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  3. Gedenkstätten für Exekutivbedienstete (30)

Gedenkstätten für Exekutivbedienstete (30)

Gedenken an die Opfer der Nazis

Im Direktionsgebäude der Landespolizeidirektion Wien am Schottenring erinnern eine Gedenktafel und eine Metallplastik an die Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes.

Gedenktafel in der Landespolizeidirektion Wien für die Opfer des NS-Gewaltregimes
Gedenktafel in der Landespolizeidirektion Wien für die Opfer des NS-Gewaltregimes
© Werner Sabitzer

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich im März 1938 wurden hochrangige Bedienstete der Bundespolizeidirektion Wien verhaftet, misshandelt und in das Konzentrationslager Dachau gebracht. Viele von den Nazis als Gegner betrachtete Exekutivbedienstete wurden aus dem Polizeidienst entfernt, eingesperrt und schwer misshandelt. Polizisten, die im Ständestaat bei der Verfolgung der kriminellen Handlungen illegaler Nationalsozialisten beteiligt waren, wurden von den neuen Machthabern besonders schwer misshandelt, einige von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen der Misshandlungen. Polizisten jüdischer Herkunft wurden aus dem Polizeidienst entfernt. Die meisten von ihnen wurden in Vernichtungslagern der Nazis ermordet. Nicht wenige Polizisten, die Widerstand geleistet hatten, wurden zum Tod verurteilt und hingerichtet.

Gedenktafel.

Beim Eingang zum Festsaal im ersten Stock der Landespolizeidirektion Wien befindet sich eine Marmortafel, gestiftet vom Bundesministerium für Inneres (BMI). Die Gedenktafel wurde am 1. November 1946 vom Polizeipräsidenten Arthur Klauser im damaligen Polizeidirektionsgebäude am Parkring 8 in Anwesenheit des Innenministers Oskar Helmer enthüllt. 1974 wurde die Gedenktafel im neu errichteten Direktionsgebäude am Schottenring angebracht.
Auf der Tafel sind das Korpsabzeichen der Sicherheitswache und das Bundeswappen abgebildet. In goldfarbener Schrift sind nach einem einleitenden Satz die Namen der von den Nationalsozialisten getöteten Bediensteten der Wiener Polizei angeführt:
Den für die Freiheit Österreichs vom nationalsozialistischen Terror hingemordeten Polizeibeamten zum Gedenken: / Berger Josef, Pol. Res / Bergner Viktor, Ray. Insp. / Dänninger Franz, Ray. Insp. / Heindl Leopold, Ray. Insp. / Hofer Andreas, Ob. Wachm. / Kerner Karl, Ray. Ins. / Kirchl Dr. Otto, Pol. Koär. / Kuscher Lorenz, Ray. Insp. / Newald Johann, Ob. Lt. / Pleininger Dr. Josef, Ob. Pol. Rat / Schneider Hermann, Ob. Wachm. / Theyer Alois, Ray. Insp. Braun Dr. Erwin, Pol. Koär. / Richter Felix Ob. Pol. Rat / Hofrat Dr. Emil Kominik Hofrat Dr. med. Emil Friedjung / Wirklicher Hofrat Dr. Ludwig Weiser / Mandl Josef Amtswart / Pol. San. Rat Dr. Johann Groszmann / Pol. San. Obkoär Dr. Julius Munk

Die Opfer und die Hintergründe:

Gedenken und mahnen: Kunstwerk in der Landespolizeidirektion Wien
Gedenken und mahnen: Kunstwerk in der Landespolizeidirektion Wien
© Werner Sabitzer

