Porträt
Die Allrounderin
Polizeispitzensportlerin Julia Hauser ist dreifache Olympiastarterin im Triathlon und Staatsmeisterin im Aquathlon. Bei den Olympischen Sommerspielen 2024 in Paris war sie beste österreichische Teilnehmerin.
Polizeispitzensportlerin Julia Hauser ist eine der besten Triathletinnen Österreichs © GEPA Pictures / Armin Rauthner
Sie liebt die Abwechslung – sowohl im Sport als auch im Beruf. Die 31-jährige Wienerin Julia Hauser befindet sich als Polizei-Anwärterin noch in der Ausbildung, die sie seit 1. Juli 2024 in Graz absolviert. „Wenn ich dann einmal fertig bin, dann gibt es viele Möglichkeiten bei der Polizei für mich. Das ist es, was mich so reizt“, sagt Hauser. Eigentlich war sie Leichtathletin und es war die Vielfalt des Fünfkampfs, die sie faszinierte. „Ich mag die Abwechslung, erklärt die Südstadt-Absolventin, deren Verein der TRI-Kagran ist. Am „Tag des Sports“ 2010 kam sie mit Vertretern des Triathlonverbands in Kontakt.
Mittlerweile hat es Hauser auf drei Olympia-Teilnahmen gebracht. Sie wurde viermal hintereinander Triathletin des Jahres (2021-22-23-24). Die Erinnerungen an Olympia sind nicht die besten. „2016 in Rio wurde ich für die verletzte Lisa Perterer nachnominiert. Es war für die Vorbereitung nicht ganz ideal, aber ich wollte unbedingt olympische Erfahrungen sammeln.“ Und bei den Spielen 2021 in Tokio? „Das war sehr bitter – das Rennen war nach einem Schlag auf den Kopf beim Schwimmstart nach fünf Sekunden vorbei“, sagt die Triathletin. Die Olympischen Spiele letztes Jahr in Paris waren zwar sehr durchwachsen, aber Hauser belegte als beste Österreicherin den 32. Rang. Dass sie es kann, hat sie bei den European Games 2023 bewiesen. Obwohl es am Anfang nicht so danach aussah. Denn Hauser hatte nach 1,5 Kilometern Schwimmen mehr als eine Minute Rückstand. Aber letztendlich konnte sie ihre Leistungsstärke abrufen und radelte und lief zu Silber. Obendrein ist sie Staatsmeisterin im Aquathlon – ein Ausdauerwettkampf, der aus den Disziplinen Schwimmen und Laufen besteht. Da macht sich die Leidenschaft zum Ausdauersport bemerkbar.
Julia Hauser, die zur Landespolizeidirektion Niederösterreich gehört, trainiert etwa 25 bis 30 Stunden pro Woche. Ihre größte Stärke liegt im Laufen, den größten Aufholbedarf sieht sie im Schwimmen. Lauftraining wird hauptsächlich im Wiener Prater absolviert. „Laufen ist für mich, als ehemalige Leichtathletin nicht so fordernd.“ Im Stadionbad werden die Schwimmeinheiten bestritten.
Der große Traum der Polizeispitzensportlerin bleibt, noch eine Olympiateilnahme, samt Medaille. Als Mitglied des Polizeispitzensportteams des Innenministeriums hält sie das für nicht illusorisch. „Bei der Polizei habe ich super Bedingungen zum Trainieren.“ Julia Hauser war zuvor 10 Jahr lang Bundesheer-Leistungssportlerin. „Die Polizei ermöglicht mir neben einer beruflichen Ausbildung die professionelle Ausübung meines Sports.“ Gefragt nach ihrem Vorbild, kommt schnell der Name der sehr erfolgreichen Schwedin Lisa Norden. „Wir waren in einer Trainingsgruppe und sie war wie eine Schwester zu mir“, sagt Hauser.
W. W.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2025
Druckversion des Artikels (pdf, 231 kB)