Sicherheitsexpo 2026
Resilienz in unsicheren Zeit
Cyber-Angriffe, hybride Bedrohungen und der Schutz kritischer Infrastruktur prägten die Sicherheits-Expo 2026 in München. Die Fachmesse zeigte, dass Sicherheit heute weit über Einbruchsicherung hinausgeht und zunehmend als gesamtstaatliche Resilienz verstanden wird.
Links: Roboter zur Perimeterüberwachung; rects: Mobiles Detektionssystem zur Erkennung von Drohnen
© Kurt Hickisch
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann, Hans-Walter Borries (BSKI)
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Auf der zum 23. Mal veranstalteten Fachmesse präsentierten 120 Aussteller Lösungen für Unternehmen, Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Begleitet wurde die Ausstellung von einem Vortragsprogramm zu Cybersecurity, Bevölkerungsschutz und kritischer Infrastruktur.
Bereits zur Eröffnung spannte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann den Bogen von der inneren Sicherheit zur geopolitischen Lage. Bayern weise mit einer Häufigkeitszahl von 4.094 Straftaten je 100.000 Einwohner weiterhin die niedrigste Kriminalitätsbelastung der deutschen Bundesländer auf. Derzeit bewege sich die Kriminalitätsentwicklung trotz gesellschaftlicher Veränderungen auf dem Niveau der späten 1970er-Jahre. Gleichzeitig hätten sich die Anforderungen an die Sicherheitsbehörden verändert. Nicht alles sei schlechter geworden, sagte Hermann. Seit 2008 seien mehr als 8.800 zusätzliche Stellen für die Bayerische Polizei geschaffen worden, bis zu einem Stand 2026 von mehr als 45.790.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, hybride Bedrohungen und eine zunehmende Zahl an Cyber-Angriffen hätten den Bevölkerungsschutz und die zivile Verteidigung wieder in den Mittelpunkt gerückt. Als Konsequenz wurde das Landesamt für Bevölkerungsschutz seit April 2026 als eigene Abteilung in das Bayerische Innenministerium integriert. Es koordiniert künftig landesweit Großschadenslagen und Aufgaben der zivilen Verteidigung.
Hybride Bedrohungen reichen heute von Desinformation über Cyber-Angriffe bis hin zu Spionage, Sabotage und Drohneneinsätzen. Bayern reagierte darauf mit dem Ausbau seiner Cybercrime-Bekämpfungsstrukturen, Cybercrime-Kommissariaten bei allen Kriminalpolizeiinspektionen, Quick-Reaction-Teams sowie dem Aufbau einer Cybercrime-Abteilung beim Bayerischen Landeskriminalamt. Für die Erkennung und Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge wurde in Erding ein Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum eingerichtet.
Resilienz beginnt vor der Krise.
Gesicherte Verwahrung von Ausrüstungsgegenständen
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Dass Resilienz weit mehr bedeutet als technische Schutzmaßnahmen, zeigte der Bundesverband für den Schutz Kritischer Infrastruktur (BSKI) auf. Der stellvertretende Vorsitzende Hans-Walter Borries warnte vor zunehmenden Angriffen auf kritische Infrastruktur durch Cyber-Attacken, Desinformation sowie Ausspähungs- und Sabotageversuche. Krisenvorsorge müsse heute Verwaltung, Wirtschaft und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben gleichermaßen einbeziehen.
Vorgestellt wurde unter anderem das „Naumburger Modell“, eine digitale Informationsplattform, die Einsatzorganisationen und Behörden in Krisenlagen miteinander vernetzt und den Informationsaustausch beschleunigt. Ebenso wichtig wie technische Systeme sei die persönliche Vernetzung der Akteure – denn funktionierende Zusammenarbeit entstehe nicht erst im Einsatzfall.
Auch das Bayerische Landeskriminalamt setzte auf Prävention. Präsentiert wurden neue Informationsangebote zum Einbruchsschutz sowie zur sicheren Aufbewahrung von Waffen und Munition. Nach dem pandemiebedingten Rückgang steigen Wohnungseinbrüche wieder an.
Technik als Baustein der Resilienz.
Die Ausstellung machte deutlich, wie breit der Sicherheitsbegriff inzwischen gefasst wird. Sicherheitsrollläden und widerstandsfähige Tore schützen sensible Infrastruktur ebenso wie autonome Roboter, die Gebäude und Außengelände überwachen und dabei Schäden, offene Türen, Brände oder Wassereintritte erkennen. Einen Schwerpunkt bildeten KI-gestützte Analysesysteme. Sie erkennen ungewöhnliche Verhaltensmuster, Menschenansammlungen oder Personen mit gefährlichen Gegenständen und können Arbeits- und Verkehrssicherheit verbessern.
Weitere Lösungen reichten von stillen Alarmierungssystemen für Bedrohungslagen am Arbeitsplatz über elektronische Schlüssel- und Waffenverwaltung bis hin zu mechatronischen Schließsystemen mit lückenloser Dokumentation sämtlicher Zutritte.
Ein wachsendes Thema ist der Schutz satellitengestützter Navigationssysteme. Vorgestellt wurde unter anderem ein tragbarer Detektor, der Störungen oder Manipulation von GNSS-Signalen erkennt und den Benutzer warnt. Ein Unternehmen präsentierte ein passives System zur Drohnendetektion sowie Spürhunde, die versteckte elektronische Bauteile selbst dann aufspüren, wenn diese ausgeschaltet oder stromlos sind.
Die rund 3.500 Fachbesucher fanden zahlreiche Beispiele. Die nächste Sicherheits-Expo München findet am 30. Juni und 1. Juli 2027 statt; im Oktober 2026 gibt es erstmals die Sicherheits-Expo Alpe Adria in Klagenfurt (www.sicherheitsexpo.de/alpeadria ).
Speziell ausgebildeter Diensthund spürt versteckte elektronische Bauteile auf
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Drohne zur Überwachung von Gebäuden und Außengeländen
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Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2026
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