Wien
Schutz vor Drogen und Gewalt
Wien setzt neue Maßnahmen gegen Drogenhandel und problematischen Alkoholkonsum im öffentlichen Raum. Schutzzonen, Alkoholverbote und begleitende Präventionsangebote sollen die Sicherheitslage verbessern und besonders Minderjährige schützen.
U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße: Verstärkte Polizei-
präsenz und bauliche Anpassungen sollen die Sicherheit
erhöhen © Bernhard Elbe
Westbahnhof: Das neue Alkoholverbot – mit Ausnahmen für
Gastronomiebetriebe – ergänzt bestehende Maßnahmen
© Bernhard Elbe
Wien setzt seit 8. Mai 2026 neue Maßnahmen, um Drogenhandel und problematischen Alkoholkonsum im öffentlichen Raum einzudämmen. Im Fokus stehen der Westbahnhof und der Fritz-Imhoff-Park. Während am Westbahnhof ein Alkoholverbot gilt, wurde das Umfeld des Fritz-Imhoff-Parks zur Schutzzone erklärt. Ziel ist es, die Sicherheitslage zu stabilisieren, das Sicherheitsgefühl zu stärken und Hilfsangebote für suchtkranke Menschen auszubauen..
Wien zählt weiterhin zu den sichersten Großstädten Europas – dennoch haben sich an einzelnen Orten Problemzonen entwickelt. Besonders rund um den Westbahnhof führten Alkoholkonsum und aggressive Verhaltensweisen zuletzt zu wachsender Verunsicherung.
Das neue Alkoholverbot – mit Ausnahmen für Gastronomiebetriebe – ergänzt bestehende Maßnahmen wie Sozialarbeit und infrastrukturelle Anpassungen. Vergleichbare Zonen gibt es bereits etwa am Franz-Jonas-Platz und am Praterstern.
Schutzzone mit klarer Zielsetzung.
Die Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park und die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße richtet sich vor allem auf den Schutz von Minderjährigen und die Eindämmung des Drogenhandels. Für die Polizei bedeutet das erweiterte Handlungsmöglichkeiten: Bereits bei begründetem Verdacht können Betretungsverbote ausgesprochen werden. Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Hilfs- und Versorgungsangeboten für Abhängige bestehen. Gemeinsam mit der Stadt Wien wurden begleitend wurden auch infrastrukturelle Maßnahmen gesetzt: häufigere Reinigungen, zusätzliche Entsorgungsmöglichkeiten für Spritzen sowie die Einzäunung und nächtliche Schließung des Parks.
Regelmäßige Polizeipräsenz am Bahnhof Floridsdorf trägt
zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung bei
© Bernhard Elbe
Die U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Sie ist die einzige Station in Wien mit einem fixen Sicherheitsstandposten der Wiener Linien. Zusätzlich ist die Polizei verstärkt vor Ort präsent. Bauliche Anpassungen – etwa das Entfernen von Sitzgelegenheiten, das Sperren ungenutzter Durchgänge und eine verbesserte Beleuchtung – sollen das Sicherheitsgefühl weiter erhöhen.
Schwerpunktaktion.
In einer Schwerpunktaktion zum Inkrafttreten der Maßnahmen erstattete die Polizei 58 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Bestimmungen der Schutzzonen und nach fremdenrechtlichen Vorschriften. Zudem wurden 288 Personen kontrolliert, 21 Suchtmittel sichergestellt und 15 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz erstattet.
„Die vorliegende Schutzzone und Alkoholverbotszone sowie die weiteren Maßnahmen sind nötig, um Gewalttaten vorzubeugen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Polizei ein rasches und wirksames Einschreiten bei problematischen Erscheinungsbildern im öffentlichen Raum zu ermöglichen“, sagte Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl.
Teil einer größeren Strategie.
Die Maßnahmen sind Teil eines gemeinsamen Ansatzes von Polizei, Stadt Wien und sozialen Einrichtungen. Schutzzonen sind dabei nicht mit Waffenverbotszonen zu verwechseln, wie sie etwa am Yppenplatz, Reumannplatz oder Keplerplatz bestehen. Ziel bleibt ein zweigleisiger Ansatz: konsequentes Einschreiten gegen strafbares Verhalten und Unterstützung für Menschen mit Hilfsbedarf.
Maria Rennhofer-Elbe
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 7-8/2026
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