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  2. Ausgabe 1-2/2026
  3. Operation Fox

Operation Fox

Gemeinsam gegen Schlepper

Drei Jahre nach ihrem Start ziehen Beamte Bilanz in der Operation Fox: 90 Prozent weniger Aufgriffe, weniger Schlepper. Österreich und Ungarn setzen ein Zeichen für Kooperation im Kampf gegen das Schlepperwesen.

Bilaterale kooperation: Österreichische und ungarische Polizeibedienstete arbeiten in der Schleppereibekämpfung zusammen
Bilaterale kooperation: Österreichische und ungarische Polizeibedienstete arbeiten in der Schleppereibekämpfung zusammen © Gerd Pachauer
Schleppereibekämpfung: Etwa 15 Schwerpunktaktionen erfolgen monatlich auf ungarischem Staatsgebiet
Schleppereibekämpfung: Etwa 15 Schwerpunktaktione
erfolgen monatlich auf ungarischem Staatsgebiet
© Gerd Pachauer

Seit Dezember 2022 läuft im Burgenland und im ungarischen Grenzgebiet die Operation Fox – eine koordinierte Maßnahme zur Bekämpfung illegaler Migration und des organisierten Schlepperwesens an der österreichisch-ungarischen Grenze.
Ausgangspunkt der Operation war die Situation im Jahr 2022, als im Grenzgebiet große Gruppen von Migrantinnen und Migranten aufgegriffen wurden. Das beeinflusste das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung stark. Mit der Einrichtung der Operation Fox wurde ein abgestimmtes, mehrstufiges Kontroll- und Überwachungssystem eingeführt, das auf intensiver Zusammenarbeit zwischen österreichischen und ungarischen Sicherheitsbehörden basiert.
Im April 2023 unterzeichnete Bundespolizeidirektor Michael Takács für das BMI ein Memorandum of Understanding mit der ungarischen Nationalpolizei über die Einrichtung gemeinsamer Streifendienste. Damit wurde die rasche Verwendung österreichischer Einsatzmittel wie Drohnen, Polizeihunde sowie weiterer Einsatztechnik auf ungarischem Staatsgebiet ermöglicht. „Grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit ist im Kampf gegen die internationale Schlepperkriminalität eine Notwendigkeit“, erklärte Takács.
„Nur mit unseren europäischen Partner- und Nachbarstaaten kann es uns gelingen, schlagkräftig gegen diese höchst organisierte Kriminalität vorzugehen, Leid zu verhindern und die Sicherheit in Österreich zu stärken“, sagt der Bundespolizeidirektor.

Bilanz: Seit Beginn der Operation konnten 2.700 Migranten und 220 Schlepper auf ungarischem Staatsgebiet angehalten werden. Im Burgenland ging die Zahl der Aufgriffe von 29.823 im Jahr 2023 auf 2.691 im Jahr 2025 (Stand Mitte November) zurück – das bedeutet einen Rückgang um 90 Prozent. Auch bei den Schlepperfestnahmen im Burgenland ist dieser Trend erkennbar: Waren es 2024 39, liegt diese Zahl 2025 bei 5. Anders ist die Situation in Ungarn vor der österreichischen Grenze, die Zahl der Schlepperfestnahmen des letzten Jahres wurde 2025 übertroffen.

Kooperation und Technologie.

Zentraler Faktor der Operation ist die Zusammenarbeit mit ungarischen Sicherheitsbehörden. Die Operation Fox wird hauptsächlich mit den Partnern der ungarischen Polizei in Győr, Szombathely und Sopron koordiniert. „Die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kolleginnen und Kollegen funktioniert reibungslos“, erklärt der zuständige Leiter, Oberstleutnant Emmerich Szabo, von der Landespolizeidirektion Burgenland. Mit den ungarischen Kolleginnen und Kollegen werden von den derzeit 38 zugeteilten Polizistinnen und Polizisten Kontrollen im ungarischen Grenzraum und an vorgelagerten Punkten durchgeführt. „Wir führen im Monat rund 15 Schwerpunktaktionen auf ungarischem Staatsgebiet durch“, sagt ­Szabo. „Wir kennen die Routen und das Vorgehen der Schlepper genau. Nach bewährter Taktik stoppen wir sie und übergeben sie zur weiteren fremdenrechtlichen Amtshandlung den ungarischen Kolleginnen und Kollegen. Neben den Schwerpunkten wird Zeit für Ausbildung und Einsätze im Grenzgebiet aufgewandt. Bei Bedarf helfen wir auch im Grenzbereich anderer Regionen aus.“

Michael Takacs: „Im Kampf gegen Schlepperei ist grenzüberschreitende Zusammenarbeit notwendig.“
Michael Takacs: „Im Kampf gegen
Schlepperei ist grenzüberschreitende
Zusammenarbeit notwendig.“
© Gerd Pachauer

Das Stoppen der Schlepperfahrzeuge nimmt einen zentralen Aspekt bei den Schwerpunkten ein: „Es handelt sich um taktische Anhaltungen, bei denen Örtlichkeit, Gelände, Fahrzeugaufstellung eine wesentliche Rollen spielen, damit der Zugriff erfolgreich ist und niemand der Beteiligten gefährdet wird“, berichtet Szabo. „Zudem werden Fährtenhunde und technische Hilfsmittel wie Drohen eingesetzt, um Flüchtende rasch aufzuspüren.“
Im Rahmen eines internationalen Workshops auf der S7 bei Heiligenkreuz übten im September 2025 – wenige Tage bevor die Strecke für den Verkehr freigegeben wurde – je 17 ungarische Polizistinnen und Polizisten gemeinsam das Anhalten von Fahrzeugen bei Hochgeschwindigkeiten.

Ausbildung.

Wer Teil der Operation Fox werden möchte, braucht eine zweiwöchige Schulung. Im praktischen Ausbildungsteil werden taktische Anhaltungen und das Einschreiten im Gelände trainiert, hinzu kommen Erste-Hilfe-Einheiten. Ungarische Sprachkenntnisse sind von Vorteil, aber keine Voraussetzung. Die Beamtinnen und Beamten der Einheit führen die Schwerpunkte mit zivilen geländegängigen Fahrzeugen durch, jedoch immer in Uniform. Derzeit verfügt die Operation Fox über zwei Stützpunkte in Niederösterreich und im Burgenland.

Anpassungsfähige Schleppernetzwerke.

Trotz der Erfolge bleiben die Rahmenbedingungen sehr dynamisch. Schlepperorganisationen reagieren flexibel auf verstärkte Kontrollen und verlagern ihre Routen. Da muss man als Polizei stets rasch reagieren. Ziel der Operation Fox bleibt es, das Schlepperwesen im Osten Österreichs zu bekämpfen und illegale Migration einzudämmen. Durch die Kombination aus moderner Technik, internationaler Kooperation und hohem persönlichen Einsatz der eingesetzten Kräfte gilt sie heute als Musterbeispiel erfolgreicher sicherheitspolizeilicher Zusammenarbeit im europäischen Grenzraum.

Maria Rennhofer-Elbe


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 1-2/2026

 Druckversion des Artikels (pdf, 514 kB)

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