Akademische Polizei-Führungsausbildung
Polizeiführung auf Hochschulniveau
Seit zwei Jahrzehnten werden Führungskräfte der österreichischen Polizei an der FH Wiener Neustadt akademisch ausgebildet. Mit den diesjährigen Abschlüssen der Studiengänge „Polizeiliche Führung“ und „Strategisches Sicherheitsmanagement“ feierten die Fachhochschule und das BMI dieses Jubiläum.
Festakt 20 Jahre akademische Polizei-Führungsausbildung: Gerhard Karner, Chris tian Stocker, Michael Fischer, Christian Dusek, Philipp Gruber
© Jürgen Makowecz
Bei einem Festakt am 1. Juli 2026 an der Fachhochschule Wiener Neustadt erhielten 59 Absolventinnen und Absolventen erhielten ihre Abschlussurkunden. Der Festakt stand im Zeichen eines Jubiläums: Seit zwei Jahrzehnten besteht die Kooperation zwischen der FH Wiener Neustadt und dem Bundesministerium für Inneres, die die akademische Führungsausbildung der österreichischen Polizei geprägt hat. Zu den Ehrengästen zählten Bundeskanzler Christian Stocker, Innenminister Gerhard Karner sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Hochschule.
20 Jahre Kooperation.
Mit der Akkreditierung des Bachelorstudiengangs „Polizeiliche Führung“ im Jahr 2006 wurde die Ausbildung für die Verwendungsgruppe E1 erstmals auf akademisches Niveau gehoben. Grundlage bildete ein Kooperationsvertrag zwischen der FH Wiener Neustadt und dem Bundesministerium für Inneres. Seitdem haben rund 650 Polizistinnen und Polizisten den Bachelorstudiengang abgeschlossen.
Ergänzt wird das Angebot seit 2009 durch den Masterstudiengang „Strategisches Sicherheitsmanagement“, den bislang mehr als 300 Bedienstete abgeschlossen haben. Gemeinsam bilden die Studiengänge das Fundament der akademischen Führungsausbildung im österreichischen Polizeidienst.
„Die Kooperation zwischen dem Innenministerium und der Fachhochschule Wiener Neustadt hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer stetigen Weiterentwicklung der Führungskräfteausbildung im BMI geführt“, sagte Innenminister Gerhard Karner. Den Grundstein dafür habe Innenministerin Liese Prokop gelegt.
Wissenschaft und Praxis verbinden.
Festakt: Innenminister Gerhard Karner würdigte 20 Jahre akademische Führungsausbildung
© Jürgen Makowecz
Der Bachelorstudiengang „Polizeiliche Führung“ verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit den Anforderungen des polizeilichen Führungsalltags. Schwerpunkte liegen in den Bereichen Recht, Einsatz und Führung. Verpflichtende Praktika – darunter ein Praktikum bei einer ausländischen Polizeidienststelle – ergänzen die theoretische Ausbildung.
Der Masterstudiengang „Strategisches Sicherheitsmanagement“ richtet sich an Führungskräfte, die sich auf strategische und managementbezogene Aufgaben im Sicherheitsbereich vorbereiten. Ergänzt wird das Studienangebot durch spezialisierte Lehrgänge wie „Cybercrime-Investigation“ sowie den pädagogisch-didaktischen Lehrgang für Lehrende des Exekutivdienstes. „Mit dem Studiengang Polizeiliche Führung haben wir gemeinsam mit dem Bundesministerium für Inneres Pionierarbeit geleistet und die Führungskräfteausbildung der Polizei erstmals auf Hochschulniveau gehoben“, betonte Michael Fischer, Leiter der Fakultät Sicherheit der FH Wiener Neustadt. Die Absolventinnen und Absolventen verbänden wissenschaftliche Qualifikation mit Praxiserfahrung und seien damit bestens auf Führungsaufgaben vorbereitet.
Eva Gollubits, zuständige Gruppenleiterin im Bundesministerium für Inneres, betonte, dass die Kooperation mit der FH Wiener Neustadt neben der Führungsausbildung wichtige Impulse für die Sicherheitsforschung und die Weiterentwicklung der Polizeiarbeit liefere.
Investition in die Sicherheit von morgen.
Die akademische Führungsausbildung ist heute ein wesentlicher Bestandteil der Personalentwicklung im Bundesministerium für Inneres. Sie vermittelt nicht nur rechtliche, organisatorische und einsatztaktische Kompetenzen, sondern fördert auch strategisches Denken, Verantwortungsübernahme und internationale Vernetzung.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2026
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