Porträt
Der Blick für den richtigen Moment
Vom Polizeipraktikanten zum Fotografen des Innenministeriums und Gründer der Agentur Starpix: Alexander Tuma dokumentierte über Jahrzehnte die Arbeit der Sicherheitsbehörden ebenso wie das öffentliche Leben Österreichs.
Ob Innenminister, Polizeibedienstete oder internationale Filmstars: Alexander Tuma dokumentierte über Jahrzehnte Menschen und Ereignisse. Das Foto links zeigt ihn mit Schauspieler Tom Cruise © Andreas Tischler, Gerd Pachauer
Alexander Tuma stand 44 Jahre lang im Dienst der Republik Österreich. Mit 1. Juni 2026 trat er in den Ruhestand. Seine berufliche Laufbahn führte ihn von der Polizeiausbildung über die Öffentlichkeitsarbeit des Innenministeriums bis zu einem der bekanntesten Fotografen des Landes. Bereits als Jugendlicher entschied sich Alexander Tuma für den öffentlichen Dienst. Von seinem 15. bis zum 18. Lebensjahr absolvierte er die damals dreijährige Ausbildung als Polizeipraktikant. Die Ausbildung vermittelte nicht nur fachliche Grundlagen, sondern auch Werte wie Verlässlichkeit, Verantwortungsbewusstsein und Genauigkeit – Eigenschaften, die seinen weiteren Berufsweg prägen sollten. Nach Abschluss der Ausbildung war Tuma bei der Wiener Polizei tätig und sammelte unter anderem Erfahrungen in den Bezirken Simmering und Währing. Der tägliche Kontakt mit Menschen, das Beobachten von Situationen und die Arbeit in einem dynamischen Umfeld schärften seinen Blick für Details. Er entwickelte ein besonderes Interesse für die Fotografie.
Öffentlichkeitsarbeit im BMI.
Innenminister Gerhard Karner verabschiedete Alexander
Tuma anlässlich seines Übertritts in den Ruhestand
© BMI/T. Bosina
Jahr 2005 wechselte Alexander Tuma in das Bundesministerium für Inneres. Dort wurde die Kamera zu seinem wichtigsten Arbeitsinstrument. Als Fotograf der Öffentlichkeitsarbeit dokumentierte er über zwei Jahrzehnte die Arbeit des Ressorts und begleitete die jeweiligen Innenminister bei Terminen im In- und Ausland. Pressekonferenzen, Staatsbesuche, Angelobungen, Polizeiveranstaltungen und internationale Konferenzen gehörten ebenso zu seinem Aufgabenbereich wie die fotografische Begleitung großer sicherheitspolitischer Ereignisse. Seine Bilder machten die Arbeit des Innenministeriums und der Polizei sichtbar. Sie dokumentierten politische Entscheidungen, gesellschaftliche Entwicklungen und die Menschen hinter dem Beruf. Dabei verstand sich Tuma nie nur als Fotograf, sondern als Chronist seiner Zeit. Ein besonderes Anliegen war ihm die professionelle Verwaltung und Sicherung des Bildbestandes des Ressorts. Maßgeblich wirkte er am Aufbau der Bilddatenbank des Innenministeriums mit. Damit schuf er eine Grundlage für die moderne visuelle Kommunikation des Hauses. Über Jahre entstand ein umfangreiches Archiv, das heute einen bedeutenden Teil der jüngeren Geschichte des Innenressorts dokumentiert.
Agenturgründer.
Parallel zu seiner Tätigkeit im Ministerium machte sich Alexander Tuma in der österreichischen Medienlandschaft einen Namen. Mit der Agentur Starpix etablierte er sich als Event-, Society- und Porträtfotograf. Vor seinem Objektiv standen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport und Unterhaltung. Seine Aufnahmen erschienen in zahlreichen österreichischen Medien und wurden weit über die Grenzen des Landes hinaus veröffentlicht.
Wer mit Alexander Tuma zusammenarbeitete, schätzte seine Professionalität, seine Verlässlichkeit und seine Fähigkeit, auch in hektischen Situationen Ruhe zu bewahren – vielleicht eine Eigenschaft, die auf seine Wurzeln im Polizeidienst zurückzuführen ist. Denn sowohl Polizeiarbeit als auch Fotografie verlangen Aufmerksamkeit, Menschenkenntnis und die Fähigkeit, im entscheidenden Augenblick richtig zu handeln.
Mit seinem Übertritt in den Ruhestand endet eine außergewöhnliche Laufbahn, die öffentliche Verwaltung, Sicherheitswesen und professionelle Fotografie miteinander verband. Seine Bilder bleiben als Dokumente ihrer Zeit erhalten – und als Erinnerung an einen Mann, der über Jahrzehnte hinweg den richtigen Moment festzuhalten wusste.
Siegbert Lattacher
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2026
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