Drohnensymposium
Drohnenabwehr im Wandel
Die Fachmesse „Dronevation & Defence“ in Wien brachte internationale Expertinnen und Experten aus Behörden, Industrie und Militär zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen bei Drohnentechnologien, der Drohnenabwehr und dem Schutz kritischer Infrastruktur.
Podiumsdiskussion: Christian Wehrschütz (ORF), Andreas-Anoar Adomeit (Frequentis), Jakob Berger (Red-Bull-Ring), Markus Piendl (Sicherheitstechnologie-Experte), Thomas Vahrner (EKO Cobra); Moderation Christian Kunstmann (BMI) © Daniel Auer/Militaer Aktuell
Die Fachmesse „Dronevation & Defence“ in Wien widmete sich den Chancen und Herausforderungen unbemannter Systeme. Im Fokus standen neue Drohnentechnologien, deren Abwehr sowie der Schutz kritischer Infrastruktur und von Großveranstaltungen.
Drohnen entwickeln sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor für Sicherheit, Verteidigung und den Schutz kritischer Infrastruktur. Die Fachmesse „Dronevation & Defence“ – der Name verbindet die Begriffe „Drone“ und „Innovation“ – zeigte, wie eng technologische Entwicklungen, operative Erfahrungen und internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich miteinander verknüpft sind.
Die zweite Auflage der Fachmesse fand am 21. Mai 2026 in Wien statt. Rund 80 internationale Unternehmen präsentierten ihre Produkte und Lösungen vor etwa 1.000 Besucherinnen und Besuchern. Veranstaltet wurde die Messe vom österreichischen Fachmagazin Militär Aktuell. Ziel war es, den Austausch zwischen Industrie, Behörden und Militär zu fördern und die europäische Handlungsfähigkeit im Bereich unbemannter Systeme zu stärken. Vertreten waren internationale Unternehmen wie Rheinmetall, Lockheed Martin, General Atomics, Elbit Systems, Thales und MBDA ebenso wie innovative Kleinunternehmen und Start-ups. Begleitet wurde die Ausstellung von einer Konferenz mit rund 50 Referentinnen und Referenten aus Politik, Militär, Wissenschaft und Industrie.
Fliegende Augen der Polizei.
DSE/ EKO-Cobra-Direktor Bernhard Treibenreif gewährte Einblicke in die österreichische Drohnenstrategie. Rund 300 Drohnen und 600 Operatoren sind österreichweit im Einsatz und werden jährlich in etwa 6.000 Fällen verwendet – von Suchaktionen über die Verkehrsüberwachung bis hin zur Grenzsicherung. Treibenreif verwies zugleich auf die zunehmende Bedrohung durch illegale Drohnenflüge. Während des Eurovision Song-Contest 2026 in Wien seien zwei unerlaubte Drohnen abgefangen worden. Derzeit werde an einer gesamtstaatlichen Strategie zur Drohnenabwehr gearbeitet.
Schutz kritischer Infrastruktur.
Im Mittelpunkt einer vom BMI organisierten Podiumsdiskussion stand der Schutz kritischer Infrastruktur und von Großveranstaltungen vor Bedrohungen aus der Luft. EKO-Cobra-Experte Thomas Vahrner berichtete über die Sicherheitsmaßnahmen beim Eurovision Song-Contest in Wien. Eine besondere Herausforderung bestehe darin, in urbanen Räumen zwischen legitim eingesetzten und potenziell gefährlichen Drohnen zu unterscheiden.
Weitere Expertinnen und Experten hoben die Bedeutung moderner Detektionssysteme, einer engen Zusammenarbeit zwischen Behörden und privaten Betreibern sowie vernetzter Gesamtlösungen hervor. ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz schilderte Erfahrungen aus dem Ukrainekrieg und verwies auf die rasante technologische Entwicklung unbemannter Systeme. Einigkeit bestand darüber, dass internationale Kooperation, rascher Technologietransfer und flexible rechtliche Rahmenbedingungen entscheidend sein würden, um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten.
Maria Rennhofer-Elbe
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2026
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