Sicherheitsakademie
Lernen ohne Grenzen
Grenzüberschreitendes Lernen stärkt die Polizeiarbeit. Mit Erasmus+ sammeln Bedienstete des Bundesministeriums für Inneres Erfahrungen bei europäischen Partnerorganisationen und bringen neue Impulse für Ausbildung und Praxis nach Österreich. Die SIAK koordiniert die Mobilitätsprojekte.
Zwei Bedienstete der Wasserpolizeiinspektion Linz tauschten Erfahrungen mit der Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz aus
© SIAK
Göteborg: Zwei Polizisten der Landespolizeidirektion Wien erhielten Einblicke in die Arbeit der schwedischen Polizei
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Ob organisierte Kfz-Kriminalität in Serbien, Grenzkontrollen am Flughafen Zagreb oder Cybercrime-Ermittlungen in Deutschland – Erasmus+ ermöglicht Bediensteten des Bundesministeriums für Inneres Einblicke in die Arbeitsweise europäischer Polizeibehörden. Ziel ist nicht der Besuch von Seminaren, sondern das Lernen in der Praxis: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer begleiten Kolleginnen und Kollegen im Einsatz, beobachten Arbeitsabläufe und tauschen Erfahrungen aus. Bewährte Methoden fließen anschließend in die österreichische Polizeiausbildung und in die tägliche Polizeiarbeit ein.
Die Sicherheitsakademie ist seit 2022 als Erasmus+-Einrichtung in der Berufsbildung akkreditiert. Allein 2025 absolvierten 37 Bedienstete des BMI Lernaufenthalte im europäischen Ausland. Gleichzeitig brachten 43 internationale Expertinnen und Experten ihre Erfahrungen in österreichische Aus- und Fortbildungsveranstaltungen ein.
Lernen von Europas Polizeien.
Erasmus+-Lernaufenthalt: Abwasserkontrolle an einer Bordkläranlage
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Wie unterschiedlich die Themen sein können, zeigen die Projekte des Jahres 2026. In Serbien arbeiteten österreichische Polizisten mit Ermittlern zusammen, die organisierte Fahrzeugkriminalität bekämpfen. Im Mittelpunkt standen grenzüberschreitende Ermittlungen gegen internationale Kfz-Verschieberbanden sowie kriminaltechnische Methoden zur Identifizierung gestohlener Fahrzeuge.
Am Flughafen Zagreb erhielten österreichische Polizeibedienstete Einblicke in das Grenzmanagement an einer Schengen-Außengrenze. Sie begleiteten Grenzkontrollen, lernten moderne Informationssysteme kennen und tauschten Erfahrungen über fremdenpolizeiliche Maßnahmen aus.
Beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg standen Cybercrime-Ermittlungen, digitale Forensik und der Einsatz moderner Technologien im Mittelpunkt. Zwei Wiener Polizeibedienstete wiederum begleiteten in Göteborg den Streifendienst der schwedischen Polizei, nahmen an Übungen zur Bewältigung von Amoklagen teil und informierten sich über Präventionsmaßnahmen gegen Kinder- und Jugendkriminalität. Auch Spezialbereiche profitieren vom europäischen Austausch. Wasserschutzpolizisten aus Linz hospitierten bei der Wasserschutzpolizei Rheinland-Pfalz und informierten sich über Gefahrgutkontrollen, Gewässerschutz und das Einsatzmanagement bei Schiffsunfällen auf dem Rhein.
Weitere Projekte führten österreichische Bedienstete unter anderem nach Liechtenstein, Berlin, Stockholm, Belgien und in die Niederlande. Die Themen reichten von organisierter Wirtschaftskriminalität und Kulturgutfahndung über geografische Kriminalanalyse bis zu biometrischen Verfahren, Blackout-Vorsorge und Krisenmanagement.
Mehr als Erfahrungsaustausch.
Der Nutzen endet nicht mit dem Auslandsaufenthalt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Lehrveranstaltungen der Sicherheitsakademie weitergegeben und fließen unmittelbar in die österreichische Polizeiausbildung sowie in die tägliche Polizeipraxis ein. Gleichzeitig entstehen belastbare Netzwerke zu europäischen Partnerbehörden, die auch bei grenzüberschreitenden Ermittlungen von großem Wert sind. Die von der Sicherheitsakademie koordinierten Erasmus+-Projekte zeigen, dass europäische Zusammenarbeit weit über den fachlichen Austausch hinausgeht. Sie stärkt die Qualität der Aus- und Fortbildung und trägt dazu bei, die österreichische Polizei auf aktuelle und künftige Herausforderungen vorzubereiten.
Maria Lankmair
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2026
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