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  2. Ausgabe 3-4/2025
  3. Kriminaltechnik

Kriminaltechnik

Tatortspuren Sichtbar Machen

Die Expertinnen und Experten der Kriminaltechnik des Bundeskriminalamts untersuchen Spuren, die als Sachbeweis bei der Aufklärung von Verbrechen dienen können. Sie führen jährlich bis zu 40.000 Analysen durch.

Kriminaltechnik des Bundeskriminalamts: Die Expertinnen und Experten führen jährlich bis zu 40.000 Analysen zur Unterstützung polizeilicher Ermittlungen durch
Kriminaltechnik des Bundeskriminalamts: Die Expertinnen und Experten führen jährlich bis zu 40.000 Analysen zur Unterstützung polizeilicher Ermittlungen durch
© Bettina Fröhlich

Oft sind es Details, die dazu beitragen, einen Fall aufzuklären: eine vermeintlich unsichtbare Schmauch- oder eine Faserspur, eine winzige Lackanhaftung. Ohne die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminaltechnik des Bundeskriminalamts (BK) blieben viele Spuren an Tatorten unentdeckt. Zu ihrer Arbeit gehört die Untersuchung von Schuh-spuren, Lackspuren, Schmauchspuren, Werkzeugspuren, Schusswaffen, Fasern, Urkunden, Handschriften, Suchtmitteln, Sprengstoffen sowie Brandtatorten. Die Expertinnen und Experten führen jährlich rund 40.000 Analysen durch. Seit April 2023 ist Dr. Aline Girod-Frais, BSc MSc Leiterin der Kriminaltechnik im Bundeskriminalamt (Büro II/BK/6.2). Das Büro besteht aus den Referaten Chemie, Waffen und Formspuren, Urkunden- und Handschriftenuntersuchungen, Biologie und Mikroskopie sowie Brand- und Explosionsuntersuchungen. „In der Kriminaltechnik lassen wir Spuren sprechen – durch interdisziplinäre Expertise. So liefern wir oft entscheidende Hinweise zur Entlarvung von Betrügern, etwa bei gefälschten Goldbarren, deren Fälschung nur durch chemische, drucktechnische oder werkzeugspurenanalytische Untersuchungen enthüllt werden können“, sagt Girod-Frais.

Textilfasern werden bei Straftaten untersucht, wo es zu einem körperlichen Kontakt zwischen Täter und Opfer gekommen ist
Textilfasern werden bei Straftaten untersucht, wo es zu einem körperlichen Kontakt zwischen Täter und Opfer gekommen ist
© Gerd Pachauer
Textilfasern werden bei Straftaten untersucht, wo es zu einem körperlichen Kontakt zwischen Täter und Opfer gekommen ist
Schuhspurenabdrucksammlung im Bundeskriminalamt: Schuhspuren sind oft der Schlüssel zur Lösung kniffliger Fälle
© Egon Weissheimer

Urkundenuntersuchungen.

