Safer-Internet-Week 2025
Prävention und Aufklärung
Im Innenministerium wurde von 10. bis 14. Februar 2025 die „Safer Internet Week“ organisiert, bei der die Herausforderungen der Hass- und Cyber-Kriminalität sowie der Extremismus- und Kriminalprävention präsentiert und beleuchtet wurden.
Safer-Internet-Week im Innenministerium: Mitarbeiter des Cybercrime-Competence-Centers informierten über Cyber-Sicherheit; Präsentation des neue Informationsflyers des Innenministeriums „Tipps gegen Hate Speech“ © Gerd Pachauer
Der 11. Februar ist der internationale Aktionstag „Safer-Internet-Day“, der 2025 bereits zum 22. Mal stattgefunden hat. Über 100 Länder beteiligen sich weltweit unter dem Motto „Together for a better internet“ und setzen an Kinder und Jugendliche adressierte Initiativen. Im Innenministerium wurde von 10. bis 14. Februar 2025 die „Safer-Internet-Week“ organisiert, bei der die Herausforderungen der Hass- und Cyber-Kriminalität sowie der Extremismus- und Kriminalprävention präsentiert und beleuchtet wurden. Neben fachlich fundierten Vorträgen bot diese Woche Workshops für unterschiedliche Zielgruppen, um eine Sensibilisierung für die Risiken der digitalen Welt zu erreichen.
Auftaktveranstaltung und Informationsstände.
Den Auftakt der „Safer-Internet-Week“ bildete am 10. Februar 2025 eine Informationsveranstaltung, in der zentrale Themen der Cyber-Sicherheit, Internetkriminalität und Herausforderungen der fortschreitenden Digitalisierung für Kinder und Jugendliche behandelt wurden. Expertinnen und Experten erläuterten Maßnahmen zur Gewaltprävention in digitalen Medien sowie Strategien zur Verhinderung von Extremismus und Radikalisierung. Dabei wurden die Präventionsprogramme des Innenministeriums vorgestellt.
Besonderer Fokus wurde auf das Jugend-Kriminalpräventionsprogramm des Bundeskriminalamtes „Under 18“, das speziell für Kinder konzipierte Programm „Cyberkids“ sowie das Programm „RE#Work“, das sich der Extremismusprävention und dem Staatsschutz widmet, gelegt. Den Abschluss der Veranstaltung bildeten Informationsstände, die einen vertiefenden Austausch mit den Expertinnen und Experten des BMI und darüber hinaus zu den externen Organisationen/Initiativen „Saferinternet.at“, Meldestelle „GegenHassimNetz“ (Verein ZARA) und der App „BanHate“ (Antidiskriminierungsstelle Steiermark) ermöglichten.
Gefahren für Kinder im Internet.
Während der „Safer-Internet-Week“ fanden täglich kostenlose Cyberkids-Workshops statt, die sich an Volksschülerinnen und Volksschüler richteten. Ziel dieser Workshops, die laufend in ganz Österreich für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren angeboten werden, ist es Basiswissen aufzubauen, Kinder für die Gefahren im Internet und sozialen Medien zu sensibilisieren und sie frühzeitig durch sinnvolle Verhaltensregeln auf die digitale Welt vorzubereiten.
Vertreterinnen und Vertreter der Landespolizeidirektion Wien erklärten Erwachsenen, welche Risiken im Internet für Kinder bestehen. Eltern, Lehrkräfte und Jugendbetreuerinnen und -betreuer erhielten praxisnahe Hinweise, um Kinder im Umgang mit sozialen Netzwerken und digitalen Gefahren zu unterstützen.
Nein zu Extremismus!
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Aufklärung und Definition von Radikalisierung und Extremismus. Eine Mitarbeiterin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst im Innenministerium informierte Erwachsene über Radikalisierungsprozesse. Der Vortrag beleuchtete die Gründe für die Anziehungskraft extremistischer Gruppen und zeigte, wie erste Anzeichen von Radikalisierung frühzeitig erkannt werden können. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung von Medienkompetenz und eines differenzierten Verständnisses gesellschaftlicher Polarisierung – essenzielle Voraussetzungen, um demokratische Werte zu stärken und extremistischen Tendenzen entgegenzuwirken.
Cybermobbing.
Safer-Internet-Week: Vorträge und Präventionstipps über Gefahren in der digitalen Welt © Gerd Pachauer
Mitarbeiterinnen des Landeskriminalamts Wien, Fachbereich „Gewalt- und Suchtdeliktsprävention“ stellten verschiedene Fachbereiche der Kriminalprävention vor und informierten über gesetzliche Grundlagen und aktuelle Cyber-Kriminalitätsphänomene wie Sexting, Sextortion und Revengeporn. Der Vortrag machte deutlich, dass Mobbing nicht an den Schulhof gebunden ist, sondern auch zu Hause über digitale Kanäle fortgesetzt werden kann. Neben praxisnahen Präventionsempfehlungen wurden auch Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Jugendliche sowie Beratungs- und Meldestellen vorgestellt.
Cyber-Sicherheit.