Josef Berger, geboren am 13. Jänner 1902, Rottwachtmeister der Reserve der Schutzpolizei, verbreitete kommunistische Flugschriften, wurde 1941 verhaftet, zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet.
Viktor Bergner, geboren am 19. November 1898 in Kupferberg, Meister der Schutzpolizei, wohnte zuletzt in 1160 Wien, Thaliastraße 75/11/4/23. Er wurde im Februar 1944 wegen staatsfeindlicher Betätigung festgenommen und am 30. August 1944 in Dachau erschossen.
Dr. Erwin Braun, geboren am 7. April 1913 in Wien, Polizeikommissär, wohnte zuletzt in 1020 Wien, Große Mohrengasse 19. Er wurde am 19. Februar 1941 nach Kielce (Polen) deportiert und starb in Lagerhaft.
Franz Dänninger (richtig: Däninger), geboren 2. Februar 1896 in Wien, Hauptwachtmeister der Schupo i. R. und Polizeivertragsangestellter der Abteilung V des Polizeipräsidiums Wien, wurde im Juli 1942 wegen kommunistischer Betätigung verhaftet, zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet. Däninger war Schriftsetzer und seit 1914 Mitglied der Sozialdemokraten. Ende 1918 trat er in die Wiener Stadtschutzwache ein, 1922 wurde er in die Wiener Sicherheitswache übernommen. Nach den Unruhen im Juli 1927 war er als Sozialdemokrat in der Polizei zunehmend Anfeindungen ausgesetzt. Deshalb ließ er sich 1929 als Sicherheitswachebeamter pensionieren. Bis 1934 war der Sekretär und Kassier der „Freien Organisation der Sicherheitswachebeamten Österreichs“. Nach dem Verbot der SPÖ im Februar 1934 war er sechs Monate lang im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. Nach der Machtübernahme der Nazis im März 1938 trat Däninger wieder in die Polizei ein. Er dürfte seit dem Frühjahr 1942 dem ZK der KPÖ angehört haben. Er gründete eine NS-Widerstandsgruppe innerhalb der Polizei, verteilte Flugzettel, unternahm Sabotageaktionen und half Verfolgten des NS-Regimes. Bei einer Hausdurchsuchung durch die Gestapo im Juli 1942 wurden kommunistische Manuskripte, unbeschriebene Matrizen, Kohlepapier sowie marxistische Bücher und Zeitschriften beschlagnahmt. Däninger war verheiratet und wohnte in 1150 Wien, Thurnergasse 30/1.
Dr. med. Emil Friedjung, geboren am 14. Juli 1877, Polizei-Sanitätsrat, wohnte in 1020 Wien, Große Schiffgasse 5/6. Er wurde am 9. Juni 1942 nach Minsk deportiert. Er starb am 15. Juni 1942 in Maly Trostinec.
Dr. med. Johann Kajetan Groszmann (richtig: Grossmann), geboren am 21. April 1886 in Wien, Polizei-Sanitätsrat, Chefarzt der Polizei, wohnte in 1010 Wien, Biberstraße 3. Er wurde am 5. Juni 1942 nach Izbica (Polen) deportiert. Er überlebte die Lagerhaft nicht.
Leopold Heindl, geboren am 25. März 1896 in Wien, Hauptwachtmeister der Schutzpolizei, wohnte zuletzt in 1120 Wien, Karl-Löwe-Gasse 17-19/20/20. Er war Mitglied einer kommunistischen Zelle von Polizeiangehörigen, wurde 1942 festgenommen, wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt und am 30. Juli 1943 in Dachau hingerichtet.
