Migrationsangelegenheiten
Partnerschaft mit Afrika
Die EU-Migration-Talks 2026 in Wien standen im Zeichen der Zusammenarbeit zwischen Europa und Afrika. Im Mittelpunkt der Konferenz standen nachhaltige Migrationspartnerschaften, regionale Verantwortung und die neue österreichische Afrikastrategie.
Sektionschef Peter Webinger eröffnete die EU-Migration-Talks 2026
© Gerd Pachauer
Die EU Migration Talks 2026 fanden am 2. Juli 2026 in Wien statt. Die vom Bundesministerium für Inneres und dem Landesbüro der Internationalen Organisation für Migration (IOM) veranstaltete Konferenz brachte rund 60 Expertinnen und Experten aus Verwaltung, Wissenschaft, Diplomatie und internationalen Organisationen zusammen, um über aktuelle migrationspolitische Entwicklungen mit Schwerpunkt Afrika zu diskutieren.
BMI-Sektionschef Peter Webinger betonte in seiner Eröffnung, dass nachhaltige Lösungen bereits in den Herkunfts- und Transitregionen ansetzen müssten. Langfristige Fortschritte seien nur durch vertrauensvolle Partnerschaften und die aktive Mitwirkung aller beteiligten Staaten möglich.
Mohamed Refaat, Leiter der IOM-Mission im Sudan, bezeichnete die Lage im Land als eine der schwersten humanitären Krisen weltweit. Da die meisten Vertriebenen im Sudan oder in den Nachbarstaaten verblieben, seien regionale Lösungen, Investitionen in Resilienz und humanitäre Hilfe gleichermaßen erforderlich.
Neue Afrikastrategie.
Gesandter Stefan Scholz präsentierte die neue österreichische Afrikastrategie. Sie verfolgt einen gesamtstaatlichen Ansatz und verbindet Migrationspolitik mit Entwicklungszusammenarbeit, Handel, Sicherheit und Klimapolitik. Ziel sind faire Mobilitätsmöglichkeiten, langfristige Partnerschaften und Maßnahmen gegen den Braindrain. Auch Tobias Molander, Leiter der Abteilung für EU- und internationale Migrationsangelegenheiten im BMI, hob hervor, dass nachhaltige Migrationssysteme nur gemeinsam mit den Herkunfts- und Transitstaaten aufgebaut werden können. Im Mittelpunkt stehen Kapazitätsaufbau, Rückkehr und Reintegration sowie Perspektiven vor Ort.
Partnerschaft auf Augenhöhe.
EU-Migration-Talks: Miriam Mona Mukalazi, Anna Knoll, Tobias Molander, Marian Benbow Pfisterer, Valerie Rugene, Franziska Kandolf, Stefan Scholz
© Gerd Pachauer
Aus Sicht Kenias sprach Botschafterin Valerie Rugene für eine stärkere Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Gut gestaltete Programme zur Arbeitsmigration könnten sowohl dem Fachkräftebedarf Europas als auch den Entwicklungs-chancen junger Menschen in Afrika dienen. Wissenschaft und Zivilgesellschaft unterstrichen ebenfalls die Bedeutung langfristiger Partnerschaften und einer kohärenten Migrationspolitik. Nachhaltige Zusammenarbeit erfordere stabile Institutionen ebenso wie die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure. Zum Abschluss bekräftigte die stellvertretende BMI-Sektionschefin Franziska Kandolf die Bedeutung eines gesamtstaatlichen Ansatzes und enger Kooperation zwischen Europa und Afrika. Die EU-Migration-Talks hätten erneut gezeigt, dass Migrationspolitik nur im Dialog und durch gemeinsame Verantwortung erfolgreich gestaltet werden könne.
Florian Piringer
EMN
Informationsplattform für Migration und Asyl
Das Europäische Migrationsnetzwerk (EMN) stellt evidenzbasierte Informationen zu Migration und Asyl bereit und unterstützt Politik, Verwaltung und Forschung beim Wissensaustausch. In Österreich wird das EMN vom Bundesministerium für Inneres gemeinsam mit dem Landesbüro der Internationalen Organisation für Migration (IOM) koordiniert. Die nächste nationale EMN-Konferenz findet am 14. Oktober 2026 statt und widmet sich der Zukunft des Schengenraums.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 9-10/2026
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