Die stetig wachsende Computer- und Internetkriminalität war Inhalt eines Vortrags eines Mitarbeiters des Landeskriminalamts Wien, Fachbereich „Digitale Sicherheit“. Es wurden dabei die erheblichen Risiken im Zusammenhang mit der Digitalisierung des Alltags aufgezeigt sowie praxisnahe Sicherheitstipps vorgestellt, die Nutzerinnen und Nutzer in jeder Phase ihres digitalen Lebens schützen können.
Hass im Netz.
Während der Safer-Internet-Week wurde der neue Flyer des Innenministeriums „Tipps gegen Hate-Speech“ präsentiert. Dieser enthält neben Definitionen zum Phänomen Hilfestellungen zur Einordnung von unterschiedlichen Ausprägungen hasserfüllter Inhalte und gibt Betroffenen Hilfe beim Umgang mit Online-Hate-Speech.
Die im Rahmen der „Safer-Internet-Week“ neu geschaffene Plattform „Sicher und FAIRnetzt“ (www. bmi.gv.at /sicherundfairnetzt ) informiert über sämtliche Serviceangebote des Innenministeriums und der Polizei sowie über Unterstützungsangebote öffentlicher Organisationen und unabhängiger Beratungsstellen. Zudem bietet die Seite Informationsbroschüren und Aufklärungsvideos.
L. K./C. M.
Cyberpräventions-Tipps
Extreme und radikale Inhalte
- Immer kritisch sein bei extremistischen und radikalen Inhalten. Texte und Bilder hinterfragen. Wurden diese mit KI erstellt oder bearbeitet, um bewusst Emotionen zu erzeugen?
- Keine extremistischen Inhalte verbreiten. Inhalte nicht aus Coolness oder Spaß verbreiten, das kann strafbar sein.
- Warnzeichen ernst nehmen und melden. Radikale Aussagen, verdächtige Aktivitäten oder verbotene Symbole können gemeldet werden unter stop extremists@dsn.gv.at.
Hate-Speech
- Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Hate Speech kann anderen Menschen Rechte und Freiheiten absprechen. Das ist nicht von der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt und kann strafbar sein.
- Aktiv gegen Hate-Speech werden. Unfaire Diskussionsstile und diskriminierende/menschenverachtende Äußerungen benennen. Haltung zeigen. Solidarisieren. Betroffenen zu Seite stehen und erklären als Zeugin/Zeuge bereitzustehen
- Blockieren/deaktivieren. Nutzerinnen/Nutzer und Inhalte ausblenden und blockieren. Eigene Accounts vorübergehend deaktivieren.
- Dokumentieren. Wichtige Links im Internet sichern und bei Screenshots auf Lesbarkeit/Qualität und die Sichtbarkeit von Zeitangaben/Datum und Namen der Posterinnen und Poster achten. Screenshots vom gesamten Thread/Kommentarverlauf erstellen und diese ausschließlich an Behörden oder Meldestellen weiterleiten. Beweismittelsicherung ist der Polizei vorbehalten.
- Melden/Anzeigen. Beiträge können bei Social-Media-Plattformen via Meldeformular/Meldebutton gemeldet werden. Eine Anzeige kann bei jeder Polizeidienststelle eingebracht werden. Hate-Speech kann bei behördlichen Meldestellen wie z. B. der NS-Meldestelle ns-meldestelle@dsn.gv.at, aber auch bei vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen gemeldet werden.
Sicherer digitaler Alltag
- Misstrauisch sein. Hinter Versprechungen und verlockenden Angeboten stecken meist betrügerische Absichten.
- Computer und Handy schützen. Geräte, Systeme und Programme (z. B. Betriebssystem, Firewall immer auf aktuellem Stand halten.
- Datenübertragung sichern, verschlüsselte Internetseiten verwenden; sie sind an einem Schloss-Zeichen in der Adressleiste zu erkennen. Öffentliches WLAN meiden.
- Sichere Passwörter wählen. Lange Passwörter mit Sonderzeichen und Zahlen verwenden oder Passwortmanager verwenden. Passwörter geheim halten.
- Daten regelmäßig sichern. Wichtige Daten sollten mittels Back-up-Software auf externe Festplatten oder Datenträgern gesichert werden.
Cybermobbing
- Betroffene ernst nehmen: Überblick verschaffen und Hinweisen nachgehen.
- Angebote von Beratungsstellen/der Kriminalprävention oder der Polizei nutzen.
- Führen eines Mobbing-Tagebuchs/-Protokolls und polizeiliche Anzeigenerstattung.
- Melden/Blockieren von unerwünschten Personen. Kinder zu solchen Aktivitäten ermutigen.
Tipps für Kinder beim Chatten
- Wer ist die Person? Hinter Nicknames verbergen sich oft unterschiedliche Personen. Am besten im Internet keine persönlichen Informationen preisgeben.
- Auf das Bauchgefühl hören. Wenn sich Kinder unwohl fühlen, sollten sie jene Aktivitäten, die sie gerade am Computer/Handy erledigen, umgehend beenden.
- Vertrauensperson? Wissen Vertrauenspersonen, wie z. B. Eltern, ältere Geschwister was ein Kind am Computer/Handy gerade macht? Kinder sollten am besten so schnell wie möglich mit ihrer Vertrauensperson sprechen.
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 5-6/2025
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