Andreas Hofer, geboren am 24. August 1915 in Innsbruck, Revieroberwachtmeister der Schutzpolizei in Wien, wohnte zuletzt in 1190 Wien, Werkmanngasse 2/3/10. Er wurde am 28. Februar 1944 festgenommen und vom Volksgerichtshof am 28. Oktober 1944 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ durch „Beteiligung an einem separatistischen Zusammenschluss“ zum Tod verurteilt. Hofer hatte unter anderem Fieber erzeugende Substanzen an Soldaten weitergegeben, die vor ihrer militärischen Untersuchung standen. Gleichzeitig mit Hofer zum Tod verurteilt wurden Kaplan DDr. Heinrich Maier, Dipl.-Ing. Walter Caldonazzi, Josef Wyhnal, Dipl.-Ing. Hermann Klepell, Dr. Wilhelm Ritsch, Dr. Franz Josef Messner und Dr. Clemens von Pausinger. Nach einem Fußmarsch der Verurteilten von Wien nach Stein/Donau (Niederösterreich) wurde Hofer am 15. April 1945 mit 43 weiteren Verurteilten erschossen.
Karl Kerner, geboren am 4. Dezember 1889 in Wien, Hauptwachtmeister der Schutzpolizei, wohnte zuletzt in 1160 Wien, Arnethgasse 85/1/9. Er war Mitglied einer kommunistischen Zelle von Schutzpolizisten. Er wurde 1942 festgenommen, vom Obersten SS- und Polizeigericht wegen „Wehrkraftzersetzung“ und „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet.
Dr. Otto Kirchl, geboren am 14. November 1901 in Wien, Regierungsrat, war Konzeptsbeamter in der Polizeidirektion Wien und zuletzt stellvertretender Polizeidirektor in St. Pölten. Mit Josef Trauttmansdorff-Weinsberg, Besitzer des Schlosses Pottenbrunn, und anderen Verbündeten bildete er die wichtigste überparteiliche Widerstandsgruppe in Niederösterreich. Die im Frühjahr 1945 gegründete Gruppe bestand aus Polizeibediensteten, Arbeitern der Glanzstoff-Fabrik und anderer Unternehmen, Bauern und Gutsbesitzern. Die Gruppe strebte danach, St. Pölten der anrückenden Roten Armee kampflos zu übergeben, um Menschenleben zu retten und die Zerstörung von Gebäuden und Infrastruktur zu verhindern. Sie plante auch, die Gestapo zu entwaffnen. Die Gruppe wurde im April 1945 von einem Gestapo-Spitzel verraten. Otto Kirchl und seine Frau Hedwig wurden mit Mitstreitern am 9. April 1945 verhaftet und bei den Verhören gefoltert. Die Ehepaare Kirchl und Trauttmannsdorff-Weinsberg und acht weitere führende Mitglieder der Widerstandsgruppe wurden von einem Standgericht am 13. April 1945 im Schulzimmer der Polizeikaserne zum Tod verurteilt und am selben Tag von SS-Leuten im heutigen Hammerpark erschossen. Die Toten wurden in einer Grube im Hammerpark begraben. Zwei Tage später eroberten sowjetische Truppen St. Pölten.
Nach Kriegsende wurden die Leichen der Erschossenen exhumiert und in Friedhöfen bestattet. Einige der Opfer wurden in einem Ehrengrab am Hauptfriedhof beigesetzt. 1948 wurden drei Mitglieder des nationalsozialistischen Standgerichts, das die Mitglieder der Gruppe Kirchl-Trauttmansdorff zum Tod verurteilt hatte, zu mehrjährigen Kerkerstrafen und Vermögensverfall verurteilt. Otto Kirchl erhielt ein Ehrengrab im Friedhof St. Pölten. Ein Mahnmal und eine Gedenktafel im Hammerpark in St. Pölten erinnern an ihn und die anderen Opfer der Widerstandsgruppe. Nach Kirchl wurde 1946 in St. Pölten eine Straße benannt.
