Porträt
Richtung Weltspitze
Polizeispitzensportlerin Cornelia Wibmer zählt zu den erfolgreichsten Handbikerinnen Österreichs. Mit mentaler Stärke, Konsequenz und Ehrgeiz hat sich die Salzburgerin innerhalb weniger Jahre an die internationale Spitze des Para-Cyclings gearbeitet – bis hin zu den Paralympischen Spielen in Paris.
Cornelia Wibmer sicherte sich bei den Para-Cycling-Europa-
meisterschaften im Juni 2026 in Maniago in Italien gleich
zwei Silbermedaillen © GEPA Pictures/
Johannes Friedl
Mit beeindruckender Konsequenz, enormer mentaler Stärke und außergewöhnlichem Ehrgeiz hat sich die Salzburgerin Cornelia Wibmer innerhalb weniger Jahre an die internationale Spitze des Para-Cyclings gearbeitet. Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften belegen: Wibmer zählt zu den erfolgreichsten Handbikerinnen Österreichs. Dass ihre Karriere im Para-Cycling vergleichsweise spät begann, macht ihren Weg umso bemerkenswerter.
Während der Corona-Pandemie entschied sich die ehemalige Rollstuhlbasketballerin für den Wechsel zum Handbike-Sport. Vor allem das Gefühl von Freiheit brachte sie während des Lockdowns aus der Halle auf die Straße. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 km/h fuhr Wibmer zu ersten internationalen Erfolgen und entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer der stärksten Fahrerinnen im Feld.
„Die Umstellung vom Mannschafts- zum Einzelsport war groß“, erzählt sie. Rasch wurde klar, dass Wibmer auch als Einzelathletin Potenzial besitzt. Seit 2022 startet die Thalgauerin international in der Klasse H4 und sorgt regelmäßig für gute Platzierungen. Bronze bei Europameisterschaften, WM-Silber und Bronze sowie starke Weltcup-Auftritte machten sie innerhalb kurzer Zeit zu einer Größe im internationalen Para-Cycling.
Besonders im Zeitfahren zählt sie zu den stärksten Fahrerinnen der Welt. 2024 erreichte die gebürtige Tirolerin den nächsten großen Meilenstein ihrer Karriere: Als Mitglied des Salzburger Olympiakaders vertrat sie Österreich erstmals bei den Paralympischen Spielen in Paris. Für die damals 42-Jährige war die Teilnahme Bestätigung ihrer harten Arbeit – und zugleich Motivation, ihren Weg weiterzugehen.
Polizeispitzensportlerin.
Cornelia Wibmer: Polizeispitzensportlerin
seit 13. Februar 2025
© GEPA Pictures/Matthias Trinkl
Seit 13. Februar 2025 zählt Cornelia Wibmer zu den Spitzensportlerinnen und Spitzensportlern des Bundesministeriums für Inneres und ist im Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Landespolizeidirektion Salzburg beschäftigt. Die Unterstützung durch die Sportförderung des BMI ermöglicht es ihr, Spitzensport und Beruf zu verbinden und sich auf internationale Bewerbe vorzubereiten. Trainiert wird am Olympiastützpunkt Rif bei Salzburg – mit professionellen Strukturen und dem Ziel, sich dauerhaft in der Weltspitze zu etablieren. Wie stark sie aktuell fährt, zeigte sich zuletzt beim Para-Cycling-Weltcup. Im belgischen Gistel feierte die Salzburgerin ihren ersten Weltcupsieg. Wenige Tage später gewann sie in Montesilvano (Italien) mit mehr als 30 Sekunden Vorsprung. „Ich habe wirklich alles gekurbelt, was ging“, sagt sie. Wer mit Cornelia Wibmer spricht, merkt schnell: Sie denkt nicht in Einschränkungen, sondern in Möglichkeiten.
Seit einem Unfall im Jahr 2001 ist sie querschnittgelähmt. Über diesen Einschnitt spricht sie zurückhaltend. Viel wichtiger ist ihr der Blick nach vorne. Diese Haltung brachte sie in den Rollstuhlbasketball und später an die Weltspitze im Handbike.
Neben dem Spitzensport engagiert sich Wibmer sozial. Die Mutter einer erwachsenen Tochter leitet die Nachwuchsgruppe „Rolli-Kids“, in der Kinder und Jugendliche mit Behinderung Sport und Gemeinschaft erleben können. Sie möchte Mut machen und zeigen, dass ein Handicap nicht bedeuten muss, auf Träume zu verzichten. Stillstand gibt es für Cornelia Wibmer nicht. Ihre Geschichte ist weit mehr als die Erzählung eines Schicksalsschlags. Es ist die Geschichte einer Frau, die ihren Weg mit außergewöhnlicher Konsequenz weitergeht. Und wie sie sagt: „Da fehlt noch etwas – Gold.“
W. W.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2026
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