Kritische Infrastruktur
Vernetzung und Austausch
Der Schwerpunkt beim „Tag der kritischen Infrastruktur“ war der Austausch zwischen Behördenvertreterinnen und -vertretern, der Wissenschaft und Wirtschaft zum Schutz der kritischen Infrastruktur.
Vernetzungstreffen: KSÖ-Vizepräsident Helmut Leopold, CEO Gerda Holzinger-Burgstaller, Innenminister Gerhard Karner, DSN-Direktor Omar Haijawi-Pirchner
© Jürgen Makowecz
Beim „Tag der kritischen Infrastruktur“, am 15. September 2025 in Wien, trafen Innenminister Gerhard Karner, der Vize-Präsident des Kompetenzzentrums Sicheres Österreich (KSÖ), Helmut Leopold, der Direktor der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Omar Haijawi-Pirchner, sowie KSÖ-Vorstandsmitglied und CEO der Ersten Bank Gerda Holzinger-Burgstaller mit Betreibern von Einrichtungen kritischer Infrastruktur zusammen. Der Schwerpunkt dieses Zusammenkommens war der Austausch zwischen Behördenvertreterinnen und -vertretern, der Wissenschaft und Wirtschaft zum Schutz der kritischen Infrastruktur.
„Es geht um den Schutz wichtiger Einrichtungen, die ein geregeltes Zusammenleben sicherstellen und für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen“, sagte der Innenminister. „Je komplexer die Problemstellungen sind, umso wichtiger ist ein regelmäßiger Austausch zwischen allen Beteiligten.“ Es gebe viele Bereiche, die durch derartige Szenarien beeinflusst werden können – beispielsweise sichere Lieferketten, Zuverlässigkeitsprüfungen, Bombendrohungen oder das immer größer werdende Thema der künstlichen Intelligenz. Umso wichtiger sei der Schutz von Einrichtungen, die für die Sicherheit der Bevölkerung sorgen, sagte Karner.
„Wir machen uns bereit für eine Quanten-Zukunft. Dafür ist Österreich ideal aufgestellt. International ist unser Land nicht nur für unsere Alpen und Wiener Schnitzel bekannt, sondern auch für eine mit einen Nobelpreis gewürdigte Quantenforschung“, sagte KSÖ-Vorstandsmitglied Gerda Holzinger-Burgstaller. „Deshalb setzen wir auf österreichische Forschung und darauf aufbauend auf in Österreich entwickelte Quantentechnologie, die unsere Infrastruktur vor zukünftiger krimineller Energie und Hackerangriffen absichert. Letzte Woche haben wir die ersten Testläufe durchgeführt – mit dem erfreulichen Ergebnis, dass unsere Infrastruktur mit Quantentechnologie erfolgreich abgesichert werden kann. Das ist ein wortwörtlicher Quantensprung für die Zukunft unserer Cyber-Security“, betonte Holzinger-Burgstaller.
„Als Netzwerkplattform ist es unser Ziel, verschiedenste Stakeholder an einen Tisch zu bringen. Vernetzung und regelmäßiger Austausch sind entscheidende Faktoren für den umfassenden Schutz kritischer Infrastruktur in Österreich. Zusammen schaffen wir Rahmenbedingungen für eine sichere Zukunft“, sagte Helmut Leopold, Vize-Präsident des KSÖ.
Prävention und Sensibilisierung.
„Die Bedrohungslage ist real und vielfältig. Gerade weil die kritische Infrastruktur so wichtig für unsere Gesellschaft ist, werde sie zunehmend zu potenziellen Angriffszielen. Daher ist es wichtig, als Verfassungsschutz nicht nur zu reagieren, wenn Gefahren drohen, sondern auch präventiv zu beraten und zu sensibilisieren“, führte DSN-Direktor Omar Haijawi-Pirchner aus.
Die DSN setzt auf regelmäßige Prävention und Sensibilisierung, um Betreiber kritischer Infrastruktur frühzeitig auf Risiken aufmerksam zu machen und Handlungssicherheit zu schaffen. 2024 führten DSN-Bedienstete über 300 Kontakt- und Beratungsgespräche mit Betreibern kritischer Infrastruktur und beantworteten mehr als 1.300 Unternehmensanfragen. Im Fokus standen Themen wie Wirtschaftsspionage, Drohnenabwehr, physischer Schutz, Social Engineering und Cyber-Angriffe. Ergänzend wurden Objekt- und Sicherheitsbegehungen angeboten. Mit der Vortragsreihe „schützenswertes Krankenhaus“ stärkt die DSN zudem gezielt die Sicherheitskultur in Kliniken und vermittelt Erkenntnisse zu Bedrohungsszenarien.
Innovationen und Entwicklungen.
Zudem wurden aktuelle Forschungsergebnisse und Zukunftsthemen für die Sicherheit kritischer Infrastruktur vorgestellt. Die Beiträge reichten von neuen Methoden der künstlichen Intelligenz für den Schutz sensibler Systeme, Risikobewertung, Datenanalyse und Modellierung, die künftig eine noch präzisere Einschätzung von Bedrohungslagen und eine effektivere Prävention ermöglichen. Damit rückt die Kombination aus technologischer Innovation und praxisnaher Anwendung immer stärker in den Mittelpunkt der Sicherheitsstrategien.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 11-12/2025
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