Dr. med. Emil Kominik, geboren am 2. Jänner 1877 in Zahori in Böhmen, Polizei-Sanitätsrat, wohnte zuletzt in 1020 Wien, Haidgasse 4. Er wurde am 24. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 10. September 1944.
Lorenz Kuscher, geboren am 25. November 1894 in Wien, Meister der Schutzpolizei, wurde 1942 wegen kommunistischer Betätigung verhaftet, zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet.
Josef Mandl, geboren am 5. März 1877, Amtswart, wurde am 30. März 1943 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Er starb in Lagerhaft.
Dr. med. Julius Munk, geboren am 10. Dezember 1901 in Wien, Polizei-Sanitäts-Oberkommissär, wohnte zuletzt in 1080 Wien, Alser Straße 47/32. Als Betroffener der Nürnberger („Rassen“-)Gesetze emigierte er im September 1938 nach Frankreich und wurde im Februar 1944 als Arzt in der französischen Widerstandsbewegung festgenommen. Er war unter anderem in den Konzentrationslagern Dachau, Frankfurt am Main und Buchenwald inhaftiert, wo er am 18. April 1945 nach der Befreiung des Lagers starb.
Johann Newald, geboren am 20. Jänner 1901 in Kottingneusiedl, Hauptmann der Schutzpolizei, wurde am 4. Oktober 1944 verhaftet, wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt und am 27. Oktober 1944 in Dachau hingerichtet.
Dr. iur. Josef Pleininger, geboren am 8. Juli 1888 in Wien, Stadthauptmann von Wien-Meidling, wohnte zuletzt in 1120 Wien, Hufelandgasse 4. Er wurde im Zuge des „Anschlusses“ am 12. März 1938 verhaftet und starb am 9. April 1938 im Wiener Landesgericht.
Abs. iur. Felix Richter, geboren 14. Juli 1884 in Saaz, Böhmen, Oberpolizeirat, wohnte zuletzt in 1020 Wien, Ferdinandstraße 31. Er wurde am 5. Jänner 1943 in das Ghetto Theresienstadt und von dort am 18. Mai 1944 nach Auschwitz deportiert, wo er getötet wurde.
Hermann Schneider, geboren am 22. März 1906 in Bruck an der Leitha, Hauptwachtmeister der Schutzpolizei, wohnte zuletzt in 1150 Wien, Dingelestedtgasse 5-7/32. Er leitete eine kommunistische Zelle von Polizeiangehörigen. Er wurde am 23. Juli 1942 verhaftet, wegen „Hochverrats“ durch kommunistische Betätigung am 25. März 1943 zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet. Seine Frau Maria wurde ebenfalls festgenommen.
Alois Theyer (richtig: Theyrer), geboren am 17. Juni 1898 in Fratreß, Hauptwachtmeister der Schutzpolizei, wohnte zuletzt in 1050 Wien, Siebenbrunnengasse 69/1/16. Er war Mitglied einer kommunistischen Zelle von Polizeiangehörigen, wurde am 30. Juli 1942 festgenommen, am 25. März 1943 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tod verurteilt und am 25. Juni 1943 im Zuchthaus München-Stadelheim hingerichtet.
Hofrat Dr. iur. Ludwig Weiser, geboren am 26. Februar 1887, Leiter der Staatspolizeilichen Abteilung der Wiener Polizei, wurde nach der nationalsozialistischen Machtübernahme im März 1938 festgenommen und befand sich bis Oktober 1939 in Schutzhaft. Er musste sich in Deutschland niederlassen und starb am 14. Juni 1944 in Dresden.

