wie Diskriminierungserfahrungen, persönliche Krisen, soziale Isolation sowie Wut und Frustration würden Menschen aus der Gesellschaft herausdrängen und ihre Anfälligkeit für extremistische Ideologien erhöhen. Dem gegenüber stehen Pull-Faktoren, mit denen extremistische Gruppen gezielt anziehen, etwa durch das Versprechen von Identität und Sinnstiftung, Zugehörigkeit und Gemeinschaft, einfachen ideologischen Erklärungen komplexer Probleme sowie die Faszination von Macht und Gewalt. Verstärkt werden diese Dynamiken insbesondere durch das Internet und soziale Medien, die Propaganda, Vernetzung und Rekrutierung erleichtern. Sie betonte zudem, dass Radikalisierung ein individueller, nicht linearer Prozess ist, der stark vom sozialen Umfeld und Kontakten zu bereits radikalisierten Personen beeinflusst wird.
Im Anschluss an die Vorträge bestand die Möglichkeit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung mit unterschiedlichen Organisationseinheiten des BMI. Hierzu gab es Informationstische zu den Angeboten der Kriminalprävention (UNDER 18), zu "Digitale Sicherheit", den Angeboten zu den Cyberkids, zu den Themenschwerpunkten Hate Crime und Hate Speech und zur Initiative Gemeinsam.Sicher. Der ÖIF informierte über seine Angebote mit einem Schwerpunkt auf Maßnahmen in der Männerberatung.
Ergänzend zur Tagung werden im Rahmen des Schwerpunktmonats bundesweit über 240 Informationsveranstaltungen durchgeführt.