Seit Oktober 2024 leitet die Chemikerin und Forensikerin Julia Franz, BSc MSc MSc das Referat 6.2.3 Urkunden- und Handschriftenuntersuchungen mit elf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Referat gliedert sich in die Bereiche forensische Urkundenuntersuchungen, ARGUS und forensische Handschriftenuntersuchungen. ARGUS steht für „Ausgleichsmaßnahmen – Routen – Grenzkontroll- und Urkundeninformations-System. Im Bereich der Urkundenuntersuchung prüfen fünf Expertinnen und Experten, ob Dokumente wie Identitätsnachweise, Visa, Zahlungsscheine oder Kennzeichen verfälscht oder nachträglich manipuliert wurden. Dafür stehen hochspezialisierte Geräte wie Stereomikroskope (z. B. zur Analyse der Drucktechnik), Dokumentenprüfgeräte und Passlesegeräte zur Verfügung. Grundsätzlich untersuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Referats Dokumente in strafrechtlichen Ermittlungen, etwa Reisepässe, die bei Grenzkontrollen am Flughafen Schwechat als möglicherweise gefälscht eingestuft wurden. Die Expertise des Referates wird immer öfters auch in Verwaltungsverfahren wie Führerscheinumschreibungen oder Asylverfahren gebraucht.
Das ARGUS-Urkundeninformationssystem ist bereits seit zwei Jahrzehnten im Einsatz. Es wird von Polizis­tinnen und Polizisten, Bediensteten von Verwaltungsbehörden sowie österreichischen Auslandsvertretungen für die Überprüfung von Dokumenten bei Grenzkontrollen genutzt. Die Webanwendung bietet Informationen, Beschreibungen der wichtigsten Sicherheitsmerkmale und hochauflösende Bildern zu Dokumenten aus aller Welt. ARGUS enthält rund 7.100 Einträge und wird monatlich Tausende Male abgerufen.
Die forensische Handschriftenuntersuchung erfolgt zentral in der Krimi­naltechnik für ganz Österreich. Mit physikalisch-technischen Methoden analysieren drei Expertinnen und Experten handgeschriebene Droh- und Erpresserschreiben, Testamente und Verträge auf Schriftmerkmale, wie Schriftrichtung, Buchstabenaufbau, räumliche Aufteilung, Druckgebung etc., um die Verfasserin oder den Verfasser festzustellen. Aus den Ermittlungen ergeben sich oft mögliche Urheberinnen oder Urheber, von denen Vergleichsschriften für einen forensischen Vergleich eingeholt werden. Das Referat ist für alle forensischen Handschriftenuntersuchungen in Österreich zuständig.

Fingerabdrücke sind genauer als Gesichtserkennung und zählen zu den wichtigsten Instrumenten zur Aufklärung von Straftaten
Fingerabdrücke sind genauer als Gesichtserkennung und zählen zu den wichtigsten Instrumenten zur Aufklärung von Straftaten © Gerd Pachauer

Sprache als Spur.

Auch in der Kriminaltechnik sind Fortschritt und Forschung wichtig. So beteiligt sich etwa das Referat 6.2.3 regelmäßig an Forschungsprojekten. Kürzlich wurde ein Forschungsantrag für das KIRAS-Projekt „TXT – Sprache als Spur“ eingereicht, das mit Jänner 2026 starten und zwei Jahre andauern soll. Im Fokus der Forschung steht die forensische Linguistik, die sich im Gegensatz zum forensischen Schriftenvergleich auf den sprachlichen Inhalt eines handschriftlichen Textes bezieht. Die forensische Linguistik erlaubt es, die sprachlichen Merkmale eines Textes zu analysieren, diese mit Vergleichstexten möglicher Urheberinnen oder Urheber zu vergleichen und Sprachprofile zu erstellen, die als Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen dienen können. In anderen europäischen Ländern ist dieses Fachgebiet seit Jahren Bestandteil der forensischen Institute. In Österreich findet sich eine solche Fachexpertise ausschließlich an der Universität Graz, weshalb das Bundeskriminalamt eine Kooperation eingegangen ist. Bei dem Projekt geht es um die Entwicklung eines KI-basierten Tools zur Voruntersuchung von strafrechtlich relevanten, handschriftlichen Texten. Mit dem Tool soll herausgefunden werden, ob sich der Text für eine forensisch-linguistische Auswertung eignet. Die KI soll an Vergleichstexten aus der Textdatenbank sprachliche Ähnlichkeiten aufdecken. Untersucht wird der Text dann von einer Fachexpertin bzw. einem Fachexperte. Die technische Expertise und Entwicklung der Software übernimmt die Technische Universität (TU) Wien, das Referat 6.2.3 stellt für die Entwicklung des Tools Schriftstücke aus der internen Handschriftensammlung zur Verfügung. Das Tool soll das Spektrum forensischer Untersuchungen erweitern.

Neuer Fachbereich.