Mahnstätte.

Im sechsten Stock des Polizeidirektionsgebäudes am Schottenring befindet sich eine Metall-Plastik auf einem Marmorsockel. Auf einer geschwungenen Bronzeplatte befindet sich die Inschrift:
In der Zeit von 1938 – 1945 hat es in den Reihen der Wiener Schutzpolizei auch Täter und Opfer des nationalsozialistischen Gewaltregimes gegeben. Schutzpolizisten wurden zu Verbrechen an Juden und anderen Opfern missbraucht. Dieses Werk ist Mahnung und Gedenken an Menschen, deren Lied, deren Not, deren Mut, deren Schuld und deren Lebensverachtung.

Gedenktafel Ringtheaterbrand.

Gedenktafel an der Außenfassade der Landespolizeidirektion Wien in Erinnerung an die Opfer des Ringtheaterbrandes 1881
Gedenktafel an der Außenfassade der Landespolizeidirektion Wien in Erinnerung an die Opfer des Ringtheaterbrandes 1881 © Werner Sabitzer

An der Stelle, an der das heutige Polizeidirektionsgebäude errichtet wurde, befand sich im 19. Jahrhundert das Ringtheater, das 1881 ein Raub der Flammen wurde und fast 400 Menschen das Leben kostete. Deshalb wurde 1982 an der Ringstraßenseite des Polizeidirektionsgebäudes eine von der Gesellschaft der Freunde Wiens initiierte Gedenktafel angebracht, die an den folgenschwersten Theaterbrand in der Geschichte Wiens und an das danach errichtete Sühnhaus erinnert. Die Gedenktafel hat folgende Inschrift:
ZUM ANDENKEN AN DIE OPFER / DES RINGTHEATERBRANDES. / AN STELLE DES AM 8. DEZEMBER 1881 / ABGEBRANNTEN THEATERS STIFTETE / KAISER FRANZ JOSEPF I. DAS SÜHNHAUS. / DIESES WURDE IM ZWEITEN WELTKRIEG / ZERSTÖRT. / GESELLSCHAFT DER FREUNDE WIEN. 1982
Am 8. Dezember 1881 stand das Offenbach-Stück „Hoffmanns Erzählungen“ auf dem Programm des 1873 erbauten Wiener Ringtheaters. Kurz vor Beginn der Vorstellung brach auf der Bühne ein Feuer aus. Die Gaszufuhr zu den vielen Brennern wurde nicht sofort unterbunden, ein Beleuchtungskasten explodierte, Dekorationsteile begannen zu brennen und das Feuer breitete sich rasch aus. Die Drahtkurtine zwischen Bühne und Zuschauerraum wurde nicht geschlossen, der Brandmelder nicht betätigt und man verabsäumte es, die Zuschauer zu warnen. Die Gänge zu den Garderoben, Stiegenhäusern, Rängen und Galerien waren eng, alle Türen des Zuschauerraums gingen nach innen auf. Behördliche Sicherheitsauflagen waren nicht umgesetzt. Theaterbedienstete versuchten unkoordiniert, das Feuer zu löschen. Als Flüchtende die Bühnenrolltür öffneten, entstand durch die Luftzufuhr ein Feuersturm, der brennende Teile des Bühnenvorhangs bis an die Decke schleuderte. Nun begann auch der Zuschauerraum zu brennen. Der Gas-Hauptregler wurde abgesperrt, dadurch erloschen alle Leuchtgasbrenner im Zuschauerraum, auf den Gängen und Stiegen. Die von den Behörden vorgeschriebene Notbeleuchtung war noch nicht montiert worden. Die Besucher drängten zu den Ausgängen, es kam zu einer Panik.
„Alles gerettet“ meldete ein Polizeirat später an die Erzherzöge Albrecht und Wilhelm – ein weiterer Fehler. Denn daraufhin untersagte man Helfern, das brennende Gebäude zu betreten. Am nächsten Tag stand das Ausmaß der Katastrophe fest: Mindestens 384 Menschen waren ums Leben gekommen.
Nach dem Brand des Ringtheaters wurden umfangreiche Maßnahmen für den vorbeugenden Brandschutz und das Rettungswesen ergriffen: Die Wiener Feuerwehr, bis dahin dem Stadtbauamt angegliedert, wurde eine eigene Abteilung. Es wurde ein strenges, europaweit vorbildliches Veranstaltungsrecht beschlossen, und adelige Gönner gründeten die „Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft“.

Werner Sabitzer

LPD Wien

Polizeidirektionsgebäude

Landespolizeidirektion Wien
Landespolizeidirektion Wien © Werner Sabitzer

Die Wiener Polizeibehörde befand sich ab 1793 im Haus Seitzergasse 4 und ab 1823 am Petersplatz.1874 erwarb die Polizei das 1872/73 im Hinblick auf die Weltausstellung 1873 in Wien errichtete Hotel „Austria“ am Schottenring 11. Das Gebäude wurde im März 1945 durch Fliegerbomben schwer beschädigt und später abgerissen. Die Polizeidirektion war danach vorübergehend im niederösterreichischen Landhaus in der Herrengasse 13 untergebracht und übersiedelte nach Kriegsende im Juli 1945 in das Palais Erzherzog Wilhelm am Parkring 8 im ersten Bezirk. Das Generalinspektorat der Sicherheitswache und das staatspolizeiliche Büro befanden sich im Nebenhaus Zedlitzgasse 8; weitere Dienststellen waren in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Mit den gestiegenen Aufgaben der Polizei erwies sich das Deutschmeisterpalais als Direktionsgebäude bald nicht mehr geeignet. 1959 präsentierte der Architekt Alfred Dreier einen Entwurf für eine neue Polizeidirektion am Schottenring 7-9, neben dem Platz, auf dem das 1874 erworbene Direktionsgebäude gestanden war. Es dauerte noch einige Jahre, bis die neue Polizeidirektion errichtet wurde. 1974 wurde der Neubau bezogen. Hier befindet sich die Bundespolizeidirektion Wien (seit 2012: Landespolizeidirektion) bis heute.​


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2025

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