Entschärfungsdienst
Schutz für gefährliche Einsätze
Acht neue Bombenschutzanzüge verstärken die Ausrüstung des Entschärfungsdienstes der Direktion Spezialeinheiten/EKO Cobra. Innenminister Gerhard Karner übergab die neue Schutzausrüstung am 23. Juli 2026.
Innenminister Gerhard Karner (2. v.li.), Führungskäfte der Direktion Spezialeinheiten/EKO Cobra und Angehörige des Entschärfungsdienstes mit dem neuen Bombenschutzanzug
© Karl Schober
Die neuen Bombenschutzanzüge ersetzen die bisher verwendete Ausrüstung, deren vom Hersteller garantierte Schutzwirkung nach jahrelangem Einsatz abgelaufen ist. „Die Entschärfer arbeiten unter schwierigsten und gefährlichsten Bedingungen, um für die Sicherheit und den Schutz unserer Bevölkerung zu sorgen. Moderne Schutzausrüstung ist gerade für diesen Spezialbereich daher lebensnotwendig“, sagte Innenminister Gerhard Karner.
Rund um die Uhr einsatzbereit.
Das Entschärfen von Spreng- und Brandvorrichtungen ist österreichweit Aufgabe des Entschärfungsdienstes der Direktion Spezialeinheiten/EKO Cobra. 22 Entschärferinnen und Entschärfer sind an den Standorten Wien, Graz und Hall in Tirol tätig. Unterstützt werden sie von einem österreichweiten Netzwerk aus 107 Sprengstoffkundigen Organen (SKO) und 63 Sprengstoffspürhunden.
Sie können bei Verdachtslagen rasch erste Maßnahmen setzen und die Situation beurteilen. Der Aufbau dieses flächendeckenden Systems begann bereits Ende der 1960er-Jahre.
Mehrjährige Spezialausbildung.
Die Tätigkeit als Entschärferin oder Entschärfer zählt zu den anspruchsvollsten Spezialisierungen innerhalb der Polizei. Grundlage ist die rund einjährige Ausbildung zum Sprengstoffkundigen Organ. Darauf folgt eine mehrstufige Entschärferausbildung, die unter anderem an der Entschärferschule des Bundes in Deutschland absolviert und durch eine umfangreiche praktische Ausbildung beim österreichischen Entschärfungsdienst ergänzt wird. Im schnellsten Fall dauert die Spezialausbildung rund zwei Jahre.
33 Kilogramm Schutz.
Bevor sich Einsatzkräfte einem verdächtigen Gegenstand nähern, wird die Situation zunächst aus sicherer Entfernung aufgeklärt – etwa mit Fernlenkmanipulatoren, Drohnen oder optischen Hilfsmitteln. Erst wenn eine unmittelbare Annäherung erforderlich ist, kommt der Bombenschutzanzug zum Einsatz.
Jacke, Hose, Unterleibschutz und Helm wiegen zusammen rund 33 Kilogramm. Kevlar- und Nomex-Gewebe sowie ballistische Schutzmaterialien sollen vor Explosionsdruck, Splittern, Hitze, Druckwellen und Aufprallkräften schützen. Integrierte Funktechnik ermöglicht die laufende Kommunikation. Luftzufuhr, Beleuchtung und weitere Funktionen können über eine Bedieneinheit am Unterarm gesteuert werden.
Investition in die Sicherheit.
482.000 Euro investierte das Bundesministerium für Inneres in die acht neuen Bombenschutzanzüge, ein Anzug kostet damit rund 60.000 Euro. Die neue Ausrüstung wurde auf die Standorte Wien, Graz und Hall in Tirol verteilt und steht für Einsätze in ganz Österreich zur Verfügung.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2026
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