Unabhängig von der Vegetation, der Jahreszeit und dem Klima – jeder Tatort, egal ob im Außen- oder Innenbereich, weist ein charakteristisches Pollenprofil auf und genau hier setzt die forensische Palynologie an. Pollen haften an der Kleidung, der Haut oder auf Gegenständen, wodurch sie eine Menge über den Aufenthaltsort einer Person aussagen können. Jede Region hat ein charakteristisches Pollenprofil. Durch den Vergleich der Proben von Tatorten, Verdächtigen oder Opfern können Ermittlerinnen und Ermittler Verbindungen zu bestimmten Orten oder Jahreszeiten herstellen. Bisher wurde die Untersuchung von Fällen im In- und Ausland von Bediensteten der Universität Wien durchgeführt. Da am Institut für Botanik keine forensische Palynologie mehr angeboten wird, plant das Büro für Kriminaltechnik die Einrichtung jenes Fachbereiches, um die Untersuchungsmethode zu gewährleisten. Zu den ersten Schritten zählen die Sammlung von Erfahrungen bei der chemischen Präparation von Pollen, die Bestimmung und Dokumentation bekannten Pollens unter dem Mikroskop und der Aufbau einer eigenen Referenzdatenbank im Referat 6.2.4 Biologie und Mikroskopie.

Weiterentwicklungen.

Urkunden- und Handschriftenerkennung: Überprüfung der Echtheit von Dokumenten, wie Reisepä¨ssen, Kfz-Kennzeichen, Zeugnissen etc.
Urkunden- und Handschriftenerkennung: Überprüfung der Echtheit von Dokumenten, wie Reisepä¨ssen, Kfz-Kennzeichen, Zeugnissen etc.
© Gerd Pachauer

Moderne Geräte verbessern nicht nur die Qualität der Ergebnisse, sondern ermöglichen neue Untersuchungen. 2023 wurden zwei Untersuchungsgeräte angeschafft: Ein neues Massenspektrometer, das zur Analyse von Glas und (Schwer-)Metallen im Ultraspurenbereich herangezogen wird, und ein magneto-optisches Gerät, das zur Sichtbarmachung von Spuren entfernter Markierungen in metallischen Werkstoffen und zur zerstörungsfreien Überprüfung von Metalloberflächen angewendet wird. 2025/2026 soll ein Kernspinresonanzspektroskop angeschafft werden, das zur Identifizierung von chemischen Verbindungen bzw. Molekularstrukturen bei der Suchtgiftanalyse zum Einsatz kommen soll.

Suchtgiftanalyse.

Die Analyse bzw. die Identifizierung von NPS ist aktuell eine der größten Herausforderung im Bereich der Suchtgiftanalyse, da die Hersteller regelmäßig die chemische Struktur verändern, um bestehende Gesetze umzugehen. Daher existieren oft keine etablierten Vergleichsdaten oder Standards für Laboranalysen. Mit dem Kernspinresonanzspektroskop soll das Referat 6.2.1 sich zukünftig diese Herausforderung stellen können.

Sprengstoffanalyse.

Es ist laufend notwendig, alte Geräte auszutauschen, um notwendige Analysen schnell und zuverlässig durchführen zu können, so wie z. B. im Bereich der Sprengstoffanalyse, eine weitere Kernkompetenz des Referates 6.2.1. Die Aktualität im Jahr 2024 hat gezeigt, dass die unverzügliche Analyse von potenziellen Sprengstoff-Proben unerlässlich ist, um den Entscheidungsträgern relevante Informationen rechtszeitig übermitteln zu können. Mit in den Jahren gekommenen defekten Geräten ist diese Zuverlässigkeit nicht gegeben.

Schusswaffen aus dem Drucker.

Mit 3D-Druckern ist es möglich, Schusswaffen zu drucken. Die Gefahr, die von diesen Waffen ausgeht, hat unter anderem 2019 die Schießerei in der Synagoge in Halle in Deutschland verdeutlicht, bei der zwei Menschen auf offener Straße von einem Mann erschossen worden waren, der mit einigen 3D-gedruckten Schusswaffen ausgerüstet war. Die Häufigkeit solcher Waffen stellt nicht nur den Ermittlungs- und Rechtsrahmen vor Herausforderungen, sondern unterstreicht auch den Bedarf einer verbesserten forensischen Analyse sowie standardisierter Ermittlungsverfahren.
Um das zu erreichen, arbeiten Bedienstete des Referats Schusswaffen seit 2025 im drei Jahre dauernden ISF-Projekt „MIX3D“ mit. Im Fokus steht die Verbesserung der forensischen und ermittlungstechnischen Fähigkeiten durch Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden und der forensischen Expertinnen und Experten in der Identifizierung und Analyse von 3D-gedruckten Feuerwaffen, wobei der Schwerpunkt auf deren Herstellungsprozessen sowie ballistischen Eigenschaften liegt.
Das Projekt wird von Mitarbeitern des deutschen Bundeskriminalamts geleitet. Am Projekt sind neben Vertretern aus Österreich Bedienstete von Polizeibehörden aus Spanien, Italien, Schweden und Frankreich beteiligt. Sie arbeiten an einem erleichterten Informationsaustausch, der Einführung bewährter Verfahren für den Umgang mit 3D-gedruckten Waffen sowie an einem einheitlichen Vorgehen. Damit das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen automatischen ballistischen Identifizierungssystemen (ABIS) gewährleis­tet ist, wird ein ISO-Norm-definiertes Dateiformat erarbeitet. Das hat auch Auswirkungen auf den Betrieb von Europols Ballistic Intelligence Hub, der die gemeinsame Nutzung und Analyse von ballistischen Daten in Europa ermöglicht.

Internationale Forensik-Fachkonferenz in Wien.

Vom 18. bis 20. September 2024 lud das Büro für Kriminaltechnik zum 30. Treffen der Arbeitsgruppe Firearms and Gunshot Residue des European Network of Forensic Science Institutes (ENFSI) nach Wien. Mehr als 150 Schusswaffen- und Schmauchspuren-Expertinnen und -Experten aus 45 europäischen ENFSI-Mitgliedslaboren sowie internationale Gäste aus der Ukraine, USA, Kanada, Thailand, Singapur, Israel, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten tauschten während der dreitätigen Konferenz neue Erkenntnisse und Forschungsergebnisse aus. Auch forensisches Equipment konnte begutachtet werden.
Neben dem Vortragsprogramm gab es für Interessierte die Möglichkeit, an drei Workshops zu den Themen Schusswaffenidentifikation anhand von Lichtbildern und Qualitätssicherung teilzunehmen. Bei der Werksbesichtigung der Firma Glock in Deutsch Wagram konnten rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen in Bezug auf Ballistik und Schmauchanalytik erweitern.

ENFSI wurde 1995 gegründet und hat sich als europäisches Netzwerk etabliert, dessen Ziel es ist, die Zusammenarbeit zwischen den forensischen Expertinnen und Experten in Europa sowie weltweit zu fördern. Durch die Arbeit der Organisation wurde unter anderem die Verbesserung der Qualität von forensischen Untersuchungen in den jeweiligen Mitgliedsstaaten, die Erleichterung des Austausches von Wissen und Best Practices sowie die Entwicklung gemeinsamer Standards erzielt. ENFSI spielt daher eine zentrale Rolle bei der Harmonisierung forensischer Verfahren in ganz Europa, wodurch forensische Beweise auf gleichem Niveau verglichen und verwertet werden können.

Das Netzwerk besteht aus Arbeitsgruppen, die sich mit Ballistik, Schusswaffen, Fasern, Schuhspuren, Werkzeugspuren, Urkunden, Handschriften, Brand, Suchtmittel, Fingerspuren oder auch DNA-Analysen beschäftigen. Seit mehr als 25 Jahren wird Österreich in diesem Gremium durch das Büro für Kriminaltechnik vertreten und Expertinnen sowie Experten der Kriminaltechnik beteiligen sich aktiv in zehn Arbeitsgruppen.

Brandursachenermittlung: Die Rekonstruktion der Brandursache erfordert von den Ermittlern Wissen und Erfahrung
Brandursachenermittlung: Die Rekonstruktion der Brandursache erfordert von den Ermittlern Wissen und Erfahrung
© Egon Weissheimer

Referenzlabor Daktyloskopie.

Ursprünglich im Kriminaltechnik-Büro angesiedelt, wurde das Referenzlabor Daktyloskopie 2016 mit der Gründung des Büros 6.3 Tatort in dieses als Referat eingegliedert. Zwei Mitarbeiter unter der Leitung von Dr. Gerald Birnbaumer untersuchen, analysieren und identifizieren Fingerabdrücke, nehmen an internationalen Konferenzen sowie Expertentagungen teil und veranstalten Schulungen im Rahmen der fachlichen Aufsicht aller Tatortlabormitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Österreich.
Zwischen 2022 und 2024 leitete das Referenzlabor in Kooperation des Landeskriminalamtes Niederösterreich eine Expertengruppe mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland, Luxemburg, der Schweiz und Österreich zum Thema Hochvakuum-Metallbedampfung an schwierigen Spurenträgermaterialien. Hierbei konnten die Expertinnen und Experten neue Erkenntnisse gewinnen, wenn es um die Sicherung von Fingerspuren an lackierten Eurobanknoten oder bioabbaubaren Plastikbeuteln geht.
Im EU-Projekt „Combatting sus­pects dealing in drugs on the Internet – prosecution and prevention (CSI-PP) konnte das Referenzlabor in Zusammenarbeit mit dem DNA-Labor des gerichtsmedizinischen Instituts Innsbruck zu neuen Erkenntnissen hinsichtlich der Abstimmung der Sicherung von Finger- und DNA-Spuren in speziellen Situationen beitragen.

Die Wurzeln der österreichischen Kriminaltechnik reichen ins frühe 20. Jahrhundert zurück, als erste systematische Methoden zur Spurensicherung Einzug in die Polizeiarbeit hielten und der Polizei wie auch Justiz neben Zeugenaussagen und Geständnissen nun auch Sachbeweise zur Beurteilung zur Verfügung standen.
Die Geschichte der Kriminaltechnik in Österreich ist mit dem technologischen und gesellschaftlichen Wandel jener Zeit verknüpft. 1924 wurde das Kriminalistische Institut unter Professor Türkl gegründet, der dort unter anderem Kurse zum Thema Kriminaltechnik anbot.
Das Kriminalistische Institut der Wiener Polizei erlangte Weltruf und war in erster Linie für die Weiterbildung der Akademiker der Polizeidirektion verantwortlich, richtete sich auch an Richter, Staatsanwälte und Interessierte ähnlicher Berufe. Nach der Hochblüte der Kriminaltechnik in der Zwischenkriegszeit, stand der Aufbau einer wissenschaftlich kriminaltechnischen Organisation in der Zeit des Anschlusses an das Deutsche Reich sowie nach dem Zweiten Weltkrieg still.
Als Deutschland und die Schweiz in den 1950er-Jahren Fortschritte in der Technik und der Spurenanalyse verzeichneten, griff Österreich den kriminaltechnischen Gedanken wieder auf und am 1. Oktober 1956 wurde Dr. Robert Patzak – ein junger Chemiker – mit dem Auftrag betraut, ein kriminaltechnisches Referat für die österreichische Sicherheitsbehörde aufzubauen. Über die Jahre hinweg vergrößerten sich nicht nur mit einigen Umzügen die Räume, sondern auch die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Seit 1989 befindet sich die Kriminaltechnik am Josef-Holaubek-Platz 1, 1090 Wien. Mit der Gründung des Bundeskriminalamts 2003 wurde die Organisationseinheit als Büro für Kriminaltechnik, mit dem Zentralen Erkennungsdienst und dem Tatortbüro in die von Dr. Andrea Lang geleitete Abteilung für Forensik und Technik eingegliedert.

Romana Tofan

Bilanz

34.900 Einzeluntersuchungen

Die 42 Kriminaltechnik-Expertinnen und -Experten führten 2024 zentral für Österreich 34.900 Einzeluntersuchungen durch, darunter 21.875 Suchtmittelanalysen, 5.644 Untersuchungen bei Brandrückständen, Lacken, Kunststoffen und sonstige Materialien, 896 Schusswaffenuntersuchungen sowie Untersuchungen etwa von Werkzeugspuren, Schuhspuren, 3.562 Urkunden- bzw. Handschriftenuntersuchungen, 1.193 Analysen von Fasern, Haaren und Textilien, 1.074 Schusshanduntersuchungen, 409 Lenkerfeststellungen, 108 Brand- und 4 Explosionsursachenuntersuchungen.


Öffentliche Sicherheit, Ausgabe 3-4/2025

 Druckversion des Artikels (pdf, 1,4 MB)

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