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Kranzniederlegung am Grab des Gendarmeriegründers Kempen von Fichtenstamm
Im Rahmen der Polizeioffiziers-Ausbildung des Jahrgangs 2024 fand am 15. September 2026 am Akademiefriedhof der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt eine feierliche Kranzniederlegung am Grab von Johann Franz Freiherr Kempen von Fichtenstamm statt.
Mit der Gedenkveranstaltung wurde an den Gründer der österreichischen Gendarmerie erinnert und die Bedeutung des Traditions- und Geschichtsbewusstseins innerhalb der Polizei hervorgehoben.
Die angehenden Polizeioffizierinnen und Polizeioffiziere nahmen im Rahmen einer Lehrveranstaltung an der Theresianischen Militärakademie an der feierlichen Kranzniederlegung teil. Diese bot ihnen die Gelegenheit, sich mit den historischen Wurzeln der Polizei auseinanderzusetzen und die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit der eigenen Geschichte zu vertiefen.
An der feierlichen Gedenkveranstaltung nahmen Bundespolizeidirektor Michael Takács, Generalmajor Karlheinz Dudek, Oberst Rudolf Haas sowie weitere Vortragende der Offiziersausbildung teil. Das Bundesministerium für Landesverteidigung war unter anderem durch Generalmajor Philipp Ségur-Cabanac, Kommandant der Theresianischen Militärakademie, sowie Oberst des Generalstabs Markus Reisner, Leiter des Instituts für Offiziersgrundausbildung beim Bundesheer, vertreten. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Polizeimusik Wien.
Traditionsbewusstsein und Verantwortung im demokratischen Rechtsstaat
In seiner Ansprache betonte Bundespolizeidirektor Michael Takács die Bedeutung der Traditionspflege und der kritischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. "Tradition ist Bewegung. Sie ist das Weitergeben des Feuers, nicht das Anbeten der Asche." Um die Gegenwart der modernen, rechtsstaatlichen Bundespolizei zu verstehen, sei auch ein Blick auf ihre historischen Wurzeln notwendig. Johann Franz Freiherr Kempen von Fichtenstamm habe vor beinahe 180 Jahren den Grundstein für das staatliche Sicherheitswesen gelegt, sagte der Bundespolizeidirektor. Gleichzeitig unterstrich er, dass Traditionspflege stets mit kritischer Reflexion und werteorientiertem Vorbildwirken verbunden sein müsse. Eine unreflektierte Verklärung der Geschichte oder das bloße Kopieren der Vergangenheit dürften dabei keinen Platz haben.
Kempen von Fichtenstamm errichtete im Neoabsolutismus eine Polizeibehörde, die nach den Ereignissen des Jahres 1848 einem absolutistischen Herrscher diente. Die heutige Polizei hingegen habe die organisatorischen Grundlagen und Traditionen der damaligen Gendarmerie auf das Fundament der Menschenrechte und der demokratischen Rechtsstaatlichkeit gestellt, sagte Takács abschließend. "Damals diente das Korps dem Monarchen, heute dient die Polizei den Bürgerinnen und Bürgern unserer Republik."