Eden-Konferenz 2025
Sicherheit und Datenschutz
Fachleute aus ganz Europa diskutierten bei der EDEN-Konferenz auf Malta, wie man Europas digitale Sicherheit stärken und den Schutz persönlicher Daten im Zeitalter künstlicher Intelligenz und globaler Vernetzung weiter voranbringen kann.
EDEN-Konferenz: Zentrales Thema der Konferenz war die
zunehmende Komplexität digitaler Sicherheitsfragen
© Europol
Die 15. EDEN-Konferenz am 21. und 22. Oktober 2025 in Valetta, Malta, stand unter dem Motto „Red Light, Green Light“. Organisiert von Europols Data Protection Experts Network (EDEN) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Rechtsakademie (ERA) und unterstützt durch die maltesische Polizei, bot die Veranstaltung eine hochkarätige Plattform für den Austausch über aktuelle Entwicklungen in Datenschutz, Cyber-Sicherheit und digitaler Strafverfolgung.
Vertreten waren Datenschutzbeauftragte der nationalen Polizeien der Europäischen Union sowie der Schengen-assoziierten Länder, was die Bedeutung der Konferenz als europäische Austauschplattform zeigte. Zwei Tage lang standen Vorträge, Diskussionen und praxisnahe Einblicke im Mittelpunkt – mit einem gemeinsamen Ziel: Europas digitale Sicherheit zu stärken und den Schutz persönlicher Daten im Zeitalter künstlicher Intelligenz und globaler Vernetzung voranzubringen.
Aktuelle Herausforderungen im Fokus.
Zentrales Thema der Konferenz war die zunehmende Komplexität digitaler Sicherheitsfragen. In Zeiten, in denen Kriminalität immer häufiger online stattfindet, ist klar: Cyber-Sicherheit ist reale Sicherheit.
Angelo Gafà, Maltas Police Commissioner, sagte, dass „in den letzten zehn Jahren 40 Prozent der Kriminalität auf Malta ins Internet abgewandert sind“. Von Phishing über Spoofing bis hin zu Deepfakes, die digitalen Gefahren sind längst ein Teil unseres Alltags und der Handlungsbedarf wächst.
Sicherheitslücken.
Die Expertinnen- und Expertenvorträge und Panels beleuchteten aktuelle Sicherheitslücken und diskutierten Wege, diese effektiv zu schließen. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung der Zusammenarbeit von Mensch und Technologie, denn nur durch das Zusammenspiel beider Komponenten kann nachhaltige Sicherheit gewährleistet werden.
Gesetzgebung als Rückgrat der digitalen Ethik.
Angelo Gafà: „40 Prozent der Kriminalität auf Malta sind in
den letzten zehn Jahren ins Internet abgewandert.“ © Europol
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den rechtlichen Rahmenbedingungen, die unsere digitale Zukunft gestalten: DSGVO, AI-Act und andere EU-Regelwerke wurden als Pfeiler genannt, die konsequent umgesetzt und aktiv gelebt werden müssen. In mehreren Panels, wie etwa „Guardian of Trust: The DPO‘s Role in Ethical and Secure Law Enforcement”, diskutierten Fachleute wie Diana Alonso Blas (Eurojust) und Daniel Drewer (Europol) über ethische Fragen im Spannungsfeld zwischen Datenschutz und Strafverfolgung.
Von der Gesichtserkennung und KI in der Strafverfolgung über Desinformation und digitale Souveränität bis hin zur Nutzung von Drohnentechnologien in der Beweissicherung deckte das Programm ein breites Spektrum ab. Beeindruckend waren die offenen Diskussionen, die es den Teilnehmenden, unter ihnen viele Datenschutzbeauftragte der nationalen Polizeien in Europa, ermöglichten, sich aktiv einzubringen, Wissen zu teilen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Wissensaustausch.
Die EDEN-Konferenz bot auch zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch. Besonders wertvoll war die Gelegenheit, mit Expertinnen und Experten aus ganz Europa in den Dialog zu treten. Ein Aspekt, der die Konferenz zu einem einzigartigen Treffpunkt für Fachleute im Bereich Datenschutz und Cybersicherheit machte.
Rifat Büyükyorulmaz
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 1-2/2026
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