Porträt
Slalom-Ass und Polizistin
Polizeispitzensportlerin und Slalomspezialistin Katharina Truppe war eine der Starterinnen des Bundesministeriums für Inneres bei den Olympischen Spielen in Italien im Februar 2026. Sie erlangte Platz 5 im Slalom Einzelbewerb.
Katharina Truppe fuhr im Slalom die beste Saison ihrer Karriere. Sie erlangte sechs Plätze in den top sechs und den dritten Platz im Nachtslalom in Flachau ©
GEPA Pictures/Alexander Solc
Katharina Truppe gehört seit Oktober 2018 dem Spitzensportkader des Bundesministeriums für Inneres an. Die 30-jährige Kärntnerin versieht Dienst in der Polizeiinspektion Faak am See bei Villach. Disziplin, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein prägen nicht nur ihre sportliche sondern auch ihre polizeiliche Laufbahn. Im österreichischen Olympia-Aufgebot für die Winterspiele in Mailand und Cortina galt sie als Routinier. Aufgewachsen ist Katharina Truppe mit ihrer jüngeren Schwester und ihrem jüngeren Bruder im Zwanzgerhof in Altfinkenstein. Seit neun Generationen wird der Hof von ihrer Familie bewirtschaftet. Der Skisport wurde ihr in die Wiege gelegt: Ihr Vater ist Skilehrer, gefahren wurde auf der Gerlitzen und im Skigebiet Dreiländereck. Während ihre Geschwister andere Wege einschlugen, entschied sich Katharina Truppe früh für den Leistungssport. Sie erzählt, dass im Vorzimmer ihrer Eltern WM-Silber im Teambewerb 2019 und olympisches Gold im Teambewerb 2022 in Peking hängen. Doch die vergangene Saison sollte alles überstrahlen – es war der beste Winter ihrer Karriere. Bei der Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm holte sie Bronze im Teambewerb an der Seite von Stephanie Venier. Und dann der Durchbruch im Weltcup: ihr erster Sieg – im 181. Rennen, beim Slalom in Åre. In Åre schloss sie ein Kapitel: jenes des Riesentorlaufs. Nach drei Jahren des Ringens zog sie einen Schlussstrich und konzentriert sich seither auf den Slalom.
Olympische Spiele.
Vor der Vorbereitung auf den Slalom-Bewerb bei den Olympischen Spielen im Februar 2026 in Cortina tankte sie Kraft und erholte sich zuhause in Kärnten. Ihr Ziel, eine Medaille bei den Olympischen Spielen erfüllte sich nicht. Truppe fuhr im Slalom auf Platz fünf. „Ich habe die Nerven nicht gehabt“, erklärt Truppe. „Deswegen wundert es mich nicht, dass es nicht gereicht hat.“
Vorbilder.
Zu Katharina Truppes sportlichen Vorbildern zählen Benjamin Raich und Michaela Kirchgasser. Respekt zollt sie außerdem Lindsey Vonn – nicht nur für deren Erfolge, sondern auch für ihre mentale Stärke. „Sie war immer ein Vorbild für fast alle“, sagt die Polizeispitzensportlerin, und ist betroffen von Vonns schwerer Verletzung nach einem Sturz in der Olympiaabfahrt von Cortina d’Ampezzo. Und dann ist da noch Mikaela Shiffrin. „Dass sie für uns im Slalom fast unschlagbar ist, daran habe ich mich schon fast gewöhnt“, sagt sie. „Da ist sie einfach die Beste.“ Daran ändere auch nichts, dass Shiffrin in der Team-Kombination leer ausgegangen sei.
W. W.
Olympische Spiele
5 Medaillen
Spitzensportlerinnen und -sportler des BMI erlangten bei den olympischen Spielen in Italien 25 Top-10-Platzierungen und 5 Medaillen:
- Katharina Huber: Ski Alpin, Team-Kombination, Gold
- Lisa Schulte: Kunstbahnrodeln, Team Staffel Mixed, Silber
- Fabio Gstrein: Ski Alpin, Slalom, Silber
- Jakob Dusek: Snowboard Cross, Bronze
- Cornelia Hütter: Ski Alpin, Super G, Bronze
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2026
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