Korruptionsprävention
Kultur der Integrität fördern
Das Bundesamt zur Korruptionsprävention und Korruptionsbekämpfung (BAK) kooperiert mit der Pädagogischen Hochschule (PH) Wien zum Thema Korruptionsprävention für Lehrerinnen und Lehrer berufsbildender Schulen.
Unterzeichneten Kooperationsabkommen: Barbara Herzog- Punzenberger, Rektorin der PH Wien, Otto Kerbl, BAK-Direktor
© Pädagogische Hochschule Wien
Die Kooperation mit dem Bildungssektor ist wichtig, um Korruption vorzubeugen und eine Kultur der Integrität zu fördern. Bildungseinrichtungen sind nicht nur Orte des Lernens, sondern auch Plattformen, um Werte und ethische Standards zu vermitteln. Pädagoginnen und Pädagogen stehen bei dieser Arbeit an vorderster Front und spielen zusammen mit den Familien eine prägende Rolle bei der Entwicklung von jungen Menschen“, begründet Abteilungsleiterin für Prävention, Edukation und internationale Zusammenarbeit im BAK, Daniela Hatzl, das neue Bildungskonzept, das bei den Lehrerinnen und Lehrern und ihrer Vorbildrolle ansetzt und diese zu Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihren Schülerinnen und Schülern gegenüber machen soll. Das Auseinandersetzen mit Werten, Wertehaltung und Integrität und auch rechtlichen Grundlagen steht im Vordergrund der gemeinsamen Aus- und Fortbildungsmaßnahme.
Train the Trainer.
Das BAK hat, unter Beteiligung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS), dessen Bedienstete für die Entwicklung des E-Learning-Moduls verantwortlich waren, ein bundesweites Aus- und Fortbildungsprogramm zum Thema Korruptionsprävention für Lehrerinnen und Lehrer berufsbildender Schulen nach dem Mehrebenenansatz entwickelt. Es handelt sich dabei um ein Train-the-Trainer-Konzept, das von Bediensteten des BAK unter den neuesten didaktischen Erkenntnissen der Erwachsenenbildung durchgeführt wird. Mit diesem Ansatz können die eigene Handlungssicherheit von Lehrpersonen vertieft sowie fachliche und didaktische Kompetenzen für den eigenen Unterricht ausgebaut werden.
„Die Kooperation zwischen dem BAK und der Pädagogischen Hochschule Wien fördert durch ein praxisnahes Fortbildungsprogramm die Handlungssicherheit von Lehrpersonen und trägt so zur Sensibilisierung für ein integritätsförderndes Verhalten im Schulalltag bei“, bestätigt der Institutsleiter für die Sekundarstufe Berufsbildung an der Pädagogischen Hochschule Wien, Reinhard Bauer. In weiterer Folge können Lehrpersonen als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für Kolleginnen und Kollegen in Bereichen der Korruptionsprävention fungieren. Die erste Weiterbildung für die Lehrerinnen und Lehrer wurde im Februar 2025 angeboten.
Theorie und Praxis.
Inhaltlich ist die Aus- und Fortbildungsmaßnahme in drei Module gegliedert. Dabei werden zum einen theoretische Grundlagen behandelt: neben einem historischen Abriss und den Hintergründen von Korruptionsphänomenen werden auch ethisch-moralische Grundlagen, rechtliche Themen Maßnahmen zur Korruptionsprävention vermittelt. Zum anderen werden in der Praxis Schulungs- und Handlungsanleitungen zu Risikoanalysemethoden gelehrt.
Zentral ist dabei auch die Vermittlung von didaktisch-methodischen Tools. Angelehnt an allgemeinbekannte Spiele, heißen solche Tools mitunter etwa „Korruptions-Bingo“ oder „Korruptions-Tombola“. Sie werden inhaltlich durch Korruptionspräventions- und Korruptionsbekämpfungsthemen angepasst und sollen so auf spielerische Art und Weise Schülerinnen und Schüler für die Bereiche Korruption und Integrität sensibilisieren. Es soll Problembewusstsein geschaffen werden, das heißt Bewusstsein darüber, welche Auswirkungen und Konsequenzen für jede Einzelne und jeden Einzelnen Korruption hat bzw. haben kann und warum es wichtig ist, Korruption zu verhindern.
Diesen praxisnahen Ansatz hebt auch die Präventionsexpertin des BAK, Evelyn Liebhart, hervor: „Da auch die Schule großen Einfluss auf die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen hat, ist uns dieses praxisnahe Programm ein besonderes Anliegen. Gemeinsam mit den Pädagoginnen und Pädagogen soll Integrität weiter gefördert und damit Korruption verhindert werden.“
Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2025
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