Gesellschaftliches Engagement
Starkes Zeichen der Solidarität
Mehr als 1.400 Registrierungen für Stammzellspenden und über 2.000 Blutspenden belegen das außergewöhnliche Engagement der Polizeischülerinnen und Polizeischüler in ganz Österreich.
Blutspende und Stammzellregistrierung: Viele Polizeischülerinnen und Polizeischüler nutzen die Aktionen, um doppelt zu helfen © BMI/T. Bosina
Blut- und Stammzellenspenden retten Leben. Die Sicherheitsakademie (SIAK) arbeitet in allen österreichischen Bildungszentren eng mit dem Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK) zusammen. Die gemeinsamen Blutspendeaktionen stoßen auf großes Interesse und zeigen die Bereitschaft der Polizeischülerinnen und Polizeischüler, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und einen wichtigen Beitrag für die Gesundheitsversorgung in Österreich zu leisten.
Erfolgsmodell Stammzellregistrierung.
Einen Meilenstein markierte der 31. Jänner 2025: Im Bildungszentrum St. Pölten wurde erstmals im Rahmen einer Blutspendeaktion auch die Registrierung als Stammzellspenderin oder Stammzellspender angeboten. Die Initiative entwickelte sich rasch zu einem österreichweiten Erfolgsmodell in den Polizeischulen. Bis Juni 2026 registrierten sich mehr als 1.400 Polizeischülerinnen und Polizeischüler als Stammzellspender. Gleichzeitig wurden über 2.000 Blutspenden geleistet.
Jede Registrierung erhöht die Heilungschance. Täglich erhalten in Österreich drei Menschen die Diagnose Blutkrebs oder Leukämie. Für viele Betroffene ist eine Stammzelltransplantation die einzige Chance auf Heilung. Voraussetzung dafür ist eine genetisch passende Spenderin oder ein genetisch passender Spender. Da solche Übereinstimmungen selten sind, sind große internationale Spenderdateien von entscheidender Bedeutung.
Die Registrierung ist unkompliziert: Interessierte zwischen 18 und 35 Jahren geben eine Speichelprobe ab. Die dabei gewonnenen Gewebemerkmale werden analysiert und in die internationale Spenderdatei aufgenommen. Erst wenn eine passende Übereinstimmung festgestellt wird, erfolgen weitere Untersuchungen. Jede zusätzliche Registrierung erhöht die Chance, weltweit eine lebensrettende Spende zu ermöglichen.
So läuft eine Stammzellspende ab.
Bei einer Stammzellspende werden blutbildende Stammzellen entnommen, aus denen rote und weiße Blutkörperchen sowie Blutplättchen entstehen. Sie werden insbesondere zur Behandlung von Leukämien eingesetzt. Die Entnahme erfolgt in den meisten Fällen ähnlich wie eine Blutspende. Die abgegebenen Stammzellen werden vom Körper wieder nachgebildet; das Blutbild normalisiert sich in der Regel innerhalb weniger Tage. Während der Nachsorge stehen die Expertinnen und Experten des Roten Kreuzes den Spenderinnen und Spendern beratend zur Seite.
Anonym und sicher.
Die Stammzellspende erfolgt anonym. Die Identität von Spenderinnen, Spendern und Empfängerinnen beziehungsweise Empfängern bleibt geschützt. Ein anonymisierter Briefkontakt ist über das Österreichische Rote Kreuz möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen und bei beiderseitigem Wunsch kann nach fünf Jahren ein persönliches Kennenlernen stattfinden.
Blutspenden werden weiterhin dringend benötigt. Gerade in den Sommermonaten sinken die Bestände an Blutkonserven. Das Österreichische Rote Kreuz ruft daher weiterhin dringend zur Blutspende auf.
Maria Lankmair
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2026
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