Innenministerium
4. Hate-Crime-Bericht auf BMI-Homepage abrufbar
Anlässlich des Europäischen Gedenktags für die Opfer von Hasskriminalität am 22. Juli veröffentlicht das Bundesministerium für Inneres den 4. Bericht zu Hate Crime in Österreich.
Der 4. Hate-Crime-Bericht dokumentiert Straftaten mit vorurteilsmotivierten Tatmotiven wie Herkunft, Religion, Geschlecht oder Weltanschauung. Ziel ist, ein Bild über das Ausmaß und die Entwicklung von Hasskriminalität zu zeichnen sowie entsprechende Gegenmaßnahmen sichtbar zu machen.
"Wir müssen als Gesellschaft gegen jede Form der Hasskriminalität auftreten. Alle von Hate Crime betroffenen Menschen sollen in Österreich jene Hilfe und jenen Schutz erhalten, den sie brauchen" sagt Innenminister Gerhard Karner. "Wie konsequent die Polizei gegen Hasskriminalität vorgeht, zeigt auch ein Großeinsatz Ende März 2025, bei dem 15 Personen eines organisierten Verbrecher-Netzwerks festgenommen werden konnten."
Eckdaten
6.786 vorurteilsmotivierte Straftaten mit 7.614 Vorurteilsmotiven wurden 2024 zur Anzeige gebracht, eine Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber 2023 (5.668 Straftaten mit 6.461 Motiven). Der Anstieg ist unter anderem auf intensive polizeiliche Maßnahmen und gestiegene Anzeigebereitschaft zurückzuführen. Die Aufklärungsquote lag bei 67 Prozent. Die höchsten Pro-Kopf-Raten lagen in Salzburg, Wien und Kärnten.
Tatverdächtige und Opfer
86 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer (Gesamtkriminalität: 78 Prozent), und 26 Prozent sind keine österreichischen Staatsbürger (Gesamtkriminalität: 47 Prozent).
63 Prozent der Opfer gewaltbezogener Hasskriminalität sind Männer.
25 Prozent aller Hate Crimes werden online begangen, bei 75 Prozent davon handelt es sich um Verstöße gegen das NS-Verbotsgesetz.
Häufigste Delikte
Den größten Anteil der dokumentierten Vorurteilsmotive machten im Berichtsjahr folgende Delikte aus:
Verstöße gegen NS-Verbotsgesetz: 2.952 Motive (ca. 39 Prozent), Sachbeschädigungen: 1.396 Motive (ca. 18 Prozent), Körperverletzungen: 661 Motive (ca. neun Prozent) und Verhetzungen: 599 Motive (ca. 8 Prozent).
Maßnahmen
Zur Bekämpfung von Hasskriminalität setzt das Innenministerium auf mehrere Maßnahmen: Intensive Schulungen für Exekutivbedienstete, um Vorurteilsmotive besser zu erkennen und gezielt zu verfolgen. Sensibilisierungsarbeit in der Bevölkerung, um das Bewusstsein für Hate Crime zu stärken. Präventionsprogramme an Schulen, um junge Menschen frühzeitig aufzuklären und vorzubeugen.
Der Bericht steht auf www.bmi.gv.at zum Download zur Verfügung.