Internationale Zusammenarbeit
EU-gefördertes Projekt zur Stärkung spezialisierter Polizeieinheiten
Ein Projekt der österreichischen und tschechischen Polizei, gefördert aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, stärkte im vergangenen Jahr die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen Tschechien und Österreich. Darüber hinaus leistete das Projekt einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zum Vertrauensaufbau zwischen den beteiligten Einheiten.
Die Kreispolizeidirektion des Südmährischen Kreises, das Bundesministerium für Inneres und die Landespolizeidirektion Niederösterreich initiierten im Jahr 2025 das Projekt "Gemeinsames Training, Übungen und Ausbildung tschechischer und österreichischer spezialisierter Sicherheitseinheiten". Im Zeitraum von April bis Dezember 2025 wurden 14 Projektaktivitäten veranstaltet, um die fachlichen Fähigkeiten, Kompetenzen und die Zusammenarbeit zwischen tschechischen und österreichischen spezialisierten Sicherheitseinheiten zu stärken. Das Projekt richtete sich an vier Zielgruppen: Verhandlungsgruppen, Bereitschaftseinheiten, die Motorradpolizei sowie Observationsbeamtinnen und -beamte.
Auszug aus den Projektaktivitäten
Gemeinsames Training der Verkehrspolizei
Während Trainingstreffen in Österreich und in der Tschechischen Republik tauschten die beteiligten Polizeieinheiten Erfahrungen in den Bereichen Ausbildung, Einsatzpraxis und Organisation des Motorraddienstes aus. Die Teilnehmenden beschlossen, die österreichisch-tschechische Zusammenarbeit insbesondere im Bereich der Ausbildung von Motorradpolizistinnen und -polizisten weiter zu vertiefen.
Gemeinsame Trainings der Instruktoren der Bereitschaftseinheiten
Österreichische Polizeibeamtinnen und -beamte absolvierten in der Tschechischen Republik ein Training im künstlich angelegten Wildwasserkanal in Roudnice nad Labem. Außerdem wurde ihnen das neu errichtete multifunktionale Trainingszentrum in Brno Reckovice gezeigt. Sie nahmen an einem Schießtraining teil und besuchten die "Internationale Messe für Verteidigungs- und Sicherheitstechnik" (IDET) in Brünn.
Beim Gegenbesuch in Österreich absolvierten tschechische Polizeibeamtinnen und -beamte eine Schulung in Seil- und Hochgebirgstechnik in Sankt Lorenz, besuchten das Einsatztrainingszentrum in Sattledt und nahmen ebenfalls an einem Schießtraining teil.
Ausbildung der Führungskräfte der Bereitschaftseinheiten
Die österreichischen Polizeibeamten begleiteten eine groß angelegte Sicherheitsmaßnahme anlässlich des Großen Preises der Tschechischen Republik 2025 für Straßenmotorräder, der nach fünf Jahren wieder auf dem Masaryk-Ring in Brünn ausgetragen wurde. Dabei erhielten die österreichischen Polizeibediensteten Einblicke in die Vorgehensweisen der tschechischen Polizei bei Veranstaltungen dieser Größenordnung.
Während des Gegenbesuchs in Österreich lernten tschechische Polizeibeamte die Arbeitsweise der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) sowie des Streifendienstes kennen. Zudem nahmen sie an einer Sicherheitsmaßnahme während eines Fußballspiels im Ernst-Happel-Stadion in Wien teil, bei dem das Qualifikationsspiel Österreich gegen Bosnien und Herzegowina ausgetragen wurde.
Sanitätsausbildung in der Tschechischen Republik
Im September 2025 nahmen Polizeibeamte der SPJ Brno und der WEGA an einem Grund- und Aufbaukurs der taktischen Medizin (TECC LEO / TECC Provider) in Lhenice teil.
Das Projekt "Gemeinsames Training, Übungen und Ausbildung tschechischer und österreichischer spezialisierter Sicherheitseinheiten" wurde im Rahmen des Fonds für kleine Projekte des Programms Interreg Österreich–Tschechien 2021–2027 ("people to people") umgesetzt. Das Gesamtbudget des Projekts betrug 28.047,39 Euro, wovon 22.437,91 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert wurden.