Innenministerium
KZ-Gedenkstätte Mauthausen: Wiederbestellung der Geschäftsführung
Am 30. September überreichte Innenminister Gerhard Karner der Geschäftsführung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen im feierlichen Rahmen die Ernennungsdekrete zur Wiederbestellung.
Unter der Leitung von Direktorin Barbara Glück sowie Jochen Wollner (kaufmännische Leitung) und Gudrun Blohberger (pädagogische Leitung) wird die erfolgreiche Arbeit der Gedenkstätte in den kommenden fünf Jahren fortgesetzt.
Innenminister Karner sprach Direktorin Glück und der Geschäftsführung seinen ausdrücklichen Dank für ihr großes Engagement und ihren Einsatz in den vergangenen Jahren aus. Zugleich zeigte er sich überzeugt, dass die Gedenkstätte auch in den kommenden Jahren in besten Händen sei. "Das Mauthausen Memorial mit Barbara Glück und ihrem Team an der Spitze steht für moderne und zeitgemäße Gedenkarbeit", sagte der Innenminister. "Dies ist eine große Verantwortung und vor allem auch eine gemeinsame Verantwortung für unser Land."
Auch Barbara Glück, bisherige und künftig erneut amtierende Direktorin des Mauthausen Memorials, bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres sowie dem Kuratorium. Auch künftig sollen Zusammenhalt, Kontinuität und eine gemeinsame Vision die Arbeit und die weitere Entwicklung der KZ-Gedenkstätte prägen, sagte Glück. "Wir sind motiviert, engagiert und haben gemeinsam mit unserem großartigen Team noch viel vor. Wir befinden uns gerade in einem spannenden Wandel, in dem wir Gedenken neu definieren, zur Mitsprache und Partizipation einladen und mit der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Gusen österreichweit das größte Gedenkprojekt umsetzen dürfen. Danke für das in uns gesetzte Vertrauen und für die Unterstützung durch all unsere Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter."
Der Vorsitzende des Kuratoriums, Sektionschef Mathias Vogl, würdigte in seiner Laudatio die bisherigen Leistungen der Gedenkstätte unter der Leitung von Barbara Glück. "Die Wiederbestellung des Leitungsteams ist ein starkes Zeichen. Sie ist ein Zeichen des Vertrauens in die fachliche Kompetenz, in die Erfahrung und in die täglich gelebte Verantwortung. Und sie ist nicht zuletzt eine Anerkennung für das, was in den vergangenen zehn Jahren für die Bundesanstalt Mauthausen Memorial geleistet und erreicht wurde." Für die zukünftige Arbeit wünschte er dem Direktorium, dass es gelingen möge, "das Mauthausen Memorial auch in Zukunft als das zu bewahren und weiterzuentwickeln, was es für unser Land sein soll: ein würdiger Ort des Gedenkens, ein Ort der Wahrheit, ein Ort des Lernens und ein Ort der Verantwortung."
Erfolgsgeschichte Gedenkstätte
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen hat sich in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und dabei wichtige Meilensteine erreicht. Allen voran steht die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Gusen, die nach dem Ankauf bedeutender historischer Grundstücke durch die Republik, einem partizipativen Beteiligungsprozess und einem internationalen Architektenwettbewerb in vollem Gange ist.
Aber auch an den Standorten der anderen rund 40 Außenlager konnten maßgebliche Impulse gesetzt werden. So wurden unter anderem in Gunskirchen, Hirtenberg, Guntramsdorf und Vöcklabruck Stelen zur Sichtbarmachung der unterschiedlichen kleineren Lager errichtet. Gleichzeitig wurde die KZ-Gedenkstätte Melk etabliert, die in den kommenden Jahren räumlich und inhaltlich weiterentwickelt werden soll. Im Jahr 2025 besuchten über 260.000 Personen die KZ-Gedenkstätten Mauthausen, Gusen und Melk.
Zehn Jahre Bundesanstalt KZ-Gedenkstätte Mauthausen
Die KZ-Gedenkstätte Mauthausen widmet sich als wertvoller Bestandteil der österreichischen Erinnerungslandschaft dem würdevollen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, der wissenschaftlichen Erforschung und Dokumentation, der Präventionsarbeit im Kampf gegen nationalsozialistische Wiederbetätigung und Antisemitismus sowie der Sichtbarmachung der zahlreichen Außenlager.
Mit 1. Jänner 2017 wurde sie mit dem Gedenkstättengesetz in die Bundesanstalt KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Mauthausen Memorial überführt. Die Rechtsform einer Bundesanstalt des öffentlichen Rechts gewährleistet einerseits deren Gemeinnützigkeit und politische Unabhängigkeit und stellt andererseits die staatspolitische Verantwortung sicher.
Der Geschäftsführung stehen neben dem Kuratorium, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern unterschiedlicher Bundesministerien und Institutionen zusammensetzt, auch ein wissenschaftlicher und ein internationaler Beirat zur Seite.