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Aktuelles

Asylstatistik September: Rückgang der Asylanträge um 32 Prozent

Von Jänner bis September 2025 wurden in Österreich 5.275 originäre, also neue, Asylanträge gestellt.

Die Anzahl an Anträgen auf internationalen Schutz ("Asylanträge") ist in Österreich weiterhin stark rückläufig. Grund dafür ist ein Bündel an Maßnahmen, die national und auch international gesetzt werden, um Migrationsströme zu unterbinden und die österreichischen Grenzen zu schützen.

Um das Asylsystem in Österreich zu entlasten, sind Abschiebungen dort, wo sie rechtlich möglich sind, im Fokus der Bemühungen. Ein striktes Rückführungs- und Abschiebeprogramm forciert außerdem die Außerlandesbringungen nach Syrien, vor allem bei Straftäterinnen und Straftätern.

Bundeskanzler Christian Stocker betonte: "Ich bin für Nulltoleranz gegenüber jen.en, die unsere Hilfsbereitschaft ausnützen und bei uns Straftaten begehen. Österreich ist das erste und einzige Land in ganz Europa, das nach Syrien abschiebt. Mein Ziel ist klar: Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan müssen zum Standard werden."

Innenminister Gerhard Karner sagte: "Der eingeschlagene Weg – nämlich illegale Migration durch ein Bündel an Maßnahmen gegen Null zu drängen – zeigt Wirkung. Das ist kein Grund zum Jubeln, sondern ein Auftrag, hart und konsequent in der Sache weiterzuarbeiten."

Die Asylzahlen von heuer sowie vom September im Detail

Wichtig: Bei Asylanträgen muss zwischen originären und nicht-originären Anträgen unterschieden werden. Originäre Anträge kommen von Personen, die tatsächlich "neu" im Bundesgebiet sind, also von Menschen, die in Form einer Migrationsbewegung neu nach Österreich gekommen sind. Nicht-originäre Anträge kommen von Menschen, die bereits in Österreich aufhältig waren/sind (evtl. mit anderem Schutzstatus oder nachgeborene Kinder).

Insgesamt kann das Innenministerium für 2025 bei Asylanträgen einen Rückgang um 32 Prozent zum Vergleichszeitraum 2024 ausweisen (von 19.075 auf 13.032).

Von Jänner bis September 2025 wurden in Österreich nur 5.275 originäre, also neue, Asylanträge gestellt. In der Gesamtbetrachtung sind dies lediglich 40 Prozent der Gesamtzahl an Anträgen. Die anderen 60 Prozent (7.757 Asylanträge) sind nicht-originäre Anträge.

Im September 2025 wurden 1.410 Asylanträge eingebracht. Die meisten Anträge stammten hierbei von Syrerinnen und Syrern (354), jedoch entfällt der Großteil dieser Teilmenge auf nachgeborene Kinder (197).

Syrien – Rückführungs- und Abschiebeprogramm

Nach dem Sturz des Assad-Regimes hat Innenminister Karner den Auftrag für ein geordnetes Rückführungs- und Abschiebeprogramm erteilt. Im Zuge dieser Offensive leitete das Innenministerium bisher mehr als 8.450 Asyl-Aberkennungsverfahren ein.

Es wurden zudem auch Maßnahmen gesetzt, um die freiwillige Rückkehr von syrischen Staatsangehörigen zu forcieren. Dazu wurde seitens der Bundesagentur für Betreuungs- und Unterstützungsleistungen (BBU) die Rückkehrberatung intensiviert und das Innenministerium unterstützt die freiwillige Rückkehr durch unterschiedliche Maßnahmen und Anreize.

Die BBU führte mehr als 1.350 Rückkehrberatungen durch und es sind bereits 662 Syrer freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Vor dem Hintergrund einer sehr schwierigen geopolitischen, rechtlichen aber auch operativen Situation im Nahen Osten sind diese Zahlen beachtlich und zeichnen Österreich europaweit als führendes Land in Sachen Rückführungen aus.

Wer ein aufrechtes Bleiberecht hat und sich durch Arbeit oder Ausbildung in Österreich integriert hat, ist von Maßnahmen zur Beendigung des Aufenthalts nicht betroffen.

Abschiebungen Jänner bis September 2025: Vorläufige Zahlen

Von den 10.463 Abschiebungen des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) erfolgten 5.516 Ausreisen (53 Prozent) eigenständig, 4.947 (47 Prozent) zwangsweise. Bei den Abschiebungen sind 50 Prozent der Personen strafrechtlich verurteilt. So wurden beispielsweise bis Ende September insgesamt 717 Dublin-Überstellungen durchgeführt, davon 89 Personen aus Afghanistan, 75 Algerierinnen und Algerier sowie 74 syrische Staatsangehörige.

Die Asyl-Entscheidungsstatistik

Bis Ende September wurden 23.550 Verfahren negativ beschieden oder eingestellt. 1.385 Personen verzichteten freiwillig auf Schutz und verließen Österreich während des Verfahrens. In 7.897 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.

Keine Chance auf Asyl hatten im September Anträge von Personen aus Marokko (1,8 Prozent), Georgien (1,7 Prozent) und Indien (1,5 Prozent). Hier führt das BFA weiterhin Schnell- und Eilverfahren durch: Bis Ende September wurden 485 negative Entscheidungen innerhalb von 28 Tagen bzw. 72 Stunden in der ersten Instanz getroffen.

Rückbau von Versorgungsinfrastruktur: Abbau in Nickelsdorf und Spielfeld abgeschlossen

In den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Maßnahmen im Kampf gegen die illegale Migration und die Schleppermafia gesetzt. Dadurch ist es kontinuierlich gelungen, die illegale Migration zu reduzieren.

An der Grenzkontrollstelle Spielfeld zeigt die Lage in den vergangenen beiden Jahren kaum illegale Migration, weshalb vier nicht mehr benötigte Zelte mittlerweile abgebaut wurden. Der Abbau der vier Großraumzelte in Nickelsdorf ist ebenfalls bereits abgeschlossen.

Maßnahmen wie die Operation Fox auf ungarischem Staatsgebiet und erhebliche Ressourcenaufwendungen im Inland zeigen Wirkung: Die Schleppermafia meidet seit Jahren Österreich und seine Grenzen. Dass unlängst die Verfolgung eines Schleppers von Ungarn nach Österreich großes mediales Aufsehen erzeugt hatte, beweist, wie selten derartige Amtshandlungen mittlerweile geworden sind – ein direkt messbarer und unwiderlegbarer Beweis für die hohe Effektivität der Maßnahmen gegen die Schlepperei und illegale Migration.

Waren es im Oktober 2022 noch knapp 14.900 Aufgriffe an der Grenze im Burgenland, sind im Oktober nur mehr 91 illegale Fremde aufgegriffen worden. Die Schlepperrouten konnten so von der Ostgrenze verdrängt werden, vor allem an die sogenannte Balkan-Küstenroute.

Geringe Zahlen in der Grundversorgung: Einsparungen im Asylbereich möglich

Aktuell befinden sich 55.172 Menschen in Grundversorgung, davon 1.275 Menschen in Bundesbetreuung. Der Großteil – nämlich mehr als 30.000 – sind Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Zu Jahresbeginn 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung. Durch den Rückgang sind auch Einsparungen möglich. Allein die Zahl der Bundesquartiere konnte in den vergangenen beiden Jahren von mehr als 30 auf aktuell acht gesenkt werden.

Blick ins europäische Ausland

In Europa (inkl. Schweiz und Norwegen) gab es 2025 bis Ende September mit 597.595 Asylanträgen einen Rückgang um 19 Prozent oder 141.891 weniger Anträge als im Vergleichszeitraum 2024 (739.486). Deutlich gestiegen sind die Anträge in Lettland (+20 Prozent) und Luxemburg (+9 Prozent). Gesunken sind die Anträge in vielen anderen Staaten, hervorzuheben sind Bulgarien (-71 Prozent), Zypern (-62 Prozent), Rumänien (-53 Prozent), Deutschland (-35 Prozent), die Niederlande (-31 Prozent) und Italien (-19 Prozent).

In Österreich zeigen sich die Anträge im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls weiter reduziert (-32 Prozent). Hochgerechnet auf die Bevölkerung liegt Österreich in der europaweiten Statistik auf dem elften Platz. Bei den absoluten Zahlen liegt Österreich hinter Belgien, der Schweiz und den Niederlanden und vor Polen und Irland EU-weit an neunter Stelle.

Das Innenministerium kann für 2025 bei Asylanträgen einen Rückgang um 32 Prozent zum Vergleichszeitraum 2024 ausweisen (von 19.075 auf 13.032).
Foto: ©  BMI/Gerd Pachauer

Artikel Nr: 29585 vom Sonntag, 19. Oktober 2025, 08:11 Uhr
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