Innenministerium
Pionier der Zielfahndung geht in Pension
Udo Stattmann, einer der bedeutendsten Pioniere der österreichischen Zielfahndung, trat in den Ruhestand. Innenminister Gerhard Karner überreichte ihm für seine beruflichen Leistungen das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich.
Innenminister Gerhard Karner verabschiedete Udo Stattmann am 28. Jänner 2026 in die Pension. Für seine außergewöhnliche berufliche Laufbahn erhielt er das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Zahlreiche Führungskräfte, Kolleginnen und Kollegen sowie seine Familie nahmen an der Ehrung teil. Bundeskriminalamt-Direktor Andreas Holzer hielt eine Laudatio.
"Mit Chefinspektor Udo Stattmann geht ein Pionier der Zielfahndung in Österreich in den wohlverdienten Ruhestand. Durch sein Engagement konnten in den vergangenen 25 Jahren mehr als 320 gesuchte Straftäter festgenommen und dadurch die Sicherheit für die Bevölkerung erhöht werden", betonte der Innenminister.
Udo Stattmann trat am 1. September 1980 in den öffentlichen Dienst ein und begann seine Karriere bei der Bundespolizeidirektion Wien. Ab September 1993 war er der Einsatzgruppe D zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (EDOK) dienstzugeteilt.
2001 wirkte Sattmann entscheidend am Aufbau der Zielfahndungseinheit im Bundeskriminalamt mit. Rund 200 Zielfahndungsfälle schloss er innerhalb von hundert Tagen positiv ab. Seit 2021 leitete er die Einheit Zielfahndung im Bundeskriminalamt interimistisch.
Stattmann zählt zu den Gründervätern des äußerst erfolgreichen europäischen Netzwerks ENFAST (European Network of Fugitive Active Search Teams), das heute ein zentraler Baustein der internationalen Fahndungsarbeit ist.
Neben seiner operativen Tätigkeit war er auch als Koordinator für Einsatztrainings im Bundeskriminalamt sowie für verdeckte Ermittler verantwortlich. Sein Fachwissen gab er als Vortragender bei zahlreichen Weiterbildungen weiter – unter anderem für Landeskriminalämter, die Mitteleuropäische Polizeiakademie, europäische Verbindungsbeamte im Ausland sowie für Staatsanwaltschaften.
Ein weiterer nachhaltiger Beitrag war die Mitbegründung der von Europol bereitgestellten Webseite "EU Most Wanted" gemeinsam mit Helmut Reinmüller. Auch die "Austrian Most Wanted"-Seite im BMI geht auf sein Engagement zurück.
Mit seinem jahrzehntelangen Einsatz, seiner Fachkompetenz und seinem Weitblick hat Udo Stattmann die Zielfahndung in Österreich entscheidend geprägt und Maßstäbe weit über die Landesgrenzen hinweggesetzt.