Lange Nacht der Museen
Geschichte, Vorträge, Vorführungen
Ausstellung im Palais Modena: Geschichte der 20-jährigen Bundespolizei; Präsentation von Polizeiuniformen
© Gerd Pachauer
Über 2.200 Besucherinnen und Besucher nutzen am 4. Oktober 2025 die „ORF-Lange-Nacht-der-Museen“, um die exekutivhistorischen Ausstellungen in Linz, Salzburg und Wien zu besuchen.
Zahlreiche aktive und pensionierte Polizeibedienstete, sowie Polizeischülerinnen und -schüler standen an diesem ersten Samstag im Oktober – seit Jahren fixes Datum für die lange Nacht der Museen – engagiert im Einsatz. Im Bundesministerium für Inneres stand die Geschichte der 20-jährigen Bundespolizei in einer Ausstellung im Mittelpunkt, die von der Abteilung III/S/3 – Historische Angelegenheiten in Zusammenarbeit mit der Generaldirektion für die öffentliche Sicherheit gestaltet worden war.
Kontrollinspektor i. R. Günter Purker berichtete über die Zusammenführung der Wachkörper und aus Sicht seiner über 40-jährigen Dienstzeit. Auch das Innenministerium war Thema der Führung sowie das Palais Modena aus (bau- und kunst-)geschichtlicher Sicht.
Salzburg.
LPD Salzburg: Vorführungen der Polizeihundestaffel; Präsentation von historischen Gendarmerieuniformen und Fahrzeugen
© Michael Korber
Im Polizeimuseum Salzburg wurde die Dauerausstellung über die 225-jährige Geschichte der Polizei in der Stadt Salzburg, die Gründung der Gendarmerie vor 176 und der Finanz- bzw. Zollwache vor 195 Jahren gezeigt. Zusätzlich wurde die Sonderausstellung „Den Toten einen Namen geben“ über den internationale DVI-Einsatz (Disaster Victim Identification) nach dem Tsunami in Südostasien 2004 präsentiert. Dabei wurde ein Überblick über den bisher längsten Identifizierungseinsatz geboten und die zwei Einsatzorte Phuket (Thailand) und Colombo (Sri Lanka) beschrieben. Zu diesem Thema fand im Laufe des Abends ein Salongespräch mit Mitarbeitern und Leitenden des DVI-Teams statt, in dem die persönlichen Eindrücke des Einsatzes im Zentrum standen.
Oberösterreich.
Im Museum für Wehrgeschichtliche Oberösterreich in Linz Ebelsberg präsentierte der „Exekutivhistorische Verein Oberösterreich“ (EHV-OÖ) eine Sonderausstellung zu 195 Jahre Zollwache, 65 Jahre UNO-Friedenseinsätze und 20 Jahre Bundespolizei. Kurator Klaus Windischbauer führte durch die Ausstellung.
Ein Rahmenprogramm wurde in der Landespolizeidirektion Salzburg geboten: Von den Salzburger Traditionsgendarmen unter Kommando von Obmann Peter Schober wurden historische Einsatzfahrzeuge der ehemaligen Polizei und Gendarmerie zur Schau gestellt. Die Besucher konnten die modernen und alten „Polizei-Porsche“ bestaunen. In der Salzburger Polizeikantine wurde der pensionierte stellvertretende Leiter des Landeskriminalamtes Tirol Christoph Hundertpfund über sein kürzlich erschienenes Buch „Ein Tiroler Kripobeamter weltweit im Einsatz“ interviewt.
Für Action sorgten Vorführungen der Polizeihundestaffel und der Einsatztrainer. Das Publikum kam beim Stand der Kinderpolizei und bei Schnitzeljagden in zwei Schwierigkeits-Levels für kleine und größere Detektive, auf ihre Rechnung.
Die Möglichkeit, in eine Polizei-Uniform zu schlüpfen oder eine schwere Schutzausrüstung anzuprobieren, wurde quer durch alle Altersklassen in Salzburg und Wien genutzt und an den Recruiting-Ständen möglicherweise der Grundstein für so manche Polizei-Karriere gelegt. In Salzburg waren die Einlagen der Polizeimusik Publikumsmagneten, in Wien fanden die Merchandise-Artikel der Polizeimusik Anklang.
Ulrike Landmann
